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Anne Hathaway und das "Wrap Dress":Existenziell gewickelt

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Anne Hathaway im Metropolitan Museum of Art in New York - allerdings nicht im Wickelkleid.

(Foto: AFP)

Modedesignerin Diane von Furstenberg, die Erfinderin des Wickelkleids, kann von sich behaupten: Ihr Kleid macht Leute, und zwar im Wortsinne. Anne Hathaway soll ihre Existenz dem "Wrap Dress" verdanken.

Íngrid Betancourt trug es bei ihrem ersten Auftritt nach jahrelanger Geiselhaft. Michelle Obama ließ sich darin für ihre erste Weihnachtskarte als First Lady fotografieren. Und Sarah Jessica Parker verkörperte damit in "Sex and the City" ein neues weibliches Lebensgefühl. Diane von Furstenberg hat mit ihrem Wickelkleid ziemlich alles erreicht, was man als Modedesignerin mit einem einzigen Entwurf erreichen kann.

Allein in den ersten zwei Jahren verkaufte Furstenberg angeblich vier Millionen Exemplare. Amerikanische Soziologiestudenten untersuchen das Kleid inzwischen als Symbol der Frauenbewegung. Und jetzt, 40 Jahre nachdem die gebürtige Belgierin das "Wrap Dress" erfand, kann sie von sich behaupten: Ihr Kleid macht Leute. Und das im ganz wörtlichen Sinne.

In einem Interview mit dem Wall Street Journal erklärte sie kürzlich, Schauspielerin Anne Hathaway ("Der Teufel trägt Prada") gebe es vielleicht gar nicht ohne ihr Wickelkleid. Bei einem Mittagessen für die weiblichen Oscar-Nominierten im vergangenem Jahr habe sie Hathaways Mutter kennengelernt. "Ich muss Ihnen etwas erzählen, was noch nicht einmal sie (Anne) weiß", habe sie gesagt. Und dann verraten: "Ich habe ihren Vater in einem Wickelkleid verführt. In der Tat dürfte sie in einem Wickelkleid gezeugt worden sein." Anne habe daraufhin ihre Mutter gefragt: "In dem mit dem Tulpenmuster?" Hathaways Mutter hat das Kleid offenbar immer noch.

"Danke, Diane von Furstenberg", schreibt deshalb nun der New York Observer. Nicht nur für die Kreation eines der kultigsten Kleider des 20. Jahrhunderts, sondern auch dafür, dass es einen solch anspruchsvollen Sex-Appeal habe, dass es künftige Hollywood-Größen hervorbringe.

Anne Hathaway selbst hatte übrigens bei besagter Oscarverleihung weniger Glück mit ihrem Kleid: Für ihre farblose Prada-Robe mit Ausbuchtungen an pikanter Stelle musste sie Spott ertragen - sogar ein Twitter-Account wurde ins Leben gerufen. Vielleicht hätte sie lieber auch auf ein Wickelkleid gesetzt.