Wolfsburg-Profi De Bruyne:Das eingelöste Versprechen

Eintracht Frankfurt v VfL Wolfsburg - Bundesliga

Dribbelstark und auch sonst ein ganz passabler Fußballer: Kevin De Bruyne

(Foto: Alex Grimm/Getty Images)
  • Vor dem DFB-Poklafinale gegen Borussia Dortmund setzt der VfL Wolfsburg vor allem auf die Fähigkeiten von Kevin De Bruyne.
  • Trainer Dieter Hecking betont sogar vor der Mannschaft, dass der Belgier aus dem Kollektiv herausragt.
  • Gleichzeitig scheint der VfL entschlossener den je, den umworbenen Top-Vorbereiter nicht ziehen zu lassen.

Von Javier Cáceres, Wolfsburg

Es gibt nichts mehr rund um den Wolfsburger Profifußballer Kevin De Bruyne, was nicht den Keim der Aufregung in sich tragen könnte. Und seien es stumme Werbetafeln, auf denen diverse Kollegen des Belgiers als Models das neue Leibchen des VfL bewerben: Luiz Gustavo, Ricardo Rodríguez, Daniel Caliguri.

Es ist Mittag, in der Wolfsburger Arena werden Kaltgetränke, Kaffee sowie mit Wurst und Käse belegte Brötchenhälften gereicht; Dieter Hecking und Klaus Allofs, Trainer beziehungsweise Manager des Fußballbundesligisten, hatten auch zur Bilanz der bisherigen Saison und einem Ausblick auf das Pokalfinale vom Samstag geladen und müssen sich einer Frage erwehren, von der Allofs später sagen wird, dass er sie erwartet hatte. Ob es etwas zu bedeuten habe, dass De Bruyne nicht Teil der Kampagne für das Jersey der Spielzeit 2015/16 sei, lautet sie, und Allofs verzieht die Miene, als sie noch gar nicht zu Ende gestellt ist.

Die Debatten um den Belgier laufen heiß

Dann lässt er das Trikot zücken, das er für Fotos mitgebracht hat - und mit dem Namen des Belgiers, De Bruyne, und seiner Rückennummer 14 beflockt ist. Voilà: Und er bleibt also doch.

Eigentlich ist der Belgier bis 2019 vertraglich an den VfL gebunden, und schon vor Monaten erklärte Allofs, dass er nicht einmal bei einem Angebot von 50 Millionen Euro zucken würde. Auch De Bruynes Berater hat erkennen lassen, dass er die nächste Entwicklungsstufe weiterhin in Wolfsburg sieht. Dass die Debatten um die Zukunft des Belgiers dennoch heiß laufen, hat einen Grund. De Bruyne löst ein, was er schon vor Jahren war: ein Versprechen auf einen Fußballer von Weltklasse-Format.

Hecking nennt ihn "überragender Umschaltspieler"

Es gibt kaum noch einen Klub mit Champions-League-Ansprüchen, der nicht mit De Bruyne, 23, in Verbindung gebracht worden wäre, zuletzt wurden der FC Bayern München, der FC Barcelona, Manchester City und Paris Saint-Germain genannt. Unter anderen. Denn sie alle stolpern über einen monumentalen Arbeitsnachweis.

In der abgelaufenen Bundesligaspielzeit bestritt De Bruyne nicht bloß ausnahmslos alle 34 Bundesligaspiele. Er spielte praktisch alle durch, wurde in lediglich vier Spielen ausgewechselt, frühestens nach 88 von 90 Minuten. Er erzielte zehn Treffer selbst, die Hälfte davon nach Kontern, was seinen Ruf als "überragender Umschaltspieler" (Hecking) unterstreicht. Und er war an 22 weiteren der 72 Wolfsburger Treffer beteiligt.

Zum Vergleich: Die gesamte Belegschaft des Hamburger SV kam in der ganzen Spielzeit auf 25 Tore. Mit seinen 22 Vorlagen fabrizierte er im Übrigen einen Rekord. Denn er übertraf die Anzahl der jeweils 20 "Assists", die der frühere Wolfsburger Mittelfeldspieler Zvjezdan Misimovic (2008/2009) und Bayern Münchens Franck Ribéry (2010/2011) geliefert hatten.

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