Fußball-WM 2026DFB und Red Bull finden wohl eine gemeinsame Klopp-Lösung

Verabschiedet sich Jürgen Klopp (li.) bald von Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff?
Verabschiedet sich Jürgen Klopp (li.) bald von Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff? Jan Woitas/dpa

DFB-Präsident Neuendorf erzielt beim Treffen mit Red-Bull-Chef Mintzlaff wohl eine Einigung auf dem Weg zum Engagement von Klopp als Bundestrainer. Argentinien will gegen England unbedingt in blauen Trikots spielen.

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Wichtige Updates
Balogun äußert sich zu „Kontroversen“ um aufgehobene Sperre 
Fifa lässt WM-Pokal in Koffer von Luxusmarke aufbewahren 
Yamal reagiert auf Rassismus-Eklat vor WM-Halbfinale
Früherer Bundesliga-Profi Bilic neuer kroatischer Nationaltrainer
Was die Fifa-Setzliste mit den Halbfinals zu tun hat

Wegen 1986: Argentinien will in blauen Trikots gegen England spielen

Vor dem WM-Halbfinale gegen England hat Alexis Mac Allister die Bedeutung von Diego Maradona für Argentinien hervorgehoben und den Viertelfinal-Erfolg von 1986 als besondere Motivation ausgemacht. Damals hatte Maradona sein Team mit „der Hand Gottes“ und einem sensationellen Solo zum 2:1 geführt – später holte Argentinien den Titel.

„Ich weiß nicht, ob es nur Zufall ist, aber in den letzten Tagen habe ich angefangen, Videos von Diego zu sehen, vom Spiel 1986 und anderen Dingen“, sagte Mac Allister vor dem Kracher am Mittwoch (21 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) in Atlanta: „Diego repräsentiert so viel für das Land und ich hoffe, dass wir etwas Ähnliches schaffen können wie das, was sie 1986 getan haben.“

Dafür greifen die Argentinier in die Trickkiste. Wie beim Coup vor 40 Jahren werden sie in ihrer „Glücksfarbe“ auflaufen und die dunkelblauen Auswärtstrikots tragen. Dafür erhielten sie sogar Lob vom Gegner. „Das hätte ich auch so gemacht“, sagte Englands Trainer Thomas Tuchel: „Ich wusste das aber gar nicht.“

Weltmeistertrainer Lionel Scaloni betonte derweil, es sei wichtig, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Es gehe um Fußball, der Falkland-Krieg zwischen Argentiniern und Briten aus dem Jahr 1982, der viele Todesopfer gefordert hatte, solle beim emotional aufgeladenen Duell der beiden Rivalen keine große Rolle spielen.

„Natürlich erinnern wir uns an die damals Verstorbenen, aber hier geht es nur um ein Fußballspiel“, sagte Scaloni: „Wir müssen die Dinge voneinander trennen. Was haben die Spieler von heute oder morgen damit zu tun, was vor vielen Jahren passiert ist? Es war sehr traurig. Aber es wäre falsch, das ins Spiel zu tragen.“
Newsdesk
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DFB und Red Bull machen wohl den nächsten Schritt bei Gesprächen

Auf dem Weg zu einem Engagement von Jürgen Klopp als Bundestrainer haben DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff anscheinend eine Lösung gefunden. Konkrete Ergebnisse über das Treffen in München wurden von den Verhandlungspartnern zunächst nicht veröffentlicht. Nach dpa-Informationen ist aber ein Deal gefunden worden, der den schon zuvor vorgezeichneten Weg von Klopp in das Bundestrainer-Amt endgültig ermöglicht.

