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Alkohol:Was gegen Kater hilft

Inside A JD Wetherspoon Plc Public House

Full English: Nur eine Variante zur Katerbekämpfung.

(Foto: Bloomberg)

Am Aschermittwoch will der Alkoholschädel bekämpft werden. Rezepte gibt es rund um die Welt - von Konterbier bis Schafskopfsülze.

Von SZ-Korrespondenten

Fastfood kann jeder - rund um die Welt gibt es aber viele weitere Varianten, um den Kater zu bekämpfen. Korrespondenten berichten aus ihren Feierzonen.

Großbritannien

Im Englischen gibt es eine Art der Katerbekämpfung, die mit dem schönen Ausdruck "Hair of the Dog" bezeichnet wird. Dieser geht darauf zurück, dass man in Schottland lange glaubte, dass der Biss eines tollwütigen Hundes am besten zu behandeln sei, indem man ein paar Haare auf die Wunde appliziert, und zwar Haare des Hundes, der einen gebissen hat. Heute bezeichnet der Ausdruck, dass man einen Kater zu lindern versucht, in dem man weiter Alkohol trinkt, also gewissermaßen, wie im Fall des Hundebisses, die Wirkung mit der Ursache bekämpft.

Die weitaus üblichere Art, einen Kater anzugehen, ist allerdings die, ein englisches Frühstück einzunehmen, auf der Insel genannt: "Full English" oder einfach "Fry-up". Es besteht üblicherweise aus Speck, Eiern, Bratwürsten, Baked Beans, Pilzen, Schmortomaten und Toast mit Butter. Dazu kommen regionale Varianten, in Schottland zum Beispiel schmuggeln sie gern noch Blutwurst mit auf den Teller. Das Ganze ist aufs Angenehmste zu viel, zu fettig und sehr ungesund - und lindert auch den hartnäckigsten Kater erstaunlich rasch. Christian Zaschke

Nordkorea

In Nordkorea ist anscheinend vieles besser, als die westliche Lügenpresse immer wieder behauptet. Nach der Entdeckung eines angeblichen Wunderimpfstoffs gegen Ebola, Mers, Tuberkulose, Krebs und HIV haben Nordkoreas Forscher nun den nächsten Durchbruch geschafft: Eigenen Angaben zufolge haben sie ein alkoholisches Getränk erfunden, das keinen Kater verursacht. Das Gesöff namens "Koryo Liquor" wird aus sechs Jahre altem Ginseng und Reis gebrannt und hat 30 bis 40 Prozent Alkohol. Er schmecke "süß und herzhaft" und führe nicht zu Kopfschmerzen, berichtete die Pyongyang Times. Nach jahrelanger Forschung in den Geheimlabors der Taedonggang Foodstuff Factory sei es gelungen, den bitteren Ginseng-Geschmack durch die Verwendung des geschmorten Klebreises zu eliminieren.

Falls der Likör tatsächlich so bekömmlich ist, wie die Staatsmedien verkünden, wäre das ein historischer Fortschritt für Nordkorea. Und es würde nicht nur die Kater-Situation, sondern vielleicht auch die Schlangen-Situation im Land deutlich verbessern. Denn als erfolgreichstes nordkoreanisches Alkoholgetränk galt bislang Pulrosul, Likör mit eingelegten Giftschlangen. Er verursacht zwar heftigen Kater, hilft aber angeblich bei Erektionsstörungen. Titus Arnu

USA

Wer nachts um zwei Uhr am Strand von Los Angeles spaziert, der hört nicht nur rauschende Wellen und wunderbare Walgesänge, sondern immer öfter das Geräusch gepflegter Arschbomben. Das bedeutet, dass mal wieder Leute vom Pier gesprungen sind und nun zum ein paar Kilometer nördlich gelegenen Steg schwimmen wollen. Es ist eine ziemlich tapfere Art der Katerbekämpfung: sich nach dem Bar-Besuch in den Pazifischen Ozean zu stürzen und im kühlen Wasser gemeinsam mit Delfinen und Seelöwen nach Norden zu paddeln.

Es gibt Gruppen, die sich am Wochenende zwischen zwei und sechs Uhr morgens am Strand treffen und Kopfweh und Übelkeit mit einem Spezial-Triathlon (Joggen, Schwimmen, Konterbier) bekämpfen. In einer Stadt, in der es auch das Angebot gibt, sich am Morgen danach eine Vitamin-Infusion nach Hause zu bestellen, ist dies die harmloseste Variante der Hangover- Cure - man muss ja vorher nicht unbedingt vom 15 Meter hohen Pier hüpfen. Eine entspanntere Methode ist gerade auch sehr populär: vor dem Einschlafen Marihuana rauchen (ist ja erlaubt), mit der Begründung, man würde dann tiefer schlafen und am nächsten Morgen trotz Gelages ausgeruht sein. Jürgen Schmieder

Peru

Es ist kein Geheimnis mehr, dass die peruanische Küche zu den aufregendsten der Welt gehört. Wo gerne gegessen wird, wird aber auch gerne getrunken, in Peru vor allem Pisco, ein Destillat aus Traubenmost. Zu den gastronomischen Ambitionen vieler Peruaner gehört es wiederum, den Nachwehen des Pisco-Genusses mit einem innovativen Katerfrühstück zu begegnen. Das entsprechende Nationalgericht heißt "Sopa Levanta Muertos", etwa: Toten-Erweckungs-Suppe.

Traditionell werden dafür Fischköpfe mit Zwiebeln, Petersilie und Zitronenscheiben in einen Topf geworfen und miteinander aufgekocht. Inzwischen nimmt sich aber auch die Haute Cuisine dieses Themas an und hilft nach besten Kräften bei der Bekämpfung der Kopfschmerzen. Perus berühmtester Sternekoch Gastón Acurio serviert seine Toten-Auferstehungssuppe eiskalt und in Schnapsgläschen. Sie enthält neben Krebsfleisch die seltene Chili-Sorte Rocoto und, da schließt sich der Kreis wieder, einen Schuss Pisco. Boris Herrmann

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