Wolfsburg-Sieg im DFB-Pokal Nur Dost schmollt

Diesmal ohne eigenes Tor: Bas Dost (Mitte)

(Foto: AFP)
  • Nach dem Pokal-Erfolg des VfL Wolfsburg gegen Zweitligist RB Leipzig sind alle zufrieden - nur Wolfsburgs Torgarant Bas Dost nicht.
  • Das lässt er auch das Trainer Dieter Hecking spüren - und verweigert bei seiner Auswechslung den Handschlag.
  • Hier geht es zu den Ergebnissen des DFB-Pokal-Achtelfinals.
Aus dem Stadion von Saskia Aleythe

Bas Dost hatte schlechte Laune, dabei hatte sein VfL Wolfsburg gerade den Zweitligisten RB Leipzig aus dem Wettbewerb gekegelt, mit einem souveränen 2:0 (1:0). Doch jenem Bas Dost, der in der Rückrunde der Bundesliga mit seinen elf Toren in sechs Spielen einen neuen Rekord aufgestellt hatte, dem kann Gewinnen allein nicht mehr genügen: Er hatte in dieser Partie nämlich kein Tor geschossen. Und war auch noch ausgewechselt geworden in der 83. Minute. Welch eine Schmach.

Warum sein Serienschütze so unzufrieden war, dass er ihm beim Verlassen des Platzes sogar den Handschlag verwehrte, konnte Trainer Dieter Hecking nicht erklären. "Das ist bei ihm öfter so", sagte er - und schmunzelte. Der Ehrgeiz seines Stürmers scheint Hecking zu gefallen. Und es ist ja auch so: Dass sich der VfL Wolfsburg mittlerweile mit derlei Befindlichkeiten beschäftigen muss, ist schon fast eine Auszeichnung für die Mannschaft. Ein Luxus-Zustand.

Insgesamt gab es für den VfL in diesem Achtelfinale mindestens drei Schlussfolgerungen zu ziehen: Der Klub kann auch ohne Dost-Tore gewinnen, und außerdem ohne Gegentor bleiben. Die Fußball-Weisheit, dass im Pokal andere Gesetze herrschen, widerlegten die Wolfsburger am Mittwoch mit aller Sorgfalt. Egal ob Bundesliga, Europapokal oder DFB-Pokal: Der VfL rauscht derzeit von einem Erfolg zum nächsten.

Ein Sieg beim Zweitligisten? "Das ist nicht selbstverständlich"

"Wir tanzen noch auf drei Hochzeiten und wollen natürlich im Pokal so weit kommen wie möglich", sagte Timm Klose nach der Partie, er hatte per Kopf in der 57. Minute nach einem Eckball das Spiel entschieden. Daniel Caligiuiri war in der 20. Minute per Konter das 1:0 gelungen. "Das ist nicht selbstverständlich, dass man hier bei einer Mannschaft, die auch als offensivstark gilt, das recht souverän macht", erklärte Manager Klaus Allofs.

In der ersten Halbzeit hätten auch die Leipziger in Führung gehen können, sie suchten aktiv den Weg zum Wolfsburger Tor, scheiterten aber im Abschluss. "Das war das erwartet schwere Spiel für uns", befand Trainer Hecking, "mit der ersten halben Stunde bin ich überhaupt nicht zufrieden. Da haben uns die Leipziger Probleme bereitet." Nach 17 Minuten pfefferte der junge Lukas Klostermann den Ball ans Außennetz, nur wenige Augenblicke später stürmte Omer Damari auf Diego Benaglio zu - er schoss scharf, doch der Ball sauste aus spitzem Winkel am rechten Torpfosten vorbei. Dass gerade in dieser Sturm-und-Drang-Phase das Tor durch Caligiuri fiel, war bitter für die Leipziger.

Am Mittwoch war die Leipziger Arena zum ersten Mal ausverkauft

Erstmals war die heimische Arena bei einem Spiel von RB Leipzig ausverkauft, 43 348 Zuschauer sahen einen Zweitligisten, der hartnäckig Widerstand leistete: Auch nach dem 1:0 spielte RB mutig nach vorne. Die großen Chancen sollten aber nur noch dem VfL gelingen. Vor der Pause hätte André Schürrle schon zum 2:0 erhöhen können, doch der Ball sprang über das Tor. Später rutschte Dost im Zweikampf im Strafraum nur knapp am Ball vorbei. Nach dem 2:0 durch Klose hätte allein Kevin de Bruyne noch zweimal erhöhen können. Im Gegensatz zu Dost schmollte de Bruyne nicht, er durfte schließlich seine 20. Torvorlage in der laufenden Saison feiern.

"Es war schwer, hier weiterzukommen, aber letztlich haben wir uns durchgesetzt und das stimmt uns froh", sagte Hecking noch. Sein Gegenüber Achim Beierlorzer machte trotz Pokal-Aus ebenfalls einen vergnügten Eindruck.

Und Dost kann sich ja immerhin mit einer Tatsache bis zum nächsten Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg hinwegtrösten: Auf die Torjägerstatistik in der Bundesliga hat seine Nullnummer in Leipzig keinen Einfluss. Alles halb so wild.

FC Bayern in der Einzelkritik

Götze läuft im Höllentempo Slalom