Knackpunkt der Gespräche zwischen Neuendorf und Mintzlaff war Klopps Vertrag als Head of Global Soccer bei Red Bull. In dieser Funktion ist der 59-Jährige noch bis 2029 an den österreichischen Getränke-Konzern gebunden. Zwischen DFB und Red Bull ging es daher um mögliche Kompensationsleistungen, wenn das Unternehmen Klopp vorzeitig ziehen lässt. Der ehemalige Vereinscoach will unbedingt die Nachfolge von Julian Nagelsmann bei der Nationalmannschaft antreten. Mintzlaff soll zum WM-Finale nach New York fliegen und sich dort mit Klopp treffen. Dieser arbeitet während des WM-Turniers als Experte für MagentaTV. Seinen letzten Einsatz hat er beim Endspiel. Entscheidend für die Bundestrainer-Frage ist diese direkte Zusammenkunft aber nicht mehr.

Bei einem Gipfeltreffen von Neuendorf und DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke mit Wunschkandidat Klopp am vergangenen Freitag in New York hatten sich beide Parteien bereits grundsätzlich auf eine Zusammenarbeit verständigt. Es wurden „wesentliche Eckpunkte eines potenziellen Vertrages“ vereinbart. Klopp soll demnach einen Kontrakt bis zur nächsten WM 2030 erhalten. Als letztes Hindernis gilt die vertragliche Lösung der Red-Bull-Verbindung. „Beide Seiten sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen - vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull - letztlich erfolgreich abgeschlossen werden können“, hieß es in der DFB-Mitteilung.

Balogun äußert sich zu „Kontroversen“ um aufgehobene Sperre 

Gut eine Woche nach dem WM-Skandal um die aufgehobene Sperre von Folarin Balogun hat sich der Stürmer der USA nochmals zu Wort gemeldet. Der 25 Jahre alte Fußballprofi sprach in der Sendung „CBS Mornings“ über die besonderen Tage rund um seinen Platzverweis beim Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina und die darauffolgende Sperre, die nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei Gianni Infantino aufgehoben wurde.

„Ich war komplett schockiert. Aber ich musste die Entscheidung akzeptieren“, sagte Balogun über seinen harten, aber unabsichtlichen Tritt im ersten K.-o.-Spiel, der bei dem 2:0 zu einer roten Karte nach Überprüfung der Videobilder geführt hatte. „Wenn etwas nicht absichtlich ist, sollte es niemals Rot geben. Es war einfach eine unglückliche Situation“, erklärte Balogun.

Die Aufhebung hätte auch einen Einfluss auf die Mannschaft gehabt, sagt Balogun: „Ich konnte bei meinen Teamkollegen fast ein wenig Nervosität erkennen, weil das eine so einzigartige Situation ist. Es hat viel mehr Druck auf uns gepackt, als wir brauchten“, sagte Balogun. „Je näher das Spiel rückte, desto mehr versuchte ich, mich so gut wie möglich zu konzentrieren. Doch es war unheimlich schwierig – es gab unheimlich viel Lärm und Ablenkung von außen, und das lässt sich im Kopf nur schwer komplett ausschalten“, sagte Balogun, 

Der Weltverband Fifa hob die Sperre überraschend und einen Tag vor dem Achtelfinale (1:4 gegen Belgien) wieder auf. Zuvor hatte US-Präsident Trump nach eigenen Angaben mit einem Anruf bei Fifa-Chef Infantino um eine Überprüfung der Sperre gebeten.

„Meine erste Reaktion war, dass ich glücklich war, zurück zum Team zu kommen. Ich wusste, es würde für Kontroversen sorgen“, sagte Balogun, der sich schon beim Achtelfinale in Seattle den vielen Fragen gestellt – und sich dabei ähnlich wie nun in der TV-Sendung zu dem Thema geäußert hatte.

„Es war schwierig, es gab viele Nebengeräusche – das ist kaum zu verhindern“, fügte der Angreifer von AS Monaco an. Er selbst zeigte bei der klaren Niederlage gegen die inzwischen ebenfalls ausgeschiedenen Belgier eine durchwachsene sportliche Leistung. 

