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Promis auf der Berlinale:Keine Zeit zum Grinsen

Die Stardichte auf der Berlinale war schon mal größer. Einige ließen sich aber doch blicken - und nicht alle wollten nur freundlich lächeln.

Von Ruth Schneeberger, Berlin

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69. Berlinale - 'Who do you think I am'

Quelle: dpa

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Eisfarbenes Kleid zum eisigen Wind: Die französische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin ("Der englische Patient") Juliette Binoche, 54, tänzelt hier nicht nur über den roten Teppich, um die Berlinale zu eröffnen oder für ihre drei neuen Filme zu werben. Sie ist in diesem Jahr auch noch Jury-Präsidentin und hatte als solche ein entscheidendes Wörtchen mitzureden darüber, wer am Samstagabend einen Goldenen Bären erhielt. Hut ab!

Berlinale 2019

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Eine noch größere Grande Dame des französischen Kinos schneite ebenfalls vorbei, um im stolzen Alter von 75 Lenzen mal eben einen neuen Film vorzustellen: Catherine Deneuve spielt in "L'adieu à la nuit" die Großmutter eines Jungen, der zum Islam konvertiert ist. Passend zum Thema, sparte sie sich diesmal das Lächeln. Stattdessen wurde sie politisch und gab dem Wahlvolk weltweit den Rat, sich gegen allzu populistische Politiker zur Wehr zu setzen: "Sie sollten die Regierung wechseln."

'Vice' Premiere - 69th Berlinale International Film Festival

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Sehr ernst nimmt auch Christian Bale seine Rollen - er nimmt dafür ständig in erheblichem Umfang zu oder ab. Für den Film, den er nun auf der Berlinale vorstellt, hat er 20 Kilogramm zugelegt: In "Vice - der zweite Mann" spielt er den ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney und man munkelt schon, er könne für die Polit-Satire seinen zweiten Oscar nach Hause tragen. Der 45-jährige US-Brite ("American Psycho") sagte auf die Frage, ob er mit ein wenig Farbe im Gesicht auch Donald Trump spielen würde: "Unter keinen Umständen, das will ich mir nicht einmal vorstellen müssen." Und er bewies weitere Schlagfertigkeit bei der Frage nach seinen ständigen Gewichtsschwankungen und was seine Frau dazu sage: "Sie liebt es, sie sieht dann schmaler aus." Inzwischen ist aber auch Bale schon wieder deutlich erschlankt. Und sieht Dick Cheney kein bisschen mehr ähnlich.

BESTPIX - 'The Souvenir' Photocall - 69th Berlinale International Film Festival

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Kaum zu fassen ist auch immer wieder die chamäleonhafte Tilda Swinton. Die schottische Oscar-Preisträgerin wirkt mit 58 Jahren noch so zart und ätherisch wie ein Fabelwesen - im Gegensatz zu ihrer Tochter Honor Byrne, die in Berlin rustikal in Jeans und Wollpulli auftrat. Indizien dafür, dass es sich bei den beiden trotzdem um ein Mutter-Tochter-Gespann handelt: Beide trugen die gleichen goldenen Schnürstiefel. Beide tauschten intensive Zärtlichkeiten vor der Kamera aus. Und beide spielen im selben Film mit, den sie hier vorstellten: In dem Drama "The Souvenir" verliebt sich eine Filmstudentin (Honor) in einen Drogenabhängigen.

Mastercard At The 69th Berlin International Film Festival

Quelle: Getty Images for Mastercard

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Dass sie einmal so weit oben in der Liga der Hollywood-Schauspielerinnen mitspielen würde, hätte anfangs kaum jemand erwartet: Diane Kruger, vor 42 Jahren im niedersächsischen Algermissen als Diane Heidkrüger geboren, arbeitete zunächst als Model in Paris und nahm dann Schauspielunterricht. Einem größeren Publikum wurde sie 2004 als schöne Helena in "Troja" bekannt, doch sie blieb in vielen Filmen eher blass. Das hat sich geändert. Regisseur Fatih Akin wurde auch dank ihr als Hauptdarstellerin für seinen Film "Aus dem Nichts" im vergangenen Jahr mit Preisen überhäuft. Nun stellt sie in Berlin "Die Agentin" vor. Auf dem roten Teppich erschien sie, wie immer, wie aus dem Ei gepellt. Gelernt ist gelernt. Doch in dem Spionage-Thriller spielt sie eine Frau, die sich die Hände dreckig macht. Das scheint ihr neues Erfolgsgeheimnis zu sein.

