Wolfsburg Labbadias Aufwärtstrend

Wer hat sich oben in der Tabelle festgesetzt, ohne dass es jemand gemerkt hätte? Na? Wolfsburg, das am Samstag auch dank des Tores von Maximilian Arnold (Mitte) mit 3:0 gewann.

(Foto: Peter Steffen/dpa)

Nach zwei Fast-Abstiegen in der letzten Saison hat sich viel getan: Der VfL träumt nach dem 3:0 gegen Mainz vom Europapokal.

Maximilian Arnold hatte ein Leuchten in den Augen. 35 Punkte, schon jetzt mehr als am Ende der verkorksten letzten Saison? "Das ist schon geil", sagte das Eigengewächs des VfL Wolfsburg nach dem 3:0 (1:0)-Sieg gegen Mainz 05. Statt wieder um den Klassenerhalt zu zittern, flirten die Wölfe mit Europa. "Es ist ein ganz anderes Gefühl, Fußball zu spielen als in den vergangenen zwei Jahren", sprudelte es aus dem 24-Jährigen heraus.

Nicht nur Arnold hatte nach dem ersten Heimsieg Wolfsburgs im Jahr 2019 gute Laune. "Das ist ein kleiner Meilenstein für uns gewesen", sagte Trainer Bruno Labbadia ähnlich zufrieden: "Wir freuen uns, dass die Tabelle so aussieht, das haben wir uns verdient." Nach zwei Fast-Abstiegen mit Relegationsdramen und nur 33 Punkten in der letzten Saison hat sich beim Meister von 2009 viel geändert. Neben Geschäftsführer Jörg Schmadtke, der Ruhe und Kompetenz ausstrahlt, hat Labbadia daran großen Anteil. Er hat der Mannschaft Wettkampfmentalität und Stabilität eingeimpft. Dennoch ist nicht klar, dass die Beziehung mit dem VfL über den Sommer hinaus hält. Frühlingsgefühle waren zuletzt kaum zu vernehmen. Die Zeit komme, in der er sich über seine Zukunft Gedanken mache, hatte der 53-Jährige zuletzt gesagt: "Ich bin ganz entspannt und gerne hier." Dennoch scheint auch ein Weggang möglich zu sein.

Die ungeklärte Situation sorgt derzeit allerdings kaum für Aufregung - der sportliche Erfolg führt zu Gelassenheit. Wenn auch nicht zu gesteigertem Zuschauerinteresse, die 20 334 Fans im Stadion bedeuteten Minusrekord in dieser Saison. "Die Mannschaft ist in Vorleistung getreten", sagte Labbadia. Nach dem Erfolg gegen die Rheinhessen mit Toren von Arnold (4.), Wout Weghorst per Handelfmeter (70.) und Robin Knoche (76.) sahen die Niedersachsen aber auch Potenzial für Verbesserungen. "Jeder will gerne in Europa spielen, wir müssen aber immer noch sehen, woher wir kommen", sagte Torhüter Koen Casteels: "Es waren zeitweise zu viele Fehler und Ballverluste."

Mainz war tatsächlich lange ebenbürtig, musste aber am Ende seine dritte Niederlage in Serie akzeptieren.