Fashion Week LondonDer Teufel im Detail

Starke Arme, kleine Schleifen und viele Taschen: Bei der Londoner Modewoche haben die Designer die kleinsten Dinge ganz groß gemacht, um ihr Können zu beweisen.

Von Dennis Braatz, London

Detail 1: Stoffsammlungen

Kleiner Exkurs ins Handwerk der Mode: Wenn ein Kleidungsstück aus zwei aneinander genähten Stoffen besteht, und das obere Material leichter als das untere ist, dann sieht das Kleidungsstück schnell wie ein nasser Sack aus. Klar, weil alles einfach nach unten gezogen wird. Um diesem Effekt entgegen zu wirken, braucht eine Marke in seinen Ateliers das richtige Know-How, also gute Schneider, die wissen, wie dann ein Schnitt geführt und eine Naht gesetzt werden muss. Bei Jonathan Saunders zum Beispiel scheint es dieses Know-How noch nicht zu geben, dort zerrten Wildleder-Patches und fester Cotton an Seide und Pailletten. Anders bei Burberry. Hier hielt hauchzarte Spitze (nicht ohne Grund von Deko-Paspeln durchsetzt!) Seide und Satin, die den Models bis weit über die Füße reichten. Passender Titel zur Kollektion: "Functionregalia"

Bild: Burberry 22. September 2015, 15:202015-09-22 15:20:04 © SZ.de/tamo