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Quelle: AFP

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Kleiner Mann ganz groß: An ihrer Seite spielt Schauspieler Martin Freeman den Vorgesetzten der "Agentin". Der Zuschauer kennt den 47-jährigen Briten als biederen Widerpart des durchgeknallten Benedict Cumberbatch alias Sherlock Holmes aus der gleichnamigen Serie. Auch in seinem neuen Film muss er wieder für Ausgleich sorgen, wo andere durchdrehen. Die Rolle seines Lebens.

'Vice' Premiere - 69th Berlinale International Film Festival

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Gesucht und gefunden haben sich auch diese beiden: Schauspielerin Heike Makatsch kuschelt sich im Kino bei einem ihrer seltenen gemeinsamen Auftritte an ihren Kollegen und Lebensgefährten Trystan Pütter. Der 38-Jährige ("Kudamm 56") und die 47-Jährige ("Männerpension") kennen sich schon von den gemeinsamen Dreharbeiten zu "Hilde" (2009). In dem Film spielte Makatsch die Hauptrolle (Hildegard Knef). Ein Paar sind die beiden aber erst seit zwei Jahren.

'The Kindness Of Strangers' Premiere - 69th Berlinale International Film Festival

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Und obwohl Makatsch (hier rechts) zu den ausdrucksstärkeren Typen unter den deutschen Schauspielerinnen zählt, ist sie inzwischen eher bekannt für ihre Schönheit als für schauspielerisches Können - also genau umgekehrt als bei Kollegin Kruger. Im Bild posiert sie mit den Kolleginnen Iris Berben und Andie MacDowell, die allesamt für einen Kosmetikkonzern werben. Immerhin aber im fortgeschrittenen Alter - MacDowell ist 60, Berben 68 Jahre alt.

69. Berlinale - Pantaparty

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Noch ein Paar, das auf der Berlinale von sich reden macht: Die Schauspiel-Kollegen Ruby O. Fee, 23, und Matthias Schweighöfer, 37, haben auf einer Party am Rande ihre frisch veröffentlichte Beziehung mit einem Kuss besiegelt. Drumherum gibt es sehr viele Fotos davon, wie Fee solo auf einer anderen Party auftaucht, auf der auch Schweighöfer zu Gast ist, die beiden aber so tun, als hätten sie nichts miteinander zu tun. Muss Liebe schön sein.

69. Berlinale - Director's Cut und Movie meets Media

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Apropos Partys: "Movie meets Media" ist alljährlich eine wichtige Adresse zum Austausch von Begehrlichkeiten dies- und jenseits der Filmwelt, diesmal traf sich die kunstseidene Gesellschaft im edlen Adlon Kempinski am Brandenburger Tor. Im Bild die Schauspielerinnen Nina Gnädig (li.) und Wolke Hegenbarth, die wie andere Jungschauspielerinnen hungrig den Worten der Diskutanten eines Podiums namens "Director's Cut" lauschten, wo Filmschaffende sich über die neuesten Castingmöglichkeiten austauschten. In Zeiten von #MeToo ein spannendes Thema. Eine Lösung lautet: E-Casting. Schauspieler müssen nicht mehr persönlich zum Vorsprechen erscheinen, sondern schicken ein Video mit ihren Fähigkeiten. Das spart auch Zeit.

