E-Mail-Etikette Hochachtungstoll

"Die Menschen sind sich nicht näher als vor 20 Jahren. Sie schreiben sich nur so, als wären sie es", sagt Christa Dürscheid von der Uni Zürich.

(Foto: Illustration: Sead Mujic)

E-Mails könnten so einfach sein. Wenn nur Anrede und Gruß nicht wären. Warum wir uns heute so schwer wie nie damit tun, den richtigen Ton zu treffen.

Von Christina Berndt

Sehr geehrte Leser! Puh, der Anfang wäre gemacht. Ein bisschen altbacken vielleicht, aber immerhin höflich und nicht so albern wie "Huhu" oder "Hallöchen", was ja auch alles schon vorgekommen ist. Sehr geehrte Leser also (oder liebe Leser?), ist es heute nicht ein höllischer Kraftakt, in Mails die Anrede zu formulieren? Und dann noch stilvoll zum Ende zu kommen? Mannigfaltige Möglichkeiten, es ist zum Verrücktwerden.

"Mit vorzüglicher Hochachtung"? Geht gar nicht mehr. "Mit freundlicher Empfehlung"? Hat wirklich schon bessere Zeiten gesehen. ...