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Geschmackssache:Avocado

Bowl with half of avocado Persea Americana on wooden table PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY LVF
(Foto: imago)

Wer Avocados schätzt, sollte einmal die Kombination mit Ananas und Knoblauch probieren. Aufregender kann ein Wintersalat kaum sein.

Die Avocado hat sich von einer dubiosen, irgendwie mit der Tex-Mex-Küche assoziierten Zutat zu einer der populärsten Gemüsesorten überhaupt entwickelt. Botanisch betrachtet ist sie eine Beere, also Obst, aber wer würde sie als solches bezeichnen? Die Frucht ist so beliebt, dass Ernteausfälle kürzlich zu großem Unmut in Australien führten, Läden dort sahen sich zu Schildern mit dem Hinweis genötigt: "Einbruch zwecklos, wir lagern weder Bares noch Avocados." Und mancher mexikanische Koch behauptet, eine Guacamole, die schwarz anlaufe, sei schlicht nach einem schlechten Rezept zubereitet, sonst wäre sie ja vor dem Anlaufen aufgegessen worden. Weltweit gibt es heute 400 Kultursorten, und die Beliebtheit der Avocado hängt auch damit zusammen, dass ihre duldsame Cremigkeit und ihre vielen Aromen-Verbindungen sich fantastisch kombinieren lassen. Perfekt in die Jahreszeit passt die so ungewöhnliche wie aufregende Liaison mit der Ananas, die im Februar und März besonders aromatisch ist. Als Beispiel sei hier ein kubanisch inspirierter Salat von Katharina Seiser empfohlen ("Immer schon vegan", Brandstätter). Dafür 1 Ananas schälen und entstrunken und ebenso wie 2 geschälte Hass-Avocados in mundgerechte Stücke schneiden. Dazu kommen 1 rote Zwiebel, in feine Streifen geschnitten, 2 Handvoll Brunnenkresse (auch normale Kresse oder Rucola gehen) und 2 EL grob gehackte Erdnüsse (ohne Haut, geröstet, ungesalzen). Für das Dressing 2 fein gehackte Knoblauchzehen (ohne Keim), 1/4 TL gemahlenen Kreuzkümmel, 1 TL Salz, viel frischen schwarzen Pfeffer und je 4 EL frisch gepressten Limetten- und Orangensaft mischen und alles mit 8 EL mild-fruchtigem Olivenöl verquirlen. Tropischer wird selbst dieser Winter nicht.