Zweite Liga:Euphorie in der Nachspielzeit

Jahn Regensburg - Hannover 96

Enorme Spannweite: Regensburgs Joker Joel Zwarts entschied die Partie gegen Hannover mit seinem Tor zum 3:1 endgültig.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Jahn Regensburg schlägt Hannover dank einer fulminanten ersten Halbzeit und eines späten Kontertors mit 3:1 und bleibt auf einem direkten Aufstiegsplatz.

Von Stefan Galler, Regensburg/München

Beim Feiern erwiesen sie alle dem Torschützen die Ehre. Während sich Regensburgs Joker Joel Zwarts an der Eckfahne in Szene setzte, sprintete sogar Torwart Alexander Meyer die hundert Meter hinüber ans andere Ende des Platzes, um sich in den Jubel zu mischen. Auch Trainer Mersad Selimbegovic war da, ebenso der längst ausgewechselte Sapreet Singh. Das Jahnstadion explodierte förmlich, die Anspannung der vorangegangenen Minuten entlud sich bei den Regensburger Fans unter den 8462 Zuschauern nach dem 3:1 in der Nachspielzeit. Der Jahn bleibt damit weiterhin zu Hause ungeschlagen und in der Tabelle auf Aufstiegsrang zwei.

Die Gastgeber legten eine fulminante erste Halbzeit hin, erzielten nach einer Viertelstunde das 1:0, als Singh nach Doppelpass mit Benedikt Saller von rechts nach innen zog und traf (17.). Derzeit geht beim Jahn vieles auf, das zeigte der zweite Treffer fünf Minuten später: Eine wilde Bogenlampe von 96-Kapitän Marcel Franke flog in Richtung eigene Torlinie, Torwart Martin Hansen ließ sich vom ungestümen Carlo Boukhalfa übertölpeln, die Proteste der Niedersachsen blieben ungehört, das Tor zählte.

Weitere Regensburger Erfolgserlebnisse blieben vor dem Seitenwechsel aus, so landete der tückische 50-Meter-Heber von Boukhalfa über den zu weit vorne stehenden Hansen knapp neben Hannovers Kasten (29.), Erik Wekesser (34.) und Charalambos Makridis (37.) scheiterten am 96-Keeper. "Wir haben die ersten zehn Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Ab dem 1:0 haben wir das Zepter komplett in die Hand genommen. Wir müssten eigentlich mit einer höheren Führung in die Kabine gehen", sagte Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic.

Am Ende gehen die Teams mit offenem Visier aufeinander los

Vermutlich wäre es dann weniger nervenaufreibend geworden in Durchgang zwei. Denn die Kräfteverhältnisse änderten sich gravierend: Einen Eckball des eingewechselten Sebastian Kerk verpasste Lukas Hinterseer knapp (48.), sechs Minuten später zirkelte Kerk einen Freistoß von der rechten Seite auf den Jahn-Kasten, keiner berührte den Ball - auch nicht Torwart Meyer: "Ich muss warten, ob in der Mitte jemand rankommt, und komme dann nicht mehr weg. Da sieht man als Torhüter komisch aus, aber das war ein schwieriger Ball", erklärte er.

"Nach dem Anschlusstreffer waren sie drauf und dran, den Ausgleich zu erzielen", gab Selimbegovic zu, der dann unter anderem Zwarts einwechselte, um die "Bälle vorne wieder festzumachen". Ein raffinierter Kerk-Eckball, der den Pfosten touchierte (70.), läutete die turbulente Schlussphase ein. Zwarts (85.) und Jan-Niklas Beste (88.) vergaben Chancen für den Jahn; auf der Gegenseite verpassten Hendrik Weydandt (87.) und Gael Ondoua (88.) das 2:2 . Es folgte der finale Konter zum 3:1.

Selimbegovic konnte durchatmen: "Wenn man die 90 Minuten in Summe nimmt, war es ein verdienter Sieg", sagte der Jahn-Coach. "Wir merken, dass es nicht einfach ist, in dieser Liga Punkte zu holen. Aber jeder Gegner merkt auch, dass es gegen uns im Moment noch schwieriger ist, Punkte zu holen." Am Mittwoch geht es für die Oberpfälzer mit dem Pokal-Heimspiel gegen Hansa Rostock weiter.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB