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Zweite Liga:Stuttgart zieht am HSV vorbei

Fussball

Aaron Hunt bringt den HSV per Handelfmeter 2:0 in Führung.

(Foto: Thorsten Wagner/Pool)

Der VfB entreißt dem Rivalen um den Aufstieg im direkten Duell den Sieg. In letzter Minute trifft Castro zum 3:2.

Der VfB Stuttgart hat dem Hamburger SV im direkten Duell der Aufstiegskandidaten der zweiten Liga einen sicher geglaubten Sieg noch entrissen. Das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo erkämpfte sich am Donnerstagabend mit viel Energie nach einer schwachen ersten Hälfte noch einen 3:2 (0:2)-Erfolg und schob sich an den Hanseaten vorbei auf den direkten Aufstiegsrang zwei. Souveräner Spitzenreiter ist Arminia Bielefeld.

Joel Pohjanpalo brachte das Hamburger Team von Trainer Dieter Hecking in der 16. Minute per Kopf in Führung. Aaron Hunt legte kurz vor der Pause per Handelfmeter nach (45.+2). Wataru Endo hauchte den Stuttgartern im eigenen Stadion dann aber nach dem Wiederanpfiff per Kopf wieder Leben ein (47.), ehe Nicolas Gonzalez per Foulelfmeter zum Ausgleich (60.) traf. In der Nachspielzeit erzielte Gonzalo Castro den Siegtreffer (90.+2) für den VfB.

Stuttgarts Coach Matarazzo, dem die Klubführung am Mittwoch per Vertragsverlängerung bis 2022 ein deutliches Signal des Vertrauen gesendet hatte, jubelte über den ersten Erfolg nach der Coronapause. Der HSV kassierte dagegen seine erste Niederlage seit dem Restart und muss nun auf dem Relegationsplatz den Verfolger FC Heidenheim fürchten.

Vor allem der VfB stand vor dem Anpfiff unter dem Zwang, die Schwächephase der vergangenen Spieltage zu beenden. "Extrem viel Feuer" im Spiel hatte Matarazzo angekündigt, doch davon war zunächst nichts zu sehen. Der HSV wirkte strukturierter und gefährlicher. Pohjanpalo kam kurz nach seinem Treffer erneut aus guter Position zum Abschluss (19.), der VfB brachte Hamburgs Keeper Daniel Heuer Fernandes mit einem Schuss von Silas Wamangituka (25.) und einem Kopfball von Gonzalez (26.) zunächst nicht in Gefahr. Die erste Hälfte genügte in keinerlei Hinsicht den hohen Ansprüchen der Stuttgarter.

Der Anschlusstreffer tat Matarazzos Team dann sichtlich gut, der VfB verstärkte den Druck und stellte die Hamburger vor größere Probleme. Nach dem Ausgleich blieb der VfB am Drücker, der HSV suchte zeitweise nach seiner defensiven Ordnung. In der 89. Minute hatten die Gäste Glück, als Stuttgarts Pascal Stenzel nach einem Freistoß nur den Pfosten traf, doch dann schlug Castro zu.

© SZ vom 29.05.2020 / sid
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