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Stilkritik:CR7 hat die Haare neu

An den Haaren herbeigezogen: die neue Frisur von Cristiano Ronaldo.

(Foto: Marco Bertorello/AFP)

Cristiano Ronaldo trägt jetzt einen Mini-Pferdeschwanz am Hinterkopf. War der Fußballer früher stilprägend, so hat er bei der neuen Frisur nur billig abgekupfert.

Vielleicht geht hier jetzt wirklich eine Ära zu Ende. Fußballerisch mag Cristiano Ronaldo immer noch auf der Höhe sein, gerade erst hat der 34-Jährige für Juventus Turin den nächsten Hattrick geschossen, den 56. seiner Karriere, drei mehr als Erzrivale Messi. Aber stilistisch fängt seine Performance an, Sorgen zu bereiten. CR7 hat nämlich eine neue Frisur.

Das ist nie nur eine Randnotiz, sondern hat auch über den Fußball hinaus weitreichende Auswirkungen. Friseure müssen sich eilig die neue Schnitt- und Färbetechnik für den Kundenwunsch "Einmal Ronaldo, bitte!" aneignen, während Eltern auf der ganzen Welt versuchen, ihren Kindern ins Gewissen zu reden, doch bitte, bitte ihren eigenen Kopf zu behalten. Abgesehen von David Beckham war kaum ein Fußballer je so stilprägend wie der Portugiese. Undercut, reingefräste Linie als Scheitel, einrasierte Blitze - geht alles auf seine Kappe, wurde alles millionenfach kopiert.

Das Problem mit der neuen Frisur, einem Mini-Pferdeschwanz am Hinterkopf, in Fachkreisen Top-Knot oder Man-Bun genannt: Sie sieht zum ersten Mal selbst wie eine Kopie aus. Liverpools Firmino und Zlatan Ibrahimovic trugen ihn schon vor Jahren, vor allem Ronaldos ehemaliger Madrid-Teamkollege Gareth Bale läuft stets mit Top-Knot auf, sitzt aber vor allem auf der Bank. Auf Twitter waren sich Fans und Gegner deshalb zum ersten Mal einig, dass der Waliser vielleicht nur ein mittelgutes Vorbild sei. Hinzukommt, dass Ronaldos Zopf nur ein Zöpfchen ist, sprichwörtlich an den Haaren herbeigezogen, wie dieses Büschel mit Schleifchen bei Yorkshire-Terriern.

Unbeirrbare Fans können jetzt nur hoffen, dass selbst Kältekammer-Gestählte wie Ronaldo manchmal so irdische Dinge wie Übergangsfrisuren durchmachen müssen und danach vielleicht doch noch eine Eigenkreation dabei herauskommt. Oder dass wenigstens die Kopfballstärke des Stürmers nicht darunter leidet. Sonst prägt CR7 am Ende doch noch eine neue Kategorie: den Flop-Knot.

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