'The Kindness Of Strangers' Premiere - 69th Berlinale International Film Festival

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Er ist aktuell so etwas wie das Berlinale-Maskottchen. Auf dieser Party und auf einer weiteren ("Bunte Festival Night" in der Gendarmerie) sorgte Lars Eidinger für Stimmung, beide Male gehüllt in dasselbe glitzernde Damenjackett. Eidinger ist zwar Schauspieler, ein guter zumal, legt aber immer öfter auch Platten auf, damit seine Kollegen dazu tanzen können. Von diesen DJ-Sessions veröffentlicht der 43-Jährige Kurzvideos auf seinem Instagram-Account - gerne auch ohne dass die ausgelassen Tanzenden davon wissen. Ein Spaßmacher, dieser Eidinger, und mit seinem spitzbübischen Grinsen schreitet er nonchalant neben Topmodel Toni Garrn über den roten Teppich.

69. Berlinale - ARD 'Blue Hour'

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Noch eine Party, auf der sich die Sternchen tummeln: Die "Blue Hour" der ARD findet traditionell im pittoresken Museum für Kommunikation statt. Und Kommunikation ist hier auch das Gebot der blauen Stunde: Zu Champagner in rauen Mengen und hauchfein angebackenem Lachs treffen sich Produzenten und Schauspieler tatsächlich zum geselligen Austausch - weniger, um grinsend auf roten Teppichen fotografiert zu werden. Nirgendwo ist die Dichte der Tatort-Kommissare größer als an diesem Ort, zu dieser Stunde.

'Grace A Dieu' Premiere - 69th Berlinale International Film Festival

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Noch ein gern gesehener Gast auf dem roten Teppich: Lena Meyer-Landrut, die aktuell wieder einmal "zu sich selbst gefunden" hat, wie sie im Interview mit RTL verriet. Die 27-jährige Sängerin sei eine Zeit lang "nicht mehr auf irgendwelche Events gegangen, habe Social Media kurzzeitig heruntergefahren, habe das Land verlassen. Kein Schnickschnack, keine Fashion, kein Beauty." Und dann hat sie sich von ihrem Freund Max getrennt, mit dem sie acht Jahre lang liiert war. Nun schwebt sie wieder elfengleich durch die Öffentlichkeit, bringt demnächst ein neues Album raus und geht auf Tournee.

'It Could Have Been Worse  Mario Adorf' Press Conference - 69th Berlinale International Film Festival

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Auch Mario Adorf, 88, hat innegehalten. Herausgekommen ist ein Film über sein Leben mit dem Titel "Es hätte schlimmer sein können", der auf der Berlinale läuft. So kann man es auch ausdrücken, wenn man als nichteheliches Kind in die Eifel hineingeboren wird und über ein abgebrochenes Studium und eine Rolle als psychopathischer Frauenmörder zum Dieter-Wedel-Liebling und schließlich zum Grandseigneur des deutschen Films avanciert.

'The Golden Glove' Premiere - 69th Berlinale International Film Festival

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Eröffnet wurde die Berlinale diesmal mit einem Horror-Thriller: Fatik Akin (rechts) hat für "Der Goldene Handschuh" den 23-jährigen Schauspieler Jonas Dassler (links) für die Hauptrolle verpflichtet, der den Hamburger Frauenmörder Fritz Honka aus den 70er Jahren spielt. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Heinz Strunk. Richtig übel geht es da zu, und der 45-jährige Regisseur empfiehlt vor allem Männern den Gang ins Kino: "Ich glaube, indem ich Männern wirklich zeige, wie traurig, wie gemein und wie hässlich Gewalt gegen Frauen ist, bringe ich sie zum Nachdenken."

Dieter Kosslick Portraits - 69th Berlinale International Film Festival

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Zeit zum Nachdenken hat nun auch Dieter Kosslick. Die 69. Berlinale ist die letzte unter seiner Federführung, der Direktor nimmt nach 18 Jahren seinen Hut. Künftig wird es eine Doppelspitze geben. Bei seiner Verabschiedung von der Prominenz am Dienstagabend sagte Regisseur Wim Wenders: "Ich freue mich für ihn, dass er nicht zu spät geht und nicht zu früh geht, sondern jetzt 'mitten im Saft' etwas anderes macht." In den Augen des 73-jährigen Wenders ist Kosslick offenbar noch ein Jungspund: Der Mann im besten Alter wird im Mai 71.

© SZ.de/rus/pvn/mane

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