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Chinesischer Trend zum Facekini:Maskenball

Bikini, Mankini, Facekini - so heißt ein neuer Bekleidungstrend in China, der dank Internet weltweit erstaunte Blicke auf sich zieht. Die Bademode fürs Gesicht hat jedoch nichts mit Bankräubern oder russischem Politpunk zu tun, sondern mit der gesunden Angst vor der Sonne.

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Bikini, Mankini, Facekini - so heißt ein neuer Bekleidungstrend in China, der dank Internet weltweit erstaunte Blicke auf sich zieht. Die Bademode fürs Gesicht hat jedoch nichts mit Bankräubern oder russischem Politpunk zu tun, sondern mit der gesunden Angst vor der Sonne.

Der Brite Sacha Baron Cohen machte als Borat einst den Mankini salonfähig, die "Badehose gone Hosenträger" für den Mann. Der ist, ebenso wie seine Entsprechungen in der Damenbademode - der Mikrokini (ein klitzekleiner Bikini) oder der Monokini (Bikini ohne Bikini-Top) - eher durch die Abwesenheit von Stoff gekennzeichnet. Dieses jüngst an chinesischen Stränden gesichtete und kurzerhand Facekini genannte Kleidungsstück dagegen ...

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... erinnert - wenn überhaupt - an eine Mischung aus Pussy-Riot-Protesthaube und Burkini. So wird die Bademode für muslimische Strandgäste genannt, die Arme und Beine bedeckt und meist über eine integrierte Kopfbedeckung verfügt. Dass etymologisch all diese Dinge wenig Sinn machen und mit Bikini ungefähr so viel zu tun haben wie Ruby-, Romney- oder Panda- mit Watergate, sei mal dahingestellt. Aber wofür sind die Facekinis an sich eigentlich gedacht?

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Religiöse Gründe dafür gibt es nicht. Und auch - dem Tarnfleck zum Trotz - der Wunsch, am Strand unerkannt zu bleiben, spielt wenn überhaupt eine untergeordnete Rolle. Schließlich ist der Strand von Qingdao im Nordosten der Volksrepublik an heißen Sommertagen ohnehin so überlaufen, dass Anonymität kein Problem ist.

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Es ist auch keine überzogene chinesische Version der Badekappenpflicht aus deutschen Hallenbädern, die die Häupter der Badegäste unter Masken quetscht. Nein, es ist die durchaus lebensverlängernde Furcht vor der Sonne. Während hierzulande viele Menschen mit der Selbstverleugnung eines Kettenrauchers in der Sonne schmoren, um auszusehen wie ein Beachboy oder ein Beachbabe ...

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... gilt in weiten Teilen Asiens noch das Schönheitsideal, dem man in der Renaissance auf in Mitteleuropa nacheiferte - hell ist chic. Besonders praktisch am Facekini: Er schützt nicht nur vor Bräune und Hautkrebs, sondern auch vor Insektenbissen und bei unangenehmen Begegnungen mit Quallen.

© Süddeutsche.de/leja/mkoh

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