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Zehn-Punkte-Plan des DFB-Präsidenten:Niersbachs Forderungen

Niersbach fordert in seinem Zehn-Punkte-Plan unter anderem die Aufklärung der Korruptions-Affären, die Einführung eines "Integritätschecks" für neue Mitglieder der Fußball-Regierung sowie eine Begrenzung der Amtszeit des Fifa-Spitze auf zwölf Jahre. "Dadurch wird eine personelle Erneuerung in den wichtigsten Positionen gewährleistet."

Zudem befürwortet er mehr Transparenz bei der Vergabe der Weltmeisterschaft. Das Verfahren solle sich eng an die sogenannte "technische Bewertung" anlehnen, wonach etwa Katar wohl gar nicht für die Vergabe 2022 zugelassen worden wäre. Im Hinblick wohl auf Katar, aber auch auf Russland 2018 fordert Niersbach zudem, dass Menschenrechte in den Ausrichterländern beachtet werden müssten.

"Freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit, der Schutz von Minderheiten, Toleranz, Respekt - all das sind Werte, die während einer Weltmeisterschaft für alle Teilnehmer gelten müssen und für die sich der Fußball stark machen muss. Die Gewährleistung von Arbeitnehmerrechten und Sicherheitsstandards durch das Bewerberland muss deshalb schon im Prozess der Ausschreibung berücksichtigt werden." Zudem bleibe es Aufgabe des Fußballs auf die Einhaltung der Menschenrechte bei den bereits vergebenen Turnieren zu drängen. Niersbach positioniert sich damit als deutlicher Kritiker im Hinblick auf die Weltmeisterschaften in Katar aber auch in Russland.

In vielen Teilen der Welt dürften es Fußballbosse kritisch sehen, dass Niersbach den aktuellen Abstimmungsprozess verändern will. In der Fifa gilt das Prozedere "Ein Land, eine Stimme", wodurch der mitgliederreichste Verband Deutschland ebenso eine Stimme hat wie viel kleinere Mitgliedsstaaten. "Vom Grundsatz her stehe ich für diese Form demokratischer Beteiligung, aber auch eine gewisse Stimmengewichtung anhand der Größe und der sportlichen Relevanz der Verbände halte ich für zielführend." Niersbach will also starken Fußballnationen mehr Gewicht geben in der Fifa, was den kleinen nicht gefallen wird.

Aufgrund der augenblicklichen Situation und den Ermittlungen der amerikanischen und Schweizer Behörden gegen die Fifa und einzelne Mitglieder setzt der Weltverband den Bewerbungsprozess für die WM-Endrunde 2026 vorerst aus. Die Fifa wollte eigentlich am Donnerstag zum weiteren Fortgang der WM-Vergabe 2026 Stellung nehmen. Weitere Beschlüsse, so der Weltverband in einer Stellungnahme am Mittwoch, sollen auf einem später stattfindenden Meeting des Exekutivkomitees diskutiert werden. Ursprünglich war geplant, eine Entscheidung über den Austragungsort für die WM 2026 im Jahr 2017 zu treffen.

© SZ.de/hum
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