bedeckt München 17°

Niederlage gegen Wolfsburg:Hertha hadert mit dem Videobeweis

Hertha BSC - VfL Wolfsburg

Elfmeter oder nicht? Hertha BSC ärgerte sich über den Videobeweis.

(Foto: dpa)
  • Hertha BSC verliert klar gegen Wolfsburg, obwohl das Team phasenweise guten Fußball zeigt.
  • Aufregung gibt es bereits nach wenigen Momenten - erneut geht es um den Videobeweis.

Eine stilistisch reformierte Hertha hat am Sonntag trotz eines weitgehend attraktiven Auftritts sein erstes Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg deutlich verloren. Nach der Führung durch einen kontroversen Foulelfmeter, den Mittelstürmer Wout Weghorst in der 9. Minute verwandelte, traf der kroatische Einwechselspieler Josip Brekalo zum 2:0, Jérôme Roussillon traf in der 90. zum 3:0-Endstand. Die Wolfsburger haben damit im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer Oliver Glasner den zweiten Sieg errungen. Sie rangieren auf dem vierten Tabellenplatz.

Es dürfte noch einige Zeit vergehen, bis die Herthaner ein unvoreingenommenes Verhältnis zu der Erfindung namens VAR (Video Assistant Referee) entwickeln. Der Videoschiedsrichter hatte bei Herthas Saisonauftakt beim FC Bayern einen fragwürdigen Strafstoß verhängt und dazu beigetragen, dass die Münchner einen Punkt behielten. Gegen Wolfsburg griff der VAR nach nur 20 Sekunden ein, als der indisponierte Schiedsrichter Guido Winkmann für Hertha einen Foulelfmeter verhängte - eine Fehlentscheidung.

Bundesliga Herthas Hoffnungen verfliegen rasch
Bundesliga

Herthas Hoffnungen verfliegen rasch

Gegen die Bayern mutig, beim 0:3 gegen Wolfsburg glücklos: Die Berliner ärgern sich gegen den VfL früh über den Videobeweis - danach ist der Gegner einfach cleverer.

Aus Herthas Sicht fatal: In der 8. Minute aber waren aus Köln keine Signale zu vernehmen. Nach einem Zweikampf zwischen Herthas Innenverteidiger Karim Rekik und Felix Klaus zeigte Winkmann wieder auf den Punkt; die Fernsehbilder legen nahe, dass er wieder falsch lag. Weghorst durfte zum Strafstoß antreten - und verwandelte sicher. Unter den Augen von Ex-Trainer Pal Dardai, der in diesem Sommer von Ante Covic beerbt wurde, drängte Hertha die Wolfsburger überraschend spielfreudig in die eigene Hälfte.

Die Herthaner spielte variabel, direkt und offensiv, waren immer darauf bedacht, mit möglichst vielen Akteuren in den Strafraum des Gegners zu dringen, ohne dabei die Kontrolle über das Wolfsburger Umschaltspiel zu verlieren. Vor allem Duda wusste als Regisseur zu gefallen. In der 12. Minute verfehlte Salomon Kalou, der für den Australier Mathew Leckie in die Startelf gerückt war, das VfL-Tor nur knapp.

Nach einer Flanke von Vladimir Darida konnte er dank der Passivität von VfL-Verteidiger Knoche zu einem Kopfball ansetzen, der knapp am Tor vorbeistrich. In der 21. Minute scheiterte Mittelfeldspieler Marko Grujic gleich doppelt. Nach feinem Absatzkick von Duda parierte VfL-Keeper Koen Casteels Grujics 14-Meter-Schuss; den Nachschuss des Serben lenkte der übrigens überragende Wolfsburger Abwehrchef Josuha Guilavogui zur Ecke.

Nach der Pause deuteten die Wolfsburger einen größeren Offensivgeist an, doch das blieb eine Chimäre. Herthas Trainer Covic setzte alles auf eine Karte, wechselte in Davie Selke und Zugang Daishawn Redan (vormals FC Chelsea) zwei frische Stürmer ein. Als Spielmacher Duda vom Platz gehen durfte, um dem bisherigen Nürnberger Eduard Löwen Platz zu machen (80.), ging die Ordnung verloren: Wolfsburg kam durch zwei Konter zu einem Ergebnis, das den Spielverlauf nicht widerspiegelte. Und fast vergessen ließ, wie sehr die Hertha bemüht ist, das zu Saisonbeginn gegebene Versprechen einzulösen, mehr Spektakel zu bieten als im Vorjahr.

Bundesliga Das Tor zur Unterschrift

Timo Werner bei RB Leipzig

Das Tor zur Unterschrift

Rund um das 2:1 von RB gegen Frankfurt wird bekannt, dass Timo Werner in Leipzig bleibt und einen Vertrag bis 2023 abschließt. Anschließend geht es fast schon kitschig zu.   Von Saskia Aleythe