bedeckt München 17°
vgwortpixel

Wolfsburgs Aus in der Europa League:Zu spät erwacht das Kämpferherz

Napoli vs Wolfsburg

Wolfsburgs Ricardo Rodriguez (li.): Nächste Runde in der Europa League verpasst

(Foto: dpa)
  • Der VfL Wolfsburg scheidet mit einem 2:2 im Rückspiel gegen Neapel aus der Europa League aus.
  • Geschäftsführer Klaus Allofs gibt anschließend seine Vertragsverlängerung bekannt.
  • Ergebnisse und Statistiken zur Europa League finden Sie hier.

Diego Benaglio wirkte ernsthaft enttäuscht. Wie einer, der tatsächlich an das Wolfsburger Fortbestehen in der Europa League geglaubt hatte. Abgekämpft sah er aus, die Haare klebten an der Stirn. "Wir wollten unser wahres Gesicht zeigen", klagte Benaglio und nahm es damit vorweg: Dies war dem VfL Wolfsburg auch beim Viertelfinal-Rückspiel beim SSC Neapel nur phasenweise gelungen.

2:2 hieß es am Ende im halbleeren und extrem baufälligen Stadio San Paolo. Die Partie war nicht annähernd so schlimm geraten wie das 1:4 im Hinspiel, nach dem der Gedanke ans Halbfinale ohnehin nur noch unter Hinzunahme des Wörtchens "Wunder" gestattet war. Teilweise hatte der VfL in Neapel sogar richtig guten Fußball gezeigt.

Ein Fortschritt also. Ein Abschied aus dem lieb gewonnenen Wettbewerb, mit dem der Klub sein Gesicht wahren konnte. Benaglio war das nicht genug. "Es waren leider zwei-drei Phasen drin, in denen wir uns das Leben wieder schwer gemacht haben", klagte der Schweizer Torwart. Seit dem 1:4 stellt sich in Wolfsburg ja auch die Frage, ob der VfL tatsächlich schon so weit ist, wie vielerorts gemutmaßt wird: eine Spitzenmannschaft nämlich.

Fehlende Power vorm Tor

Zumindest mehren sich die Anzeichen, dass dem VfL zum Ende der so furios verlaufenen Spielzeit allmählich die Luft ausgeht. Die schwächeren Spiele, in denen Wolfsburg vor dem gegnerischen Tor die Durchschlagskraft abgeht, häufen sich. Es gab ja nicht nur das Einsvier im Hinspiel, bei dem der VfL trotz manch unglücklicher Schiedsrichterentscheidung so chancenlos war, sondern auch ein glückliches 1:1 in der Bundesliga gegen Schalke. Nun das 2:2 gegen Neapel, bei dem die Wolfsburger erneut ihre Chancen nicht hatten nutzen können.

Schon in der ersten Minute bot sich Ivan Perisic die große Möglichkeit zur Führung. Josua Guilavogoi (29.) und Nicklas Bentner (32.) vergaben ebenfalls Großgelegenheiten. 7:0 Torschüsse nach einer guten halben Stunde, da hätte durchaus ein Zwischenstand dabei herausspringen können, der Neapel zumindest leicht unter Druck gesetzt hätte. "Wir haben es versäumt, das eine Tor zu machen", konstatierte Geschäftsführer Klaus Allofs: "Wer weiß, wie Neapel dann reagiert hätte."