Fashion Week New YorkStanding Ovations für Madeline

Eine 18-jährige Australierin mit Down-Syndrom und eine Autoverkäuferin aus New Jersey bestimmen den Auftakt der New York Fashion Week.

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Madeline Stuart eröffnete als erstes professionelles Model mit Down-Syndrom eine der wichtigsten Modenschauen der Welt, die New York Fashion Week. Die 18-jährige Australierin lief bei der Schau des italienischen Modelabels FTL Moda mit, einem Zusammenschluss junger italienischer Designer - und präsentierte unter anderem diese extravagante Abendrobe.

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Bereits bei den ersten Schritten der jungen Australierin mit markant geschminktem Gesicht und wild aufgetürmten Haaren stand mehr als die Hälfte der 500 Zuschauer in der imposanten Vanderbilt Hall des New Yorker Hauptbahnhofs Grand Central auf, um kein Detail des Auftritts zu verpassen.

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Als Madeline Sutart mit Down-Syndrom und einem schweren Herzfehler auf die Welt kam, gaben ihr die Ärzte nur acht Jahre zu leben. 17 Jahre später beschloss die junge Frau, Model zu werden, weil sie gerne vor der Kamera posiert und sich für Mode interessiert; das war Anfang 2014.

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Stuart machte eine strenge Diät und kombinierte diese mit einem harten Fitnessprogramm aus Schwimmen, Cheerleading und Cricket. In 18 Monaten nahm die 1,50 Meter große Frau mit den langen roten Haaren 20 Kilo ab.

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Ihre Mutter Roseanne, ein ehemaliges Model, organisierte ein professionelles Fotoshooting. Es folgten Interviews und innerhalb von Monaten hatte Stuart eine halbe Million Facebook-Fans. Jetzt ist sie Profimodel. Die Mutter gilt als treibende Kraft hinter dem Erfolg - und umarmte ihre Tochter herzlich nach deren Laufstegdebüt. Sie sagte später der Presse: "Diese Chance ist für sie einzigartig. Und es ist eine fantastische Plattform, um unsere Vorstellung von Behinderung und Integration weiterzugeben."

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"Ich hoffe, durch Modeln die Einstellung der Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderungen zu verändern", steht auf ihrer Facebookseite. Stuart ist momentan sehr gefragt. Eine Handtasche trägt bereits ihren Namen, und für die Modewochen in Tokio, Mailand und New York im kommenden Jahr ist sie schon gebucht.

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Moda FTL schickte neben Stuart auch dieses Model auf den Laufsteg.

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Der Amerikanerin Shaholly Ayers fehlt von Geburt an der rechte Unterarm.

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Lief ebenfalls für Moda FTL: Rebekah Marine. Die 28-jährige Autoverkäuferin aus New Jersey ist stolz auf ihren Spitznamen "bionisches Model", eine Anspielung auf ihre Unterarm- und Handprothese. Seit ihrer Kindheit wollte die junge Frau modeln, doch alle Bewerbungen liefen bis Sonntag ins Leere. Ihr Auftritt in der Vanderbilt Hall habe sie zum "glücklichsten Menschen der Welt" gemacht, sagte Marine nach der Show, "viele Kinder halten mich jetzt für eine Superheldin."

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Immer öfter setzen Modemacher - hier im Bild das "Moda"-Designerduo Hendrik Vermeulen (links) und Jean-Daniel Meyer-Vermeulen - auf Models, die nicht der Norm entsprechen. Schon im Februar waren auf dem Catwalk in New York Models im Rollstuhl und mit Beinprothesen zu sehen gewesen. Mehreren Designern wird mittlerweile vorgeworfen, mit für das Business eher ungewöhnlichen Models Aufmerksamkeit erregen zu wollen - und die jungen Frauen für ihre Zwecke zu benutzen. Als erstes Model mit Down-Syndrom war bei der vergangenen Fashion Week in New York die 30-jährige Jamie Brewer (hier im Bild) für Carrie Hammer aufgetreten. Im Februar durfte Chantelle Brown-Young die Fashion Week eröffnen. Das Model leidet an der Hautkrankheit Vitiligo, bei der helle Flecken im Gesicht und am Körper entstehen.

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Liefen bei der ungewöhnlichen Show unter ferner liefen: die beiden Supermodels Adriana Lima (links) und Toni Garrn.

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