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Foodblog "Kochnische":Backen für die Unabhängigkeit

pancake independent day

Statt Sternenbanner-Torte: Pancake mit roten und blauen Beeren auf Joghurt.

(Foto: SZ.de/christina metallinos)

Wer sich zwischen Spargel- und Kürbis-Saison zu langweilen droht, darf sich freuen: Der US-Nationalfeiertag am 4. Juli bietet Gelegenheit, sich in der Küche wieder kreativ auszuleben - zum Beispiel mit Pancakes in Rot-Weiß-Blau.

Von Christina Metallinos

Ähnlich wie wir Deutschen im Frühsommer fast nichts anderes mehr essen möchten als Spargel und Erdbeeren, scheint die US-amerikanische Foodbloggerszene zweimal im Jahr vollkommen auszuflippen: Zu Thanksgiving, dem amerikanischen Erntedankfest im November, wo es dem Truthahn an den Kragen geht - und am 4. Juli, dem Independence Day. Am Nationalfeiertag der Vereinigten Staaten von Amerika sollen möglichst die Nationalfarben Rot, Weiß und Blau auf dem Teller landen.

Fußball-WM, Jürgen Klinsmann und "Schland"-Euphorie zum Trotz (Hinweis in eigener Sache: Fußball-Fans kommen nächste Woche auf ihre schwarz-rot-goldenen Kosten) soll es heute einen kleinen Exkurs in die Staaten geben. Dort verkünsteln sich Hobbykonditoren zum 4. Juli gern und zaubern Torten mit eingebackenem Sternen-Banner oder gestalten auch die Glasur als perfektes Stars-and-Stripes-Kunstwerk. Noch mehr solch aufsehenerregende Kreationen finden sich unter diesem Link zu Pinterest. Fest steht: All das sieht spektakulär aus, schmeckt vielleicht auch so, ist aber vor allem spektakulär viel Arbeit.

US-amerikanische Backstuben haben jedoch auch andere nachahmenswerte Exportrezepte zu bieten, etwa Pancakes. Was dort ein normales Frühstück ist, ist hierzulande eher ein Fall für einen ausgedehnten Sonntagmorgen. Etwas Zeit sollte man haben, dann lassen einen diese fluffigen Küchlein entspannt in einen faulen Tag starten. Normalerweise träufelt man ein wenig Ahornsirup über die Pfannenkuchenberge - am Nationalfeiertag der USA kann man dem rot-weiß-blauen Prinzip folgen und den Pancakes mit farbigen Beeren und einem Klecks Joghurt die passende Farbgebung verleihen.

So lässt sich auch hierzulande der Independence Day stilecht begehen. Auch wenn es weniger darum geht, die Unabhängigkeitserklärung einer anderen Nation zu feiern. Sondern die Souveränität eines Volkes zu einer Zeit, in der in Europa noch ganz andere Souveräne herrschten.

Pancakes mit Beeren und Joghurt

Für vier Personen

200 g Mehl Type 405

3 EL Zucker

2 Eier

300 ml Buttermilch

½ TL Backpulver

¼ TL Natron

½ TL Bourbon-Vanillezucker

2 EL Butter

200 g rote Beeren (z. B. Erdbeeren, Himbeeren, rote Johannisbeeren - oder von allen etwas)

100 g dunkle Beeren (z. B. Blaubeeren oder Brombeeren)

4 EL Naturjoghurt

Butter zerlassen und etwas abkühlen lassen. Die roten Beeren waschen, trocken tupfen und fein pürieren, dabei gegebenenfalls mit einem Esslöffel Zucker nachsüßen. Dunkle Beeren waschen und trocken tupfen. Eier trennen, das Eigelb mit Buttermilch und der zerlassenen Butter verrühren. In einer separaten Schüssel Mehl, 2 EL Zucker, Backpulver, Natron und Vanillezucker gut mischen. Den Backofen auf 50°C erhitzen.

Die trockenen Zutaten zu den feuchten geben und mit einem Esslöffel nur kurz unterheben, danach das (ungeschlagene) Eiweiß dazugeben und alle Zutaten verrühren, bis sie sich gerade so vermengt haben. Je kürzer gerührt wird, desto fluffiger werden die Pancakes - Klumpen im Teig sind kein Problem.

Eine flache, beschichtete Pfanne mit Butter auspinseln und auf niedriger bis mittlerer Stufe erhitzen. Den Teig esslöffelweise in die Pfanne geben, die Pancakes dürfen erst gewendet werden, wenn sich an der (noch feuchten) Oberseite Luftbläschen bilden. Verbrennt bis dahin die Unterseite, sollte die Temperatur reduziert werden.

Nach dem Wenden die andere Seite nochmals etwa ein bis zwei Minuten ausbacken. Die Pancakes auf einem hitzebeständigen Teller im Ofen warmhalten, bis alle Teile ausgebacken wurden. Pro Person drei Pancakes aufeinanderstapeln, die rote Beerensauce darüber gießen und mit den dunklen Beeren sowie je einem Esslöffel Naturjoghurt garnieren.

© Süddeutsche.de/vs/rus

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