„Ja, Krefeld heute mal international“, sagt Direktorin Katia Baudin stolz zu Beginn der improvisierten kleinen Pressekonferenz in der Cafeteria des Kunstmuseums Krefeld und entschuldigt sich dann vor Journalisten aus ganz Europa, dass sie auf Englisch fortfährt und nicht auf Französisch. Letzteres wäre durchaus angemessen, denn erstens geht es in dieser Ausstellung um eine große Pariserin und zweitens sitzt die Tochter von Charlotte Perriand an diesem Tag tatsächlich neben der Direktorin. Die Anwesenheit von Pernette Perriand-Barsac und ihres Partners Jacques Barsac, der gleichzeitig einer der besten Kenner des Werks von Charlotte Perriand ist, ist ein Glücksfall. Durch die beiden Ehrengäste wird an diesem Tag vor Eröffnung der großen Werkschau das Wesen und Leben der vielschichtigen Designerin und Weltbürgerin Perriand besonders greifbar. Denn auch wenn Madame Perriand-Barsac beim folgenden Rundgang durch die diversen Ausstellungsorte in Krefeld Fragen nach ihrer Mutter nur leise und sehr schnell auf Französisch beantwortet, erzählt doch jede persönliche Erinnerung und jede Anekdote von einer außerordentlichen Frau, die in ihrer langen Lebenszeit von 1903 bis 1999 und mit 70 Schaffensjahren das 20. Jahrhundert entscheidend mitgestaltete.
Design: Charlotte PerriandDie Gestalterin des Jahrhunderts
Lesezeit: 7 Min.

Sie verhalf Le Corbusier zum Erfolg, brachte japanische Ästhetik nach Europa und die Franzosen zum Skifahren: Endlich würdigt eine große Ausstellung das Lebenswerk von Charlotte Perriand.
Von Max Scharnigg

Design:Der Mann, der den Deutschen das schöne Wohnen beibrachte
Kein Magazin hat die Lebensgewohnheiten der Deutschen so geprägt wie „Schöner Wohnen“. Fast 20 Jahre war der Architekt Josef Kremerskothen Chefredakteur des Hefts. Ein Gespräch mit dem 100-Jährigen über Wohnen auf kleinstem Raum, den Traum vom Einfamilienhaus und wie das Land Stil und guten Geschmack kennengelernt hat.
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