Sabally und Fiebich in der  WNBANew York freut sich auf die besten deutschen Basketballerinnen

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Satou Sabally (li.) erreichte mit den Phoenix Mercury vergangene Saison das Finale der WNBA. Jetzt wechselt sie zu New York Liberty in die Stadt, in der sie geboren wurde.
Satou Sabally (li.) erreichte mit den Phoenix Mercury vergangene Saison das Finale der WNBA. Jetzt wechselt sie zu New York Liberty in die Stadt, in der sie geboren wurde. Samantha Chow/AP
  • Satou Sabally wechselt von den Phoenix Mercury zu den New York Liberty und bildet dort mit Leonie Fiebich ein deutsches Duo in einem Superteam.
  • Ein neuer Tarifvertrag mit einem Gesamtvolumen von 2,2 Milliarden Dollar erhöht die Mindestgehälter auf 270.000 Dollar und ermöglicht erste Millionengehälter in der WNBA.
  • Durch die Liga-Expansion erhalten Nyara Sabally in Toronto und Luisa Geiselsöder in Portland neue Vereine, während Bundestrainer Olaf Lange als Assistent in Toronto arbeitet.
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Satou Sabally wechselt zum WNBA-Team nach New York und spielt dort künftig mit Nationalmannschaftskollegin Leonie Fiebich. Das Team hat große Ambitionen – wie auch die ganze Liga, deren neuer Tarifvertrag erste Millionen-Gehälter ermöglicht.

Von Jonas Beckenkamp

Die Schlagzeile der Stunde zu den Vorgängen in der US-Frauen-Basketballliga WNBA kam aus New York. Jener Stadt, die diesen Sport lebt und atmet, in der Freiplätze wie der „Rucker Park“ in Harlem oder der „Cage“ in Greenwich Village zu Pilgerstätten für Zocker in weiten Hosen geworden sind. Basketball und New York, diese Sehnsuchtsbeziehung fand am Sonntag eine Fortsetzung, als die Zeitung New York Post ihren Sportteil mit der deutschen Profispielerin Satou Sabally betitelte. Versehen mit der Überschrift: „Satou of Liberty“.

Sie haben die Basketballerin im Big Apple also gleich vereinnahmt nach Bekanntwerden ihres Wechsels von den Phoenix Mercury zu den New York Liberty. Sabally, 27, hat nach Angaben ihres Agenten Zack Miller am Wochenende einen Vertrag über mehrere Jahre in Brooklyn unterschrieben, sie komplettiert damit ein Team mit enormen Ambitionen. Sie selbst bestätigte ihren Zuzug aus der Wüste Arizonas mit einem Instagram-Post samt Sinnspruch („Woraus Träume gemacht sind“) und einem KI-Video der Freiheitsstatue. Kitsch? Vielleicht. Andererseits: Sabally mag als Kind in Berlin aufgewachsen sein, geboren wurde sie aber in New York, als Tochter einer Deutschen und eines Gambiers.

Film über Basketballerin Sabally
:Eine, die was zu sagen hat

Erst die Wagners, jetzt Satou Sabally: Basketball-Dokus sind angesagt, nun gibt es auch eine über die bedeutendste deutsche Frau – ihre Wirkung geht weit über den Sport hinaus, weil sie ein Deutschland verkörpert, das gerade in Gefahr ist.

SZ PlusVon Jonas Beckenkamp

Die schillerndste Basketballerin made in Germany spielt also künftig da, wo alle mal hin wollen, wenn sie große Träume hegen. Und sie spielt nun an der Seite der zweitbesten deutschen Körbewerferin Leonie Fiebich, 26. Die hatte mit den Liberty 2024 die Meisterschaft gewonnen, damals auch an der Seite von Nyara Sabally, Satous jüngerer Schwester. Nyara wiederum musste die Liberty nun verlassen, sie landete wenige Wochen vor dem Saisonstart (8. Mai) in Toronto, einem neu gegründeten Team der expandierenden Liga. Und weil in der WNBA gerade alles durcheinander gerät, bekommt noch eine dritte Deutsche einen neuen Arbeitgeber: Die Ansbacherin Luisa Geiselsöder, bisher in Diensten der Dallas Wings, wechselt zum zweiten Liga-Neuling, den Portland Fire.

