WM-Grafikprojekt zum Fußballgeschäft Premier League dominiert

  • Verbundenheit der Kolonialgebiete

Fünf Nationen kommen vom afrikanischen Kontinent zur WM. Ihr Geld aber verdienen die meisten Spieler in europäischen Ligen. Auffällig ist dabei die Verbindung zwischen früheren Kolonialmächten und den einst unterdrückten Ländern. Aus dem Kader Nigerias etwa spielen die meisten Legionäre (6) im Land ihrer ehemaligen Kolonialherren, in England. Spieler der Elfenbeinküste (5) und Kameruns (7) sind entsprechend in der französischen Liga stark vertreten. Das mag auch mit der Attraktivität der europäischen Ligen zu tun haben - und damit, dass in den einstigen Kolonialgebieten die Sprache der früheren Herrscher oft noch Amtsprache ist.

  • Premier League dominiert

Wer wird nun Weltmeister? Mit ziemlicher Sicherheit ein Spieler aus der Premier League. Aus der finanzstärksten Liga der Welt fahren 115 Spieler nach Brasilien, so viele wie aus keiner anderen Liga. Die italienische Serie A bietet 82 WM-Teilnehmer auf, die Bundesliga 76 und die Primera División im Weltmeisterland Spanien 64 - knapp halb so viele wie England. Insgesamt 28 WM-Teams greifen auf das Potenzial der Premier League zurück. Nur Italien, Russland, die Schweiz und Costa Rica vertrauen darauf, dass sie auch ohne Fußballer, die das robuste Spiel in britischen Stadien gewohnt sind, Weltmeister werden können.

Die Spieler der Premier League verteilen sich auf Teams aller fünf Kontinentalverbände. Neun Profis spielen in Teams aus dem nord- und mittelamerikanischen Fußballverband, 16 in südamerikanischen, 15 in afrikanischen, elf in asiatischen und 64 in europäischen Teams. Auch die Ligen in Deutschland, Spanien, Portugal und Niederlande haben WM-Spieler aus fünf Kontinentalverbänden in ihren Liga-Teams.

Auffällig ist, dass 26 Teilnehmer aus der türkischen Süper Lig bei der WM dabei sind, die Türkei sich aber nicht qualifiziert hat. Eine starke Liga bedeutet eben nicht automatisch einen großen Erfolg bei einer WM - das werden Wayne Rooney, Steven Gerrard und Danny Welbeck nicht so gerne hören.