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Foodblog "Kochnische": Salat:Blatt für Blatt ins Glück

Salat pfirsich ziegenkäse kochnische

Pfirsich und Ziegenkäse vom Grill geben diesem Salat die besondere Note.

(Foto: Christina Metallinos)

Salat ist gesund, frisch und ein wunderbares Abendessen im Sommer, wenn heiß und fettig höchstens in Form von Grillfleisch angesagt ist. Mancher Barbecue-Fan hetzt dann gerne: Salat sei kein anständiges Essen, mache nicht satt und überhaupt - ist man auf Diät oder was? Fünf Tipps für besseren Salat.

Um für alle Skeptiker blättriger Mahlzeiten eines klarzustellen: "Salat" bedeutet nicht, dass man sich von ein paar welken Eisbergsalatblättchen mit faden Tomaten ernähren soll. Viel eher sollte Salat als Überschrift für einen ganzen Baukasten an Möglichkeiten gesehen werden. Wer aus jeder Schublade ein bisschen was auf den Teller wirft, muss keine geschmacklichen Kompromisse eingehen - und braucht trotzdem nicht in der Küche zu Schwitzen. Fünf Tipps, wie aus ein paar grünen Blättern eine Mahlzeit zum Schwelgen wird.

1. Die Vorbereitung

Frische Ware ist die Voraussetzung für jedes gutes Essen, für Blattsalat gilt das ganz besonders. Ungekocht und roh schmeckt man schnell, wie frisch die Blätter sind. Außerdem enthält alter Salat weniger Nährstoffe. Es ist daher ratsam, mehrmals kleinere Mengen einzukaufen (Hier finden Sie ausführliche Tipps zum Einkauf von Salat). Außerdem lieber Finger weg von fertig vorgeschnittenen und abgepackten Salaten - diese sind oft mit Keimen belastet.

Lebensmittel im Check Das Blatt wendet sich
Tipps für den Einkauf von Salat

Das Blatt wendet sich

Keime, Nitrat, Pestizide: Salat scheint mit allerlei Gefahren verbunden zu sein. Doch vieles ist nicht so dramatisch, wie es auf den ersten Blick wirkt. Mehr noch, Nitrat und Mikroorganismen könnten sogar gesundheitliche Vorteile haben - genauso wie die oft verschmähten äußeren Blätter.   Von Berit Uhlmann

2. Die Basis

Ob leuchtend hellgrün wie Romanasalat, dunkles Lila wie Radicchio oder dunkelgrün wie Rucola: Verschiedene Salatsorten auf dem Teller sehen nicht nur gut aus, jede von ihnen trägt auch ihren eigenen Teil zur Geschmackskomposition bei. Denn Blattsalat ist nicht gleich Blattsalat - die Nuancen der einzelnen Sorten reichen von bitter bis leicht süß. Deshalb lieber eine Salatsorte mehr verwenden und dafür auf eines der Extras verzichten.

3. Die Zubereitung

Selbst wenn keine Erde zwischen den Blättern zu sehen ist, sollte Salat immer gründlich unter fließendem Wasser gewaschen werden. Danach die Blätter mit den Händen in mundgerechte Stücke zupfen. Nun zum wichtigsten Teil: Dem Trocknen. Am besten den Salat in einer Salatschleuder trocken schleudern, so bleiben die Blätter knackig und zerdrücken nicht. Alternativ auf einem sauberen Küchentuch auslegen und mit einem weiteren Tuch vorsichtig trockentupfen. An zu nassem Salat perlt das Dressing einfach ab und rinnt auf den Schüsselboden - wo es geschmacklich nichts mehr ausrichten kann.

4. Die Extras

Wer nur Beilagensalat servieren möchte, sollte hier besser mit dem Lesen aufhören. Alle anderen dürfen mitschwelgen. Salat zum Sattessen braucht mehr als nur eine Basis. Mögliche, proteinhaltige Sattmacher sind gebratenes Fleisch oder Käse wie Feta, Ziegenweichkäse oder Halloumi. Ein paar Ölsaaten oder andere Körner geben dem Salat eine knusprige Textur. Gerade im Sommer gibt frisches, saftiges Obst einen Extrakick an Süße, die einen guten Ausgleich zu saurem Dressing liefert.

