Zweitliga-Derby Die Löwen suchen sich noch

Daylon Claasen (in der Mitte) und seine Mitspieler vom TSV 1860 München gehen nach der Niederlage in Fürth vom Platz.

(Foto: dpa)
Von Markus Schäflein, Fürth

Die großen Namen waren von Beginn an dabei: Ivica Olic spielte für den TSV 1860 München auf dem linken Flügel, Stefan Aigner im offensiven Mittelfeld, insgesamt wirkten nicht weniger als sieben Zugänge in der ersten Elf mit. Von den Neuen verzichtete Trainer Kosta Runjaic nur auf die Brasilianer Ribamar (Trainingsrückstand) und Victor Andrade, dem er schon in der Vorbereitung seine impulsiv-rotgefährdete Spielweise ankreidete. Entsprechend gespannt wartete die ganze zweite Fußball-Bundesliga auf den ersten Auftritt des letztjährigen Abstiegskandidaten und diesjährigen Geheimfavoriten bei der SpVgg Greuther Fürth.

"Wir waren nicht eingespielt, die Abstände waren zu groß"

Doch was die Löwen zum Auftakt boten, wird die Konkurrenz noch nicht sonderlich beeindruckt haben: Hinten waren sie anfällig, vorne wirkten sie meist harmlos, überall fehlte noch die Abstimmung - mit dem 0:1 (0:1) waren sie gut bedient. "Dass nicht alles reibungslos läuft, war klar", meinte Aigner, "es ist Luft nach oben, ich denke, dass das mit der Zeit kommt."

Auch Geschäftsführer Thomas Eichin fand, dass das "Trainerteam noch einige Arbeit" habe: "Die erste halbe Stunde war gut, dann hat uns der Mut verlassen. Wir waren nicht eingespielt, die Abstände waren zu groß, wir haben die zweiten Bälle nicht mehr bekommen." Die Mannschaft müsse "selbstbewusster und mutiger werden und sich in die Liga reinarbeiten".

Dass sich die Fürther, die keinen Umbruch hinter sich haben, schon in der vergangen Saison reingearbeitet hatten, war deutlich zu sehen. Nur zu Beginn der Partie war ihnen ein gewisser Respekt vor dem neu formierten TSV anzumerken, die Löwen dominierten das Spiel deutlich und kamen auch zur ersten größeren Chance: Nach einer Kopfballvorlage von Mittelstürmer Stefan Mugosa schoss Olic aus spitzem Winkel am entfernten Pfosten vorbei (14.). Nach einem Konter hatte Fürth auf der Gegenseite durch Ante Vukusic die erste Gelegenheit (18.). Dann passierte vor den Toren wieder nichts, Fürths neuer Keeper Balazs Megyeri hatte wenig Mühe mit einem Schuss von Daniel Adlung (35.).

Gegen Ende der ersten Hälfte drehten die Fürther schließlich auf und erhöhten den Druck. Einen Freistoß von Jürgen Gjasula parierte Zimmermann noch (40.), doch kurz vor der Pause traf Robert Zulj, als er sich nach der Vorlage von Veton Berisha im Strafraum drehte und den Ball Zimmermann durch die Beine schob. "Der Gegentreffer war ein kleiner Nackenschlag", meinte Aigner, "durch die Verkettung von Leichtsinnsfehlern kriegst du so ein Scheißtor."

Runjaic formulierte es gepflegter, meinte aber dasselbe: "Das 1:0 war mehr als verhinderbar und darf in dieser Form nicht passieren." Innenverteidiger Jan Mauersberger, der erst eine abgefälschte Flanke gerade nach oben geklärt und dann das Kopfballduell gegen Berisha verloren hatte, erklärte: "Ich will ihn nicht umrempeln, deswegen gehe ich da vielleicht zu zaghaft hin." Allerdings wären da ja noch Kollegen gewesen, die Zuljs Drehschuss hätten verhindern können.