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DIY-Produkte:"Für die erste Lampe habe ich anfangs 50 Euro verlangt"

Stefan Gant von GANTlights

Stefan Gant von GANTlights hat sein Hobby zum Beruf gemacht

(Foto: Stefan Gant)

Beton

Der 27-jährige Stefan Gant verkauft Lampen aus Beton mit vergoldeter, versilberter oder verkupferter Innenbeschichtung.

Warum Lampen aus Beton?

Als ich von München nach Berlin gezogen bin, war ich auf der Suche nach einer Lampe für meinen Küchentresen. Irgendwann ist mir die Idee gekommen, selbst einen Entwurf anzufertigen - ich habe schließlich Architektur studiert. Der Entwurf, vor allem aber die Umsetzung war sehr aufwendig und hat mehrere Monate gedauert. Deshalb habe ich beschlossen, gleich mehrere Lampen zu fertigen und meine Produkte bei DaWanda, später auch bei Etsy, zum Verkauf anzubieten. Für die erste Lampe habe ich anfangs 50 Euro verlangt und siehe da - nach wenigen Wochen waren alle verkauft. Danach habe ich angefangen, in Serie zu produzieren.

Vom Entwurf bis zum Warenkorb

Die Entwicklung neuer Produkte dauert mindestens ein halbes Jahr, da ich sehr viele Prototypen baue und diese immer wieder mit den Herstellern bespreche. Dazu kommen Arbeiten wie die Entwicklung einer günstigen und schönen Verpackung, einer Anleitung und die Eintragung beim Markenamt. Momentan habe ich eine Praktikantin, die mir bei vielen Sachen hilft wie zum Beispiel Layouten, Kundenkontakt und Verpacken. Allerdings brauche ich wohl bald mehr Unterstützung.

GANTlights

Rustikaler Stil: Lampen aus Beton

(Foto: Stefan Gant)

Können Sie davon leben?

Durch den Verkauf habe ich mir anfangs mein gesamtes Studium finanziert. Nach meinem Master in Architektur habe ich ein Jahr lang im Architekturbüro meines Professors gearbeitet. Irgendwann musste ich mich zwischen dem Job als angestellter Architekt und meinem Label entscheiden. Da die Gelegenheit gut war und ich von meiner kleinen Firma gut leben konnte, habe mich für die Selbständigkeit entschieden. Meine Produkte werden mittlerweile in Läden auf der ganzen Welt verkauft. Seit einem halben Jahr habe ich ein eigenes Büro in Berlin Neukölln, wo man sich die Lampen angucken kann. Die Produktion habe ich an eine Firma ausgelagert. Entwurf und Design sind noch von mir. Anfangs habe ich den Beton im Keller meiner Wohnung gegossen. Der Vermieter nimmt mir das wohl immer noch übel.

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