Berlin Fashion Week:Lernen vom Fashion-Week-Publikum

Bomberjacke trifft Bommel-Flipflop: Sieben Looks und ein paar schräge Gepflogenheiten, die man sich von den Zuschauern in der ersten Reihe abschauen kann.

Von Felicitas Kock, Berlin

Von den Herrschaften in den ersten Reihen einer Modenschau lässt sich einiges lernen. Wie man jemand anderen so begrüßt, dass mindestens 200 Leute es mitbekommen, zum Beispiel - "Aaah, du auch hier? Ganz toll, Bussi, Bussi" - obwohl man sich erst bei einer anderen Show zwei Stunden vorher gesehen hat. Wie man bei einer Outdoor-Show in praller Sonne trotz 30 Minuten Wartezeit nicht sichtbar schwitzt. Oder, ganz großes Kino: Wie man so tut, als wäre man über so profane Dinge wie Goodie-Bags erhaben, nur um sich am Ende doch wieder zwei Tütchen mit Billig-Nagellack und ayurvedischem Tee unter den manikürten Nagel zu reißen.

Doch natürlich wäre die Fashion Week nicht die Fashion Week, wenn man von ihrem Publikum nicht auch einiges über die aktuelle Mode lernen könnte. Hier sieben Looks, die Ihnen die Besetzung der ersten Reihe für die Sommermonate empfehlen würde:

Slipdress: am liebsten mit Baumwoll-Shirt

Bei jeder Fashion Week gibt es mindestens ein Teil, das die Trägerin als ultimativ cool und in Modefragen bewandert auszeichnet. In diesem Sommer ist es ein langes, dünnes Kleidchen mit Spaghettiträgern, im Idealfall über einem weißen Baumwoll-Shirt. Heike Makatsch trug es am Dienstag, zwei große Brünette am Mittwoch und die Mitarbeiterinnen der PR-Agentur Prag die ganze Woche. Den Style dürften manche noch aus den Neunzigern kennen. Er folgt einer ähnlichen Idee wie Leggins zu kurzen Röcken: Sexiness wird vorgetäuscht, dann aber durch ein einhüllendes Moment wieder zerstört. Und was ist das Gegenteil von aufgebrezelt? Eben: cool. Auch wenn der Vergleich mit den Leggins an dieser Stelle hinkt. Die gehen nämlich, um das an dieser Stelle mal zu betonen, GAR NICHT MEHR!

Marina Hoermanseder Defilee - Der Berliner Mode Salon Spring/Summer 2017

Auffallen mit Farbe: Ein Statementrock aus der Kollektion von Marina Hoermanseder.

(Foto: Getty Images for DER BERLINER MO)

Statementrock: auffälliges Untenrum

Wem das Slipdress zu Neunziger ist, der könnte es mit einem Statement-Rock in Midi-Länge versuchen. Die Front Row bei Designerinnen wie Malaika Raiss und Marina Hoermanseder glich einer Blumenwiese, so bunt präsentierte sich die Klientel der ersten Reihe. Es muss aber nicht immer die Farbe sein, die knallt, manchmal tut es auch ein tolles Muster oder auffälliges Material. Der Schnitt bleibt dabei am besten klassisch, der Bund sitzt in der Taille, der Saum reicht bis zur Wadenmitte. Stellen Sie sich einfach vor, Sie gingen zu einer gehobenen Gartenparty. Dazu passt das allgegenwärtige T-Shirt, ein Body oder - noch besser, weil eleganter, weltfräuischer und das einzig Richtige für den großen Auftritt - eine gut sitzende Bluse.

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