Kritik an Cristiano RonaldoDie Gegenspieler fürchten ihn nicht mehr

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Null Schüsse aufs Tor, null abgeschlossene Dribblings: Cristiano Ronaldo verlässt wortlos das Spielfeld.
Null Schüsse aufs Tor, null abgeschlossene Dribblings: Cristiano Ronaldo verlässt wortlos das Spielfeld. Alex Slitz/Getty/AFP

Nach Portugals enttäuschendem WM-Start wächst die Kritik an Cristiano Ronaldo. Seine Bilanz ist schlecht – und sein letzter Treffer bei einem großen Turnier liegt lange zurück.

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Der Abschied passte ins Bild. Während sich seine Teamkollegen noch auf eine Ehrenrunde machten, war Cristiano Ronaldo längst frustriert in der Kabine verschwunden. Und es drängte sich die Frage auf: Wäre Portugal ohne seinen 41 Jahre alten Kapitän nicht einfach besser dran? Die Gegenspieler scheinen ihn schon mal nicht mehr zu fürchten.

„Das Team war seinem Vertrauen in Ronaldo ausgeliefert. Doch Vertrauen allein genügt nicht – erst recht nicht in den aktuellen Ronaldo“, lautete das harte Urteil der Tageszeitung Público nach dem enttäuschenden 1:1 (1:1) gegen die Demokratische Republik Kongo. „Houston, wir haben ein Problem“, klagte Expresso: Ronaldo sei „wirkungslos“ geblieben.

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Auch Thierry Henry kannte keine Gnade. Der französische Weltmeister von 1998 warf Ronaldo Egoismus vor. „Für alle Leute zu Hause, eine Sache ist ganz wichtig“, sagte der frühere Torjäger Henry in seiner Rolle als TV-Experte: „Die Mannschaft muss treffen, nicht du musst treffen.“ Laut Henry verweigert Ronaldo Laufwege, die seine Teamkollegen in gute Abschlusspositionen bringen würden, weil er selbst Tore erzielen will.

Die Debatten um Ronaldo sind nicht neu beim Europameister von 2016. Denn sein letztes Tor bei einem großen Turnier liegt schon zehn Spiele und 802 Minuten zurück. Im Auftaktspiel der WM 2022 in Katar traf Ronaldo per Elfmeter, im weiteren Turnierverlauf und auch bei der EM 2024 in Deutschland warteten Zuschauer vergeblich auf eine Zugabe.

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Ronaldos Bilanz: null Schüsse aufs Tor, null abgeschlossene Dribblings, null Schlüsselpässe

Sichtlich getroffen lehnte Ronaldo nach dem Spiel sämtliche Interviewanfragen ab, schlich im Pulk seiner Mitspieler an der Schar der wartenden Journalisten vorbei aus dem Stadion. „Es war nicht der Start, den wir wollten, aber das ist noch lange nicht zu Ende. Kopf hoch und Fokus auf das nächste Spiel“, schrieb er nach dem Auftakt zu seiner sechsten WM lediglich in den Sozialen Medien.

Besonders dürfte ihn wurmen, dass alle anderen prominenten Stürmer am ersten Vorrundenspieltag geglänzt hatten. Erling Haaland, Kylian Mbappé und Harry Kane trafen zweimal, sein ewiger Rivale Lionel Messi sogar dreimal. Ronaldo dagegen wirkte fehl am Platz. Die Bilanz: null Schüsse aufs Tor, null abgeschlossene Dribblings, null Schlüsselpässe – und sogar weniger Ballkontakte, nämlich 25, als der kongolesische Torhüter Lionel Mpasi-Nzau, der auf 35 kam. „Wir wissen, dass er nicht mehr derselbe ist wie früher. Er ist ein bisschen älter jetzt“, meinte Kongos Ngal Ayel Mukau, besondere Manndeckung habe es „nicht wirklich“ gebraucht.

Nationaltrainer Roberto Martínez wollte das Ergebnis nicht überbewerten. „Es ist besser, in der Gruppenphase so eine Leistung zu zeigen und sich noch deutlich zu verbessern, denn die Einstellung war sehr gut“, sagte er. Die frühe Führung von Joao Neves (6. Minute) hatte Yoane Wissa (45.+5) noch vor der Pause egalisiert. Doch Martínez, der seinen Posten nach der WM räumen wird, steht vor einer kniffligen Entscheidung: Bleibt Ronaldo auch gegen Usbekistan seine zentrale Figur? „Die historische Bürde, Cristiano Ronaldo in guten wie in schlechten Zeiten auf dem Platz zu halten, lastet schwer auf ihnen. Und das hilft sicherlich nicht“, schrieb die spanische Marca und brachte den Stotterstart auf den Punkt.

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