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Zeitungsente:Bierduschen-Verbot im DFB-Pokalfinale?

Bayern München - Hannover 96

Bayern-Spieler Douglas Costa wird mit Bier geduscht. Solche Fotos darf es auch nach dem DFB-Pokalfinale geben.

(Foto: dpa)
  • Der DFB hat angeblich ein Bierduschen-Verbot erlassen - doch die Nachricht erweist sich als Ente.
  • Vor dem offiziellen Siegerfoto will der Verband keine Bierduschen sehen - das sei nicht neu.

Von Tim Brack und Michael König

Für die Bewahrer der Fußball-Feierkultur war die vermeintliche Nachricht ein Schock: Ein "absurdes Bierverbot" habe der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erlassen, schrieben mehrere Medien unter Berufung auf die Tageszeitung Die Welt.* Den Spielern von FC Bayern und Borussia Dortmund sei es untersagt, nach dem Gewinn des DFB-Pokalfinales am Samstag in Berlin die obligatorische Bierdusche zu vollziehen.

Der Grund: Das Verschütten von Gerstensaft passe nicht zum "Aktionsbündnis alkoholfrei Sport genießen", das der DFB geschlossen habe. Sogar alkoholfreies Bier sei tabu. Dabei, schreibt die Welt, sei doch eine Brauerei ein prominenter Sponsor des DFB-Pokals. Auch werden beide Finalisten von Bierherstellern finanziell unterstützt.

Der DFB dementiert: "Bis zum offiziellen Siegerfoto"

Kein Anpirschen, kein Übergießen, kein Gejohle, keine Fotos durchnässter Gewinner? Undenkbar. Im Vorjahr verfolgten die Wolfsburger ihren Trainer Dieter Hecking bis in die Pressekonferenz mit Flaschen und Gläsern. Und bei der Meisterfeier am vergangenen Wochenende drohte Bayern-Trainer Guardiola gar in Weißbier zu ertrinken. Stirbt die Bierdusche aus?

Anruf beim DFB in Frankfurt, der die Nachricht weitgehend dementiert: Zwar gebe es so ein Verbot, aber neu sei es nicht. Und es gelte vor allem "bis zum offiziellen Siegerfoto", sagt ein Verbandssprecher auf SZ-Anfrage. Dass es danach zu Bierduschen komme, sei nicht auszuschließen - siehe die vergangenen Jahre. Mit dem "Aktionsbündnis alkoholfrei Sport genießen" habe das Verbot nichts zu tun, es unterstreiche aber die Position des Verbands zum Thema Alkohol und Sport.**

Die Ansage mit dem Siegerfoto mache man den Finalisten im Übrigen schon seit Jahren - und Fifa und Uefa hielten es genauso, sagt der DFB-Sprecher. "Wenn danach jemand mit dem Bierglas herumläuft, schmeißen wir ihn sicher nicht raus."

In diesem Sinne: Bier marsch.

*Update I: Die Welt hat ihren Artikel inzwischen um das DFB-Dementi erweitert.

* Update II: Der DFB hat seine Position zum Aktionsbündnis konkretisiert, wir haben die Passage entsprechend ergänzt.

© SZ.de
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