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Dekoration:Weihnachtliche Geschmacklosigkeit hat Tradition im Weißen Haus

The White House Previews Its Holiday Decorations

Melania Trump präsentiert ihre Version von weihnachtlicher Dekoration.

(Foto: AFP)

Die Trump'sche Weihnachtsdeko passt zum präsidialen Motto: groß, größer, great. Aber warum fröstelt Melania Trump in der eigenen Indoor-Schneelandschaft?

Stilkritik von Johanna Bruckner, New York

Seit dem Amtsantritt von Donald Trump ist die Sehnsucht nach der Vergangenheit groß. Nicht nur bei Pete Souza, dem persönlichen Fotografen von Barack Obama, der auf Instagram fast täglich Fotos des Ex-Präsidenten veröffentlicht. Die Beschreibungen sind aufs Wesentliche beschränkt, unter eines der Bilder hat Souza kürzlich schlicht geschrieben: "Bessere Tage." Tatsächlich war unter den Obamas manches besser, aber nicht alles geschmackvoller. Auch Michelle Obama setzte in Sachen Christmas Decorations auf eine fragwürdige Ästhetik. In ihrem letzten Jahr als First Lady beispielsweise ließ sie die Flure des Weißen Hauses mit Plastik-Schneemännern, nun ja, schmücken.

Eine gewisse Geschmacklosigkeit hat zu Weihnachten also Tradition im Amtssitz des amerikanischen Präsidenten. Und so schwer sich die Trumps mit anderen politischen Gepflogenheiten tun, in diesem Fall gilt: It comes natural to them. In einem einminütigen Video präsentierte die neue Hausherrin Melania Trump Anfang der Woche ihre Vision eines Winter Wonderland.

Darin gibt es Dutzende raumhohe Tannen, auf denen zentimeterdicker Plastikschnee liegt. Von den Spitzen der Äste tropfen Kristalle. Außerdem wurden mehrere Hundert Meter Lichterketten verlegt. Das Ganze ist in etwa so heimelig wie die Kulisse für ein Werbevideo des Glasnippes-Herstellers Swarovski. Aber darum geht es hier ja auch nicht. Die weiß-silberne Herrlichkeit ist im Trump'schen Corporate Design gehalten: groß, größer, great. Warum in Bäumen denken, wenn man Wälder dekorieren kann? Die First Lady selbst ist so geblendet, dass sie sicherheitshalber mit einer Sonnenbrille in der Hand durch die glitzernden Hallen läuft.

Melania Trump wirkt wie eine Statistin im eigenen PR-Video

Für den Wahlplebs gibt es außerdem patriotischen Christbaumschmuck (mit dem Wappenspruch der USA: "E Pluribus Unum" - Aus vielen eines), eine handgefertigte Krippe und mit buntem Zuckerguss verzierte Plätzchen. Die hat die First Lady nicht selbst gebacken, aber sie hat, das suggerierte der Clip, an anderer Stelle Hand angelegt. Hat Schleifen in Form gezupft und sich über Dekorationsskizzen gebeugt. Die Botschaft ist klar: Melania ist der kreative Kopf hinter dem Kitschspektakel - Ownership, eine wichtige Vokabel im Haus des selbsternannten Selfmade-Unternehmers Trump, der jahrelang im Fernsehen Karrieristen castete.

Stellenweise wirkt die First Lady dann aber doch eher wie eine Statistin im eigenen PR-Video. Scheinbar fröstelnd steht Melania Trump in der Indoor-Schneelandschaft. Mal trägt sie einen dicken Wollpullover, mal einen Mantel um die Schultern. Über die Gründe kann nur spekuliert werden: Geht der Präsident mit gutem Beispiel voran und lässt im Weißen Haus energiesparend heizen? Eher unwahrscheinlich, an die Spitze der Umweltbehörde hat Trump mit Scott Pruitt einen Mann gesetzt, der den Klimawandel für Humbug hält.

Oder lässt die emotionale Kälte im Weißen selbst die Eiskönigin erschauern? Genauso unwahrscheinlich, aber man kann immer auf ein Wunder hoffen - zumal zu Weihnachten.

© SZ.de/feko/dd
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