Ein paar geröstete Brotchips machen auf dem Teller viel her und gehen ganz einfach: Dafür altes Brot hauchdünn aufschneiden, mit Olivenöl bepinseln und mit Salz und Pfeffer bestreuen. Danach werden die Scheiben im Ofen geröstet. (siehe Rezept unten)

Die Extras sollten im Salat nicht überwiegen, damit der Salat nicht zur Beilage degradiert wird. Etwa die Hälfte der sonst üblichen Portion Fleisch oder Käse reicht als Sättigungskomponente meist aus. Gerade, wenn es dazu noch Brot und weitere Zutaten im Salat gibt.

5. Das Dressing

Das Dressing ist die Kür: Es kann einen Salat vollends ruinieren oder zur Perfektion bringen. Im besten Fall harmonieren Textur und Geschmack mit den jeweiligen Zutaten. Cremige Dressings auf Joghurt- oder Mayonnaisebasis passen gut zu knackigen, großen Blättern wie Chicorée und Eisbergsalat. Feldsalat harmoniert wunderbar mit schweren Aromen, etwa dunklen Beeren, Nüssen oder Sherry in der Salatsauce. Ein Klassiker, der immer geht, ist eine Vinaigrette aus Öl, Essig, Salz und Pfeffer. Am besten das Dressing erst kurz vor dem Servieren in einer großen Schüssel mit der gesamten Salatmenge vermischen. So verteilt es sich optimal und der Salat bleibt bis zum Essen knackig.

Wichtig beim Bauen eines schönen Salattellers ist, die einzelnen Bestandteile nicht getrennt voneinander zu betrachten - sie sollten miteinander harmonieren. Ist schon eine süße Komponente im Salat vertreten? Dann braucht das Dressing weder Honig noch Fruchtmark noch Marmelade. Nussige, bittere Salate wie Rucola sollten etwas sparsamer eingesetzt werden, wenn bereits Walnüsse als Extra eingesetzt werden. Wer sich noch nicht ganz traut, selbst loszulegen, wird ja vielleicht mit dieser Kreation glücklich:

Rezepte aus der "Kochnische"

So schmeckt es auch großen Kindern

Salat mit gegrillten Pfirsichen und Ziegenkäse

für zwei Personen:

1 gelbfleischiger Pfirsich

200 g Ziegenweichkäse

2 Handvoll Blattsalate (z.B. eine Mischung aus Rucola, Romana, Eisbergsalat und Lollo Bionda)

1 altbackene Semmel

1 rote Paprikaschote

1 Zweig Rosmarin

4 EL Weißweinessig

4 EL Olivenöl

½ TL Dijonsenf

Salz, Pfeffer

Blattsalate putzen, waschen und trockenschleudern. Paprika waschen und in dünne Scheiben schneiden. Pfirsich waschen und halbieren, den Kern entfernen. Semmel hauchdünn aufschneiden und die Scheiben auf einem Backblech auslegen. Mit 1 EL Olivenöl beträufeln, salzen und pfeffern. Unter dem Backofengrill etwa zwei bis drei Minuten rösten, bis die Scheiben goldbraun sind und duften. Regelmäßig einen Blick in den Ofen werfen, damit die Scheiben nicht verbrennen. Die Brotscheiben in einer schmalen Schüssel aufrecht auskühlen lassen, damit sie knusprig bleiben.

Rosmarin waschen und fein hacken. Ziegenkäse in etwa ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Die Pfirsichhälften auf dem Backblech für etwa fünf Minuten unter den Backofengrill schieben. Danach die Ziegenkäsescheiben auf das Blech geben und mit Rosmarinnadeln beträufeln. Blech für weitere zwei Minuten unter den Grill geben, bis der Käse beginnt, zu zerlaufen.

Essig mit Senf, etwas Salz und Pfeffer verrühren. 3 EL Olivenöl hinzugeben und gut unterrühren, bis das Dressing emulgiert. Den Salat mit dem Dressing mischen und auf tiefen Tellern anrichten, darauf die Paprikastreifen, den geschmolzenen Ziegenkäse und die gegrillten Pfirsichhälften verteilen. Dazu die Brotchips reichen.