Messi gegen England – eine Premiere

Lionel Andrés Messi Cuccittini ist mittlerweile 39 Jahre alt, er hat im Weltfußball alles erlebt und fast gegen jeden gespielt. Aber ein Duell Messi gegen Englands Nationalelf gab es tatsächlich noch nie. Zeit wird’s morgen um 21 Uhr (Liveticker auf SZ.de). 
Es ist ein besonderes Spiel, weil ich zum ersten Mal gegen sie antrete. Gegen alle anderen habe ich schon gespielt, aber noch nie gegen England.

Warum die Personalie Klopp ein gewisses Grummeln umgibt

Dass Jürgen Klopp bald Trainer der Nationalelf wird, ist sehr wahrscheinlich, es laufen schließlich längst Gespräche zwischen ihm und hohen Vertretern des deutschen Fußballs. Aber wer redet neben den DFB-Oberen Hans-Joachim Watzke und Bernd Neuendorf eigentlich sonst noch mit bei dieser Personalie? SZ-Sportpolitik-Experte Johannes Aumüller hat mal die sogenannten "Gremien" durchforstet: 

Auch der deutsche Schiedsrichter Zwayer bei WM raus 

Für den deutschen Schiedsrichter Felix Zwayer ist die WM nach zwei Einsätzen in der Vorrunde vorzeitig beendet. Der 45 Jahre alte Berliner wird am Finalwochenende kein weiteres Spiel leiten und hat das Schiedsrichter-Quartier in Amerika bereits verlassen, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf Anfrage mitteilte.

Zwayer hat bei der WM den zweiten Auftritt von Gastgeber USA gegen Australien (2:0) sowie das Duell Demokratische Republik Kongo gegen Usbekistan (3:1) geleitet. Der Deutsche zeigte in beiden Partien eine starke Leistung, fiel aber bei seinem ersten Einsatz in Seattle auch mit einem Krampf in der Nachspielzeit auf.   |  Bislang nicht abgereist ist Bastian Dankert, der sich als Videoschiedsrichter noch Hoffnungen auf einen Einsatz im WM-Finale am Sonntag machen darf. 

Abpfiff für Felix Zwayer bei der WM. Der deutsche Schiedsrichter leitet kein Spiel am Finalwochenende.
Abpfiff für Felix Zwayer bei der WM. Der deutsche Schiedsrichter leitet kein Spiel am Finalwochenende. Imagn Images/Reuters

Fifa lässt WM-Pokal in Koffer von Luxusmarke aufbewahren 

Der Weltverband Fifa wird zum Abschluss seiner WM auch einen Trophäenkoffer einer Luxusmarke in seine Finalshow einbeziehen. Die französische Marke Louis Vuitton soll demnach „den offiziellen, speziell angefertigten Trophäenkoffer, der für den Transport und die Präsentation der wohl bekanntesten Trophäe im Sport entwickelt wurde“ präsentieren, wie die Fifa vor den beiden Halbfinals mitteilte.

Im Netz gab es umgehend Kritik an der Aktion des Weltverbandes, der bei der WM zum Beispiel auch die neu eingeführten Trinkpausen an einen Namenssponsor verkauft hat. Louis Vuitton hat nach Fifa-Angaben bereits in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 den Trophäenkoffer für den WM-Sieger präsentiert. 

Messi und die Elfer – England-Keeper sieht keinen Vorteil

Jordan Pickford musste schmunzeln. Schon zwei verschossene Elfmeter von Lionel Messi bei der WM? „Ich glaube, so einen Spieler wie Messi bringt das nicht aus der Ruhe“, sagte der englische Torhüter vor dem Halbfinale, in dem es auch zum „direkten Duell“ zwischen ihm und der argentinischen Bekanntheit kommen könnte. Einen psychologischen Vorteil sieht Pickford nicht: „Er wird es einfach durchziehen – und wenn es so weit kommt, heißt es: ich gegen ihn.“

Messi erzielte bei der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada bisher acht Treffer, vom Punkt blieb der 39 Jahre alte Superstar gegen Österreich und Ägypten jedoch glücklos. Niemand, der viele Elfmeter schieße, könne eine „100-Prozent-Quote“ vorweisen, sagte Pickford. Der Keeper warnte davor, sich im Kampf um das WM-Endspiel nur auf den Ausnahmekönner zu konzentrieren: „Wir wissen alle, wie gut Messi ist. Aber wir wissen auch, wie gut Argentinien ist.“

