Fußball-WMSpaghetti auf dem Kopf

Neymar zeigt die seltsamste Frisur der WM, Jogi Löw an der Laterne sorgt für hämische Kommentare und die englische Weste schreibt Geschichte: Was modisch von der WM bleibt.

Von Oliver Klasen

Das brasilianische Haar

Eine der erfreulichen Erscheinungen dieser Weltmeisterschaft war die Abwesenheit von Turnierbärten. Ob lang wallend, wuschelig oder in der Drei-Tage-Form, die Spieler trugen ihr Gesichtshaar je nach persönlichem Belieben einfach so im Gesicht, aber ohne dass dem eine besondere Bedeutung zugekommen wäre. Niemand rasierte sich erst dann, als ihm in der Gruppenphase ein Tor gelungen war. Niemand ließ sich aus Aberglauben bis zum Halbfinale einen Schnäuzer stehen. Bärte waren also kein Thema bei dieser WM, das Haupthaar dagegen schon. Kein anderer hat dabei so viele Schlagzeilen gemacht wie der schauspielerisch begabte Brasilianer Neymar. Seine Frisur wechselte er wie andere (hoffentlich) ihre Socken. Am Ende ließ er sich einen Pfeil in den Nacken rasieren, davor waren es kurze, blonde Löckchen auf dunklem Haaransatz, die auch dem frühen George Michael im Video von Last Christmas gut zu Gesicht gestanden hätten. Zu Beginn des Turniers lief er mit goldblond gefärbtem Deckhaar auf, das so aussah, als habe er sich ein Kilo gekochte Spaghetti auf den Kopf geklebt. Das inspirierte viele Leute auf Twitter und Instagram zu einer Art Neymar-Nudel-Challenge. Aber, wie schon Mutter sagte: Mit Lebensmitteln spielt man nicht.

Bild: Damir Sagolj/REUTERS 16. Juli 2018, 12:242018-07-16 12:24:34 © SZ.de/eca