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Familie:Stiftung Warentest lässt beliebten Kinderwagen durchfallen

Frauen mit Kindern

Welcher Kinderwagen ist der beste? Stiftung Warentest hat jetzt zwölf Modelle getestet.

(Foto: Felix Kästle/dpa)

Schadstoffarm, sicher und praktisch soll er sein, der perfekte Kinderwagen. Gerade das erste Kriterium verhagelt nun vielen Modellen die Bewertung.

Von Kerstin Lottritz

Kaum ist die Frau schwanger, widmet sich die junge Familie ihrer wichtigsten Aufgabe: den richtigen Kinderwagen für den Nachwuchs finden. Das Kind muss ausreichend Platz darin haben, der Wagen soll praktisch und schadstoffarm sein und bestenfalls noch schick aussehen. Äußerst beliebt - wenn auch recht teuer - waren in den vergangenen Jahren die Modelle der Marke Bugaboo für etwa 1000 Euro. Ausgerechnet diese Marke fällt jetzt im Vergleich von zwölf Kinderwagen bei Stiftung Warentest durch.

Die Verlierer

Seit Oktober 2016 haben die Bugaboo-Wagen eine Besonderheit: Die Standardmodelle werden mit Tragebügel im Lederlook angeboten. Was schön aussieht, könnte den Testern zufolge aber gefährlich für Kinder sein. Der Hauptkritikpunkt: Der Griff des Bugaboo übersteigt den Grenzwert für Tris-Dichlorpropylphosphat (TDCPP), das als krebserregend gilt, um ein Vielfaches. Die Tester haben sich dabei an den strengen Grenzwerten, die für Kleinkinderspielzeug gelten, orientiert, da Kinder sich an dem Griff festhalten oder auch daran lutschen. Daher bekommt der Bugaboo nur die Note 4,6 (mangelhaft). In den anderen Kategorien schneidet er gut ab.

Ernsthafte Sicherheitsmängel haben die Tester beim Wagen Knorr-Baby für 600 Euro festgestellt. Weil der Sitz nach dem Befestigen kippen und ein nicht angeschnalltes Kind aus dem Wagen fallen oder sich die Arme quetschen könnte, wurde er mit einer 5,0 am schlechtesten bewertet.

Der Gewinner

Kindgerecht gestaltet, einfach zu handhaben und dabei sehr haltbar ist laut Stiftung Warentest der Britax Go Big für knapp 1000 Euro. Die Tester loben vor allem die gute Tragetasche und den Sitz, in dem Kinder fahren können, bis sie dreieinhalb Jahre alt sind. Unter den günstigeren Modellen schneidet der ABC Design für 600 Euro gut ab. Bei diesem werden die gute Federung und die Bremsen gelobt.

Weitere Ergebnisse

  • Kindgerechte Gestaltung: Die Warentester haben den verfügbaren Platz in der Tragetasche, Sitzkomfort, Gurtsystem, Federung, Regen- und Sonnenschutz geprüft. Nur bei drei Modellen sind die Tragetaschen lang genug, dass die Kinder für mindestens neun Monate darin bequem liegen können: Joie, Naturkind und Joolz.
  • Handhabung: Bei der Durchsicht der Gebrauchsanleitung, beim Auf- und Umbau und dem Fahrkomfort gewinnen die Modelle Britax Go Big, Joie Chrome DLX und Naturkind Varius Pro.
  • Haltbarkeit: Hier gibt es gute Nachrichten. Alle Wagen bekommen für die Strapazierfähigkeit bei Kälte und Hitze sowie die Haltbarkeit der Bremsen und Räder die Note sehr gut.
  • Sicherheit: Bei den Kriterien sicherer Stand, Kippsicherheit, Gurtsystem, mögliche Quetsch- oder Klemmgefahren und Sichtbarkeit im Dunkeln gewinnen Bugaboo Buffalo, Moon Nuova City und Osann Pepp. Nur das Modell Knorr-Baby Noxxter bekommt für die Sicherheit die Note mangelhaft.
  • Schadstoffe: Naturkind Varius Pro ist der einzige Wagen, bei dem die Warentester keine Schadstoffe in den Griffen und Stoffen gefunden haben. Hier werden möglichst natürliche Materialien verwendet - beispielsweise ist die Tragetasche mit Kokos und Schurwolle gepolstert und die Schiebegriffe sind aus Kork statt aus Kunststoff.
© SZ.de/feko

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