Die Engländer wollen erstmals seit ihrem bislang einzigen WM-Triumph 1966 wieder ins Finale einziehen – und sich auf ihre eigenen Stärken konzentrieren. „Ich spreche viel über Messi, weil er einer der Größten aller Zeiten ist. Aber man darf nicht übersehen, welche Fähigkeiten und welches Talent wir in unserem Kader haben – im Angriff, in der Verteidigung, im Zusammenhalt – wir haben einfach alles“, sagte Pickford.

Du bist der Favorit! Nein du! – das war die Nacht 

Pressekonferenzen vor großen Spielen sind oft kleine Theaterstücke. Besonders erfahrene Trainer wissen das. Echte Informationen möchte man aus taktischen Gründen nicht preisgeben, aber man kann kleine Botschaften über den Auftritt senden. Frankreichs Didier Deschamps und Spaniens Luis de la Fuente sind bereits Welt- beziehungsweise Europameister, sie wissen das natürlich. Also schieben sie sich vor dem Halbfinalduell um 21 Uhr deutscher Zeit in Dallas die Favoritenrolle gegenseitig hin und her. SZ-Sportchef Claudio Catuogno war dort und kann berichten, dass die Pressekonferenz doch noch ein ernstes Thema hatte – in dem sich beide Nationen aber vollkommen einig waren.

Yamal reagiert auf Rassismus-Eklat vor WM-Halbfinale

Spaniens Lamine Yamal hat nach der rassistischen Äußerung des ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy vor dem WM-Halbfinale gegen Frankreich auf die verbindende Kraft des Fußballs verwiesen. „Wenn Fußball etwas bewirken kann, dann Integration. Frankreich und wir sind beide Beispiele für Integration. Darum geht es im Fußball – nicht darum, über Aussagen anderer Menschen zu sprechen", sagte der Flügelspieler an seinem 19. Geburtstag.

„Morgen spielen wir eines der schönsten Spiele, die man bei einer Weltmeisterschaft erleben kann. Ich glaube nicht, dass jetzt der richtige Moment ist, darüber zu sprechen", sagte Yamal vor dem Halbfinale gegen Frankreich (21 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV).

Rajoy, früher Politiker der konservativen Volkspartei PP, hatte in einem Beitrag für die Digitalzeitung El Debate geschrieben, Frankreich verfüge über einen Kader auf höchstem Niveau. Allerdings stünden keine Franzosen in dem Fußball-Team, behauptete er. Rajoys Beitrag stieß sowohl in Frankreich als auch in Spanien vor der Partie in Arlington bei Dallas auf scharfe Ablehnung. 

Trump-Beauftragter: Englischer WM-Titel wäre schöner Triumph

Dem Fifa-Beauftragten des Weißen Hauses, Andrew Giuliani, würde England als neuer Fußball-Weltmeister gefallen. „Wissen Sie, da die Vereinigten Staaten nicht gewinnen können an unserem 250. Geburtstag, wäre es eine großartige Geschichte, wenn die Engländer nach Amerika kommen und während unserer Jubiläumsfeierlichkeiten gewinnen", sagte der von US-Präsident Donald Trump eingesetzte Giuliani der Daily Mail. „Die vergangenen 60 Jahre waren schmerzhaft für England und es wäre ein schöner Triumph für sie, wenn sie das Turnier gewinnen."

England spielt im Halbfinale am Mittwoch gegen Titelverteidiger Argentinien (21 Uhr MESZ/ARD und Magenta TV) und strebt den ersten WM-Titel seit 1966 an.

Haaland mit Waschbär-Souvenir – fast 90 000 feiern Norweger

Stürmer Erling Haaland hat offensichtlich eine Vorliebe für ausgefallene Souvenirs. Bei der WM-Rückkehr der norwegischen Nationalmannschaft stieg der 25-Jährige mit einem ausgestopften Waschbären in der Hand aus dem Flugzeug.

