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WM-Qualifikation:"Nur Kimmich auf ganz hohem internationalen Niveau"

Das ging los im Sturm. Das Spiel zeigte, wie viele Optionen Löw plötzlich zur Verfügung stehen. Wie würde das DFB-Team - ohne Timo Werner, ohne Mario Gomez - gegen die Nordiren angreifen? Gegen diese Mannschaft, die in sieben von acht Qualifikationsspielen ohne Gegentor geblieben war; die im Windsor Park ein Publikum auf ihrer Seite wusste, das jeden Befreiungsschlag, jede missglückte Aktion der Deutschen ausführlich feierte.

Löw hatte die Position in der Sturmmitte Sandro Wagner angetragen, und der spielte fast nordirischer als alle Nordiren. In jeden Zweikampf warf er sich, er diente als Anspielstation in der Spitze, schirmte Bälle ab - und traf aus der Distanz zum 2:0. "Wir haben sehr gute Möglichkeiten in der Offensive, viele unterschiedliche Spielertypen", sagte Hummels hinterher. Und Wagner sagte, auch angesichts der Einwechslungen von Leroy Sané und Lars Stindl: "Ich denke, über die Offensive brauchen wir uns keine Gedanken machen." Was er meinte: keine Sorgen.

Wie die Außenverteidigerposition besetzen?

Im Grunde scheint das auch für die weiteren Zentrumspositionen zu gelten, allein in der Abwehr standen sechs Innenverteidiger zur Verfügung, im Mittelfeld sortierten Toni Kroos und Sebastian Rudy das Spiel gegen die Nordiren, die zeitweise mit einem 5-5-0-System spielten: fünf Verteidiger und davor fünf sehr defensive Mittelfeldspieler. Was Löw vielmehr umtreibt, ist ein Thema, das sein Team schon lange verfolgt: die optimale Besetzung der Außenverteidigerposition.

Er sehe "nur Kimmich auf ganz hohem internationalen Niveau"', sagte Löw nach dem Spiel, die anderen müssten "reifen". Für Marvin Plattenhardt war das nicht die beste Nachricht, er hatte gerade 90 Minuten lang als weiterer Außenverteidiger gespielt. Jahrelang bestand ja eine Vakanz auf genau dieser linken Seite, mal spielte dort Marcel Schmelzer, mal Erik Durm, mal Benedikt Höwedes, zuletzt eigentlich immer Jonas Hector (der diesmal verletzt fehlte). Die rechte Seite kam hingegen ohne größere Fluktuation aus, bis zu seinem Karriereende spielte dort Philipp Lahm, nun halt Kimmich - der erst das 1:0 von Rudy vorbereitete und später das 3:0 selbst schoss. Wobei Löw auch sagte, dass er sich wünsche, die Positionen auf Außen doppelt zu besetzen. Das kann er selbst rechts hinten höchstens noch mit dem Leverkusener Benjamin Henrichs.

Es gebe "viele Positionen, wo wir sehr viel Auswahl haben, auf anderen Positionen vielleicht ein bisschen weniger", sagte auch Thomas Müller. Es ist wahrscheinlich zu spät für Löw, bis zum Sommer einen neuen Weltklasse-Linksverteidiger zu casten, der Plan wird darin bestehen, auf eine reibungslose Genesung von Hector zu hoffen. Eine seiner Aufgaben wird sein, in den Spielen bis zur WM einen Plattenhardt so gut zu integrieren, dass er keine Bedenken haben muss, ihn im Ernstfall aufzustellen. Das Spiel am Sonntag gegen Aserbaidschan könnte da ein weiterer Schritt sein. Und es könnte jenes Spiel sein, mit dem das DFB-Team den Qualifikationsrekord der Spanier einstellt.

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