RechtskolumneDarf man im Garten einen Brunnen bohren?

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Das Wasser aus dem Brunnen im eigenen Garten kann man auch in ein Naturschwimmbad einspeisen. Allerdings sollte man in dem Fall die Wasserqualität überprüfen.
Das Wasser aus dem Brunnen im eigenen Garten kann man auch in ein Naturschwimmbad einspeisen. Allerdings sollte man in dem Fall die Wasserqualität überprüfen. Manfred Ruckszio/Imago
  • Private Gartenbrunnen sind in Deutschland erlaubt, müssen aber spätestens einen Monat vor Beginn der Arbeiten bei der Kreisverwaltungsbehörde angezeigt werden.
  • Grundwasser aus privaten Brunnen darf nicht in die Trinkwasserleitungen eingespeist werden. Es kann sinnvoll sein, es auf Schadstoffe wie Nitrat, Pestizide oder Bakterien untersuchen zu lassen.
  • Ein Gartenbrunnen kann sich bei großen Gärten und hohen Wasserpreisen nach einigen Jahren amortisieren, bei kleinen Rasenflächen lohnt sich die Investition oft nicht.
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Das Grundwasser gehört der Allgemeinheit. Wäre Wasser für den Garten ein paar Meter unter dem Rasen also möglicherweise gratis zu bekommen? Und darf man es für einen privaten Brunnen anzapfen?

Je tiefer man bohren muss, desto kostspieliger wird das Projekt

Um es kurz zu machen: Ja, das darf man, und dafür ist nach Angaben einer Sprecherin des bayerischen Umweltministeriums auch keine behördliche Erlaubnis erforderlich, sofern keine nachteiligen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt zu befürchten sind, beispielsweise in einem Wasserschutzgebiet. Einfach losbohren kann man jedoch nicht: Die Errichtung eines Brunnens ist, so die Ministeriumssprecherin, „spätestens einen Monat vor Beginn der Arbeiten bei der Kreisverwaltungsbehörde anzuzeigen“, so sieht es das Wasserhaushaltsgesetz vor.

Vorher sollte man sich allerdings die Frage stellen, ob sich der Aufwand lohnt. Wie weit man bohren muss, um auf Wasser zu stoßen, unterscheidet sich von Region zu Region stark. Und jeder Meter, den es in den Boden geht, kostet. Ein einfacher Rammbrunnen für Grundwasser, das nahe der Oberfläche fließt, lässt sich für wenige Hundert Euro erstellen. Muss man tief hinunter in die Erde, kommt man schnell auf mehrere Tausend Euro. In Bayern kann man die Grundwasserstände im Informationssystem des Landesamts für Umwelt abrufen.

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Im laufenden Betrieb fallen außerdem Stromkosten für die Pumpe an. In Städten und Gemeinden mit hohen Wasserpreisen kann sich bei einem großen Garten ein Brunnen nach einigen Jahren amortisieren. Wer gelegentlich einen kleinen Rasen bewässert, wird die Investition wohl nicht wieder hereinbekommen. Die bessere Alternative: Regenwasser auffangen – was natürlich auch mit Gartenbrunnen sinnvoll bleibt.

Hilfreich bei der Entscheidungsfindung kann das Gespräch mit Nachbarn sein, die schon einen Gartenbrunnen betreiben: Läuft es dort gut mit dem Wasser, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass unter dem eigenen Garten ähnliche Bedingungen herrschen. Der sogenannte Wassercent, der mittlerweile in den meisten Bundesländern für die Entnahme von Grundwasser erhoben wird, ist für Gartenbrunnen in der Regel nicht relevant, weil die Wassermenge unterhalb der Freigrenzen bleibt.

Grundwasser aus einem privaten Brunnen ist kein Trinkwasser im Sinne der Trinkwasserverordnung. Das bedeutet nicht zwingend, dass es nicht trinkbar wäre – aber es wird nicht kontrolliert. Und es darf deshalb auf keinen Fall in die Trinkwasserleitungen im Haus eingespeist werden. Interessant ist die Wasserqualität aber auch, wenn mit dem Grundwasser nur der Garten gegossen wird. Und erst recht, wenn man es im Pool oder via Außendusche an seinen Körper lässt: Grundwasser kann Nitrat und Pestizide aus der Landwirtschaft enthalten, ebenso Schwermetalle oder Bakterien. Brunnenwasser-Untersuchungen bietet beispielsweise der gemeinnützige Verein VSR-Gewässerschutz an.

Ein Brunnen kann dazu beitragen, Trinkwasser zu sparen

Grundwasser ist nicht unendlich verfügbar. In einigen Regionen in Deutschland ist der Pegel in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Sollte man es vor diesem Hintergrund überhaupt für den nun wirklich nicht überlebenswichtigen grünen Rasen nutzen? Nachdem Wasser aus Gartenbrunnen „in der Regel in geringen Mengen“ entnommen werde, sieht man beim bayerischen Umweltministerium keinen Anlass zu Bedenken: „Die Nutzung von gesammeltem Regenwasser und auch von Brunnenwasser zur Gartenbewässerung kann dazu beitragen, wertvolleres Trinkwasser zu sparen“, so die Sprecherin.

Auch Naturschutzverbände plädieren nicht dafür, ganz aufs Gießen zu verzichten. Entscheidend ist, wie man wässert. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) empfiehlt, nach Möglichkeit morgens oder abends zu gießen und die Erde lieber gründlich im Wurzelbereich zu durchfeuchten, als großflächig zu beregnen. Mulch verhindert, dass der Boden austrocknet. Hilfreich für den Wasserhaushalt ist außerdem, wenn der Garten so wenig wie möglich mit Betonplatten und Pflastersteinen versiegelt wird, damit Regen- und Gießwasser versickern können – und wieder zu Grundwasser werden.

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Die Autorin lässt ihren Garten manchmal im Regen stehen – in jeder Hinsicht. Bernd Schifferdecker (Illustration)
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