Dass in der Liga ein solches Stühlerücken stattfindet, liegt zum einen an persönlichen Präferenzen. Satou Sabally, eines der prominentesten Gesichter des Betriebs, geht in New York in ihr siebtes Profijahr, sie hat mehrfach betont, dass sie endlich den Titel holen will. Vergangene Saison war sie im Finale nah dran, doch dann stoppten sie eine Gehirnerschütterung und ein übermächtiger Gegner, die Las Vegas Aces. In New York ist die Übermacht mit ihrer Ankunft jetzt auf ihrer Seite: Neben Nationalteam-Kollegin Fiebich heißen ihre Mitspielerinnen künftig Breanna Stewart, Sabrina Ionescu oder Jonquel Jones – allesamt Ausnahmeerscheinungen des Frauenbasketballs.

Sabally und Fiebich, diese beiden haben auch mit dem Nationalteam einiges vor in diesem Sommer

Mit Fiebich spielt Sabally seit vielen Jahren in der DBB-Auswahl zusammen, wobei ihr Verhältnis von schwankender Natur ist. Fiebich, die Länderspiele als Herzensangelegenheit versteht, kritisierte mehrfach öffentlich Saballys häufiges Fehlen wegen anderer Verpflichtungen. „Ich sag’s mal so: Satou wird ja auch ‚Unicorn‘ genannt (dt. Einhorn, wegen ihrer Vielseitigkeit/Anm. d. Red.), sie gilt als besondere Spielerin und genauso ist sie auch als Typ: Sie macht, was sie will“, sagte die Landsbergerin vor knapp einem Jahr zur SZ. Damals hatte Sabally auf die EM mit einer Vorrunde in Hamburg verzichtet, um sich auf die WNBA zu konzentrieren. Im kommenden Spätsommer will sie aber bei der Heim-WM in Berlin unbedingt dabei sein. Medaillenchancen und Auftritte quasi im eigenen Wohnzimmer, das reizt sie.

Ansonsten fokussiert sich Sabally aber klar auf ihre Karriere in den USA und sie macht keinen Hehl daraus, dass ihr Begleiterscheinungen des Geschäfts wie Eigenvermarktung, Sponsoring oder ordentlich dotierte Verträge ein Anliegen sind. Die gibt es neuerdings zuhauf in der WNBA – und das führt zum eigentlichen Grund der aktuellen Umwälzungen in der Liga: Ab kommender Saison gilt ein neuer, langfristiger Tarifvertrag, der auf steigenden Einnahmen durch einen Medienrechte-Deal über elf Jahre basiert. Volumen: 2,2 Milliarden Dollar. Geld, von dem sich die Spielerinnengewerkschaft nun durch Streikdrohungen und harte Verhandlungen Anteile erstritten hat. Das Mindestgehalt von WNBA-Spielerinnen beträgt fortan 270 000 Dollar pro Jahr, erste Millionengehälter (etwa bei Brittney Griner, vor allem bekannt durch ihre Haft in Russland) sind möglich, dank der Partizipation an den TV-Geldern. Im Vergleich zu den Fabelsummen der Männer in der NBA ist das immer noch überschaubar, aber ein Anfang ist gemacht – und Spielerinnen wie Satou Sabally verdienen so ein Vielfaches mehr.

„Der Tarifvertrag führt das erste umfassende Modell zur Umsatzbeteiligung in der Geschichte des professionellen Frauensports ein“, hieß es in einer Erklärung von Liga und Gewerkschaft. Und weil die Liga wächst, mussten neue Standorte her: Beim Expansionsklub Toronto Tempo fungiert nun der deutsche Bundestrainer Olaf Lange im Zweitjob als Assistent. Der Verein durfte sich aus einem Pool an verfügbaren Spielerinnen bisheriger Teams bedienen und wählte unter anderem Nyara Sabally. Ähnlich verfuhr man in Portland mit Geiselsöder, die dort auf eine weitere Deutsche trifft: Vergangene Nacht sicherte sich der Klub im Draft Nationalspielerin Frieda Bühner. Schlagzeilen wie bei Satou Sabally produzierten diese Wechsel freilich nicht, aber das kann noch kommen in der neuen, glitzernden Welt des US-Frauenbasketballs.

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