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Fashion Week New York:Uptown Girls

Marc Jacobs - Runway - Mercedes-Benz Fashion Week Spring 2015

Metallic-Minikleider für hippe Großstädterinnen von Marc Jacobs. Auf der New Yorker Fashion Week präsentierten die Models die Kollektion vor einem Haus.

(Foto: Peter Michael Dills/AFP)

Praktisch, sportlich, tragbar - das war Mode aus Amerika schon immer. Aber für die hippe Großstädterin muss es noch ein bisschen mehr sein. Eindrücke von der New York Fashion Week.

Von Julia Werner

New York im Spätsommer: Es ist Fashion Week, aber in der Stadt, vom West Village bis zur Lower Eastside, sieht man Frauen in engen Leggings, Sport-BHs und Turnschuhen. Sie sitzen bei der Maniküre oder führen den Labradoodle aus, diese Mischung aus Labrador und Pudel, ohne die man hier anscheinend nicht mehr aus dem Haus gehen darf.

So ist es auch einleuchtend, warum der Sender CBS ausgerechnet während der Modewoche im Frühstücksfernsehen mit folgendem Thema aufmacht: Die Jeansverkäufe seien zurückgegangen, der Absatz von "Athletic Gear", also Sportklamotten, sei hingegen dramatisch gestiegen. Egal ob Jeans oder Sportswear, beides sind Ikonen des amerikanischen Stils. Mode aus New York, ob teuer oder billig, war schon immer berühmt für ihre Alltagstauglichkeit.

Alexander Wang: Inspiriert von Turnschuhen

Erste kleine Ausschläge des Trendbarometers, bevor die Schauensaison in Europa startet, sind aber messbar. Zum Phänomen des Sport-Outfits ohne Sport passt die Kollektion von Alexander Wang, dem Chefdesigner von Balenciaga. Für sein eigenes Label aber zeigt der Amerikaner seine Entwürfe natürlich hier, in einer riesigen Lagerhalle am Hudson River.

Seine Lieblingsturnschuhe von Nike und Adidas waren die Inspiration: Das Design eines schwarz-roten Nike Flyknits zum Beispiel wird zum Minikleid aus feinem Strick mit Leder-Applikationen. Das sieht so aus, als sei ein Turnschuh in seine Einzelteile aufgespalten worden.

Auch andere Outfits bekommen den Sneaker-Look, und sei es nur mit kleinen Details an Krägen oder auf der Taille sitzenden Gürteln. Eine ziemlich schlaue Botschaft für die Social-Media-Generation. Die Taille rutscht übrigens nicht nur bei ihm wieder nach oben, weshalb die Tops wiederum kürzer, enger und am Rücken interessanter werden, durch Straps zum Beispiel.

Uptown-Mode von Michael Kors

Michael Kors, die Legende unter den Lässig-Luxus-Designern, zeigt statt Sportlichem lieber Fifties-Silhouetten mit weit schwingenden Midi-Röcken. Sie sind perfekt geschneidert, weiß, aus Karo-Stoffen oder transparentem Tüll, der über und über mit Paillettenblüten bestickt ist. Das ist nicht unbedingt neu, sieht aber in Kombination mit Männerhemden sozusagen einfach Uptown-mäßig gut aus.

Michael Kors - Runway - New York Fashion Week Spring 2015

Tüllrock plus Männerhemd von Michael Kors - ganz Uptown-mäßig.

(Foto: Peter Foley/dpa)

In der Vorabpräsentation für die Presse erklärt der Designer höchstpersönlich, worum es ihm geht: um Vielseitigkeit. Top plus Rock seien flexibler einsetzbar als Kleider, Taschen müssten immer auch praktisch sein. Kors lebt und arbeitet nun mal in dieser Stadt, in der Frauen durch U-Bahnschächte jagen, um rechtzeitig zu einem Termin zu kommen. Eine gute Inspiration für Mode, durchaus.

Boss kreiert Mode für Karrierefrauen

Das deutsche Modehaus Boss zeigt seine Damenkollektion ebenfalls in New York, auch, weil der neue Chefdesigner Jason Wu hier zu Hause ist. Seine zweite Saison für die Deutschen ist ganz schön gut. Auch wenn die Marketing-Abteilung von Boss das nicht gerne hört: Jason Wus Entwürfe sind die perfekte Garderobe für Karrierefrauen.

Bye, bye, Hosenanzug - die neuen Uniformen für Working Girls könnten Shift-Dresses und Pencil Skirts in sonnigem Gelb oder Hellblau sein. Zusammen mit kurzen Blusen ist das perfekt angezogen und alles andere als spießig.

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