bedeckt München 29°

WM-Ausrichter:Katar: Grenzen sprengen

Gewiss, Katar war optimistisch: In der Hauptstadt Doha hieß es noch wenige Stunden vor der Vergabe der WM2022, die Präsentation in Zürich sei gelungen gewesen und gut angekommen. Als dann aber Fifa-Präsident Sepp Blatter am Nachmittag den Umschlag mit dem WM-Gastgeber 2022 öffnete und tatsächlich die Karte mit der Aufschrift "Katar" hervorzog, da blickten selbst die Vertreter des Scheichstaates verblüfft. Katar hat noch nie ein vergleichbares Großereignis ausgerichtet.

Jubel in Katar über die Ausrichtung der WM 2022.

(Foto: AP)

Aus deutscher Sicht hat der Zuschlag an Katar immerhin einen Vorteil: Das Schienennetz, das für die WM gebaut werden soll, soll unter Mithilfe der Deutschen Bahn errichtet werden. Geplant sind zwölf Stadien in sieben Städten, Arenen wie das noch zu bauende Lusail-Stadion werden voll klimatisiert sein - die WM wird in den heißesten Monaten des Jahres stattfinden, Temperaturen unter 30 Grad werden eine Seltenheit sein.

Das Budget beträgt 2,9 Milliarden Euro, die Stadien werden in einem Baukastensystem errichtet und nach der WM wieder abgebaut, die Materialien sollen dann für andere Bauprojekte wiederverwendbar sein. Damit begegnen die Katari der Gefahr leerstehender Stadien nach der WM: Bislang spielt in Fußball in Katar keine große Rolle. Das Land hat noch nie an einer WM teilgenommen.