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Zielvorgaben für Olympia:Zielvereinbarung wird umgetauft

DOSB-Präsident Thomas Bach und -Generaldirektor Michael Vesper versuchten am Samstag bei der Abschluss-Pressekonferenz der Olympischen Spiele in London zu beschwichtigen. "Es gab da viele Fehlinterpretationen. Das sollte nie eine Medaillenprognose sein. Es geht bei diesen Vereinbarungen nur darum, jeweils schon vier Jahre vor Olympia das abstrakte Potenzial in den einzelnen Sportarten zu identifizieren", sagte Bach. "Wir werden an dieser Maßnahme festhalten, aber den Namen ändern und künftig von einer Fördervereinbarung sprechen".

Auch Michael Vesper, wie 2008 in Peking Chef de Mission der deutschen Mannschaft, unterstrich: "Das war nie als Prognose zu verstehen oder Medaillenplanwirtschaft, sondern das waren mit jedem einzelnen Fachverband entworfene Einschätzungen." Im Gegensatz zu vielen Verbandsvertretern versicherte der DOSB-Generaldirektor, dieses System der Steuerung erfreue sich nach wie vor großer Zustimmung in den Verbänden. "Bei unserer Tagung der Teamleiter wurde es heute wieder positiv gesehen, und es ist klar, dass wir es beibehalten werden."

Bach ist stolz auf deutsche Athleten

Im Fördersystem gehe es um Geld, aber auch um den effizienten Einsatz der Mittel, erklärte Bach. "Wir haben beim Bundesinnenministerium vor vier Jahren Mehrbedarf angemeldet. Wir brauchen erhöhte Mittel, die Trainerausbildung ist nach wie vor unzureichend. Aber jeder Euro in den Sport ist gut investiert und keine Subvention. Ich freue mich über Statements von Politikern, die Leistung sehen wollen." Damit reagierte er auf Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU), der in einem Interview gesagt hatte: "Wenn der Höhepunkt der Saison die Qualifikation für die Olympischen Spiele ist, dann ist vielleicht etwas nicht in Ordnung. Was wir brauchen im Sport und in der Gesellschaft, ist ein Brennen für den Sieg und nicht nur ein 'Dabeisein ist alles'. Für uns müssen bessere Maßstäbe gelten."

Bach zeigte sich mit den Leistungen der Athleten indes zurfrieden. Die deutsche Olympiamannschaft habe in London "alle Erwartungen übertroffen". In seiner Abschlussbewertung sagte Bach: "Niemand hätte gedacht, dass im härtesten Wettbewerb aller Zeiten mehr Medaillen gewonnen werden könnten als in Peking." Besonders das sympathische Auftreten der Mannschaft habe ihm gefallen, "ich kann nur sagen: Ich bin stolz auf diese Olympiamannschaft."

© Süddeutsche.de/dpa/sid/infu/luk
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