Haben & Sein:Ausgezeichnet

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Haben & Sein: Nach Sport- und Yogakleidung wird Lyocell für Sommer-Shirts (hier bei Asket) entdeckt.

Nach Sport- und Yogakleidung wird Lyocell für Sommer-Shirts (hier bei Asket) entdeckt.

(Foto: Hersteller)

Der Eames-Preis geht an eine Uhr aus Deutschland, Asket entwirft nachhaltige Sommershirts, und Freitag fertigt die Lkw-Planen für ihre Recycling-Taschen jetzt selbst. Die Stilnews der Woche.

Von Kathrin Hollmer, Tanja Rest, Julia Rothhaas und Max Scharnigg

Lyocell ist eine Textilfaser, die gerade im Sommer noch mehr Aufmerksamkeit verdient. Darauf weist nun das schwedische Pionier-Label Asket hin, das mit seinem ewigen Sortiment für qualitativ hochwertige Basics und der transparenten Produktion weltweit bekannt geworden ist. Das Material Lyocell wird in Österreich aus Cellulose hergestellt, hat im Vergleich mit ähnlichen Fasern einen extrem nachhaltigen Produktionsweg und ist am Ende seines Produktlebens auch biologisch gut abbaubar. Vor allem aber sind die Trageeigenschaften überzeugend. Stoff aus Lyocell fällt seidig weich und neigt nicht zum Knittern, hat einen kühlen Griff und kann sehr gut Feuchtigkeit absorbieren, deshalb kommt es oft bei Sport- oder Yogakleidung zum Einsatz. Eigentlich aber auch genau die richtigen Eigenschaften für das ideale Sommer-T-Shirt, dachte man wohl bei Asket, und nahm nach etlichen Tests Lyocell-T-Shirts und Blusen in die akribisch gepflegte Dauerkollektion für Damen auf - eine echte Auszeichnung, denn nur was sich in Sachen Nachhaltigkeit, Passform und Langlebigkeit bewährt, bekommt bei den Schweden einen festen Platz (asket.com).

Haben & Sein: Die Schweizer Firma Freitag entwickelt die Lkw-Planen, aus denen sie Taschen fertigt, nun selbst.

Die Schweizer Firma Freitag entwickelt die Lkw-Planen, aus denen sie Taschen fertigt, nun selbst.

(Foto: Hersteller)

Das Schweizer Label Freitag ist bisher bekannt für seine Messenger-Bag- und Rucksack-Unikate, die aus alten Lkw-Planen gefertigt werden. Die beiden Grafikdesigner Markus und Daniel Freitag kamen 1993 auf die Idee, als sie eine praktische, wasserabweisende und robuste Tasche für ihre Entwürfe suchten - den Rest erledigte der Straßenlärm vor ihrer Tür in Zürich. Inzwischen macht Freitag aus gebrauchten Planen auch Geldbörsen, Kosmetikbeutel und Bauchtaschen. Nun will das Unternehmen schon früher ansetzen und seine Recycling-Ware selbst produzieren. In Zusammenarbeit mit Material- und Kreislauf-Experten entwickelt Freitag Prototypen, die nicht nur als Tasche recycelt werden können, sondern sich auch danach wieder in ihre Grundstoffe zerlegen lassen und damit endlos oft wiederverwendbar sind. Statt irgendwann im Müll zu landen, kann daraus immer wieder etwas Neues entstehen. Wie die Recycling-Taschen soll auch die Plane bereits aus einem robusten Gewebe mit wasser- und schmutzabweisender Beschichtung bestehen. Weil es an Lkw-Planen natürlich höhere Sicherheitsanforderungen gibt als an Taschen, laufen derzeit verschiedene Teilprojekte in unterschiedlichen Entwicklungsstadien: darunter zum Beispiel eine Plane aus nachwachsenden Rohstoffen oder aus PET, die am Ende des Lebenszyklus ohne Trennung von Gewebe und Beschichtung einfach recycelt werden kann. Den Kreislaufgedanken verfolgt Freitag bereits mit der Kleiderlinie F-ABRIC, bei der alle Kleidungsstücke samt Label und Hemdknöpfen vollständig biologisch abbaubar sind (freitag.ch).

Haben & Sein: Zusammen für mehr Diversität in der Mode: das Kollektiv Madwomen und Reebok.

Zusammen für mehr Diversität in der Mode: das Kollektiv Madwomen und Reebok.

(Foto: Hersteller)

Es gibt viele Gründe, als Frau verrückt werden zu wollen. Nur tatsächlich verrückt werden? Das darf man natürlich trotzdem nicht. Laut hingegen durchaus: Das etwa gelingt dem Kollektiv Madwomen äußerst gut, die Berliner Agentur setzt auf Diversität und anstatt dies nur zu fordern, lebt sie es auch. So setzt sie zum Beispiel auf Models, die immer noch zu selten in Werbung und Mode zu sehen sind. Herausgekommen sind Projekte mit Dickies, Adidas, Ugg - und nun bereits zum zweiten Mal mit Reebok. Für die Kollektion "Reebok x Madwomen" ist eine neue Version der Classic Leathers entstanden, in Blau und Lila, mit einer halbtransparenten Außensohle und reflektierenden Logos der beiden Firmen an der Ferse. Präsentiert wird der Sneaker von Mitgliedern des Kollektivs. Erhältlich ist der Schuh in Damen- und Unisex-Größen in ausgewählten Shops (reebok.de).

Haben & Sein: Ausgezeichnet mit dem renommierten Eames-Preis 2022: die "Metro neomatik 41 Update" von Nomos Glashütte.

Ausgezeichnet mit dem renommierten Eames-Preis 2022: die "Metro neomatik 41 Update" von Nomos Glashütte.

(Foto: Hersteller)

Teure Armbanduhren gibt es wie Sand am Meer, und was die Zahl der Design-Preise angeht, da hat man längst den Überblick verloren. Der Good Design Award von Charles und Ray Eames - dafür bürgt allein schon der ikonische Name - ragt aus der Fülle der Preise heraus, gekürt wird "das führende und beste zeitgenössische Design, das weltweit produziert wird". Bekommen hat ihn nun eine Uhr aus Deutschland: Die "Metro neomatik 41 Update" von Nomos Glashütte ist auf den ersten Blick nüchtern-sachlich, ihr Zauber entfaltet sich in Details wie der Datumsanzeige, die um das Werk herumgelegt ist. Der Gestalter Mark Braun hat das Metro-Modell in Zusammenarbeit mit Nomos Glashütte gezeichnet. Für ihn ist es die zweite Uhren-Prämierung aus dem Chicago Athenaeum für Kunst und Design, bei Nomos haben sie bereits sieben Trophäen im Schrank (3500 Euro, nomos-glashuette.com).

Haben & Sein: Ziemlich zeitgemäß: der futuristisch-holzige Duft "Zero" von Comme des Garçons.

Ziemlich zeitgemäß: der futuristisch-holzige Duft "Zero" von Comme des Garçons.

(Foto: Hersteller)

Die Parfums von Comme des Garçons hatten schon immer eine Sonderstellung - sie waren so avantgardistisch und angenehm eigen wie die Entwürfe des japanischen Modelabels und gerade deshalb oft große Erfolge bei den global citizens. Jetzt kommt nach längerer Zeit wieder ein neuer Duft: "Zero". Geblieben ist der superschlichte Flakon in Handschmeichler-Glas, den man nicht hinstellen kann, sondern wie einen geschliffenen Flussstein hinlegen soll. Der Duft selbst ist futuristisch-holzig, spielt mit männlichen und weiblichen Noten und wirkt wie die passende Atmosphäre zur Natursehnsucht genderloser Digitalmenschen. Ist also wieder ziemlich zeitgemäß geraten, um nicht zu sagen: supermodern (140 Euro, comme-des-garcons.de).

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