„Er ist mir nach Hause gefolgt“, schrieb Haaland auf Instagram. In der Hand hält der Waschbär eine Glasflasche. Norwegen war am Samstag im Viertelfinale in Miami durch ein 1:2 nach Verlängerung gegen England ausgeschieden.
Erling Haaland mit seinem Waschbär.
Erling Haaland mit seinem Waschbär. Jan Langhaug / NTB via Reuters
Vom Flughafen Gardermoen ging es zum Osloer Schloss, wo die Mannschaft von König Harald, Prinz Haakon und anderen Mitgliedern der Königsfamilie empfangen wurde. Mit der Kleiderordnung nahm man es nicht so genau, einige Spieler kamen in kurzen Hosen. Borussia Dortmunds Julian Ryerson trug Flip-Flops. „Er hat uns zu Hause willkommen geheißen und uns zu unserer Leistung gratuliert“, sagte Kapitän Martin Ödegaard über die Begegnung mit dem 89 Jahre alten König.

Zwischen dem Palast und dem Universitätsplatz, einer Entfernung von etwa 450 Metern, hatten sich 88 000 Menschen versammelt, um die Mannschaft zu feiern. Kronprinz Haakon stand an der Trommel und gab den Rhythmus vor. „Ich habe mein Bestes gegeben, wir sind etwas ins Hintertreffen geraten. Sie haben gut gerudert“, sagte Haakon. Der Thronfolger gab zu, im Vorfeld etwas geübt zu haben.
Haaland und Sander Berge waren zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Weg in den Urlaub nach Sizilien. Zunächst wollte das Duo gar nicht nach Norwegen reisen, ließ sich dann aber doch davon überzeugen. Aufgrund des verspäteten Abflugs der Mannschaft aus Miami mussten Haaland und Berge den Empfang dann früher verlassen.

Nach der Ruder-Einlage bestieg das Team einen offenen Bus, der sich dann auf dem Weg zum Rathausplatz machte. Aufgrund der Menschenmenge kam das Team jedoch nur langsam voran. „Hier zu stehen und ein bisschen Geschichte geschrieben zu haben, das sind Erinnerungen, die für immer bleiben werden“, sagte Torwart Örjan Nyland. 
Newsdesk
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Früherer Bundesliga-Profi Bilic neuer kroatischer Nationaltrainer

Slaven Bilic wird abermals Trainer der kroatischen Nationalmannschaft. Das Exekutivkomitee habe einem entsprechenden Vorschlag von Präsident Marijan Kustic zugestimmt, teilte der Verband HNS am Montag mit, ohne eine Vertragslaufzeit zu nennen. Bilic, der Kroatien bereits zwischen 2006 und 2012 betreut hatte, folgt auf Erfolgscoach Zlatko Dalic. Dieser war nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Portugal (1:2) zurückgetreten.

„Die Nachfolge von Zlatko anzutreten, ist keine leichte Aufgabe“, sagte Kustic über den WM-Zweiten von 2018 und WM-Dritten von 2022, „doch wir sind davon überzeugt, dass Slaven der richtige Mann für diese Rolle ist.“ Bilic, zuletzt auf der Bank des saudischen Erstligisten al-Fateh, sprach von der „größtmöglichen Ehre“. Er sei sich der hohen Erwartungen bewusst, „doch wer Kroatien trainiert, muss darauf vorbereitet sein – schließlich sind wir eine Fußballnation, die mit ihrer Mannschaft fiebert und lebt“.

Der 57-Jährige, von 1993 bis 1996 beim Karlsruher SC in der Bundesliga aktiv, hatte als Verteidiger einst selbst 44 Länderspiele (drei Tore) bestritten. Als kroatischer Nationaltrainer erreichte er 2008 das EM-Viertelfinale. Die WM 2010 verpassten die „Vatreni“ unter seiner Führung, bei der EM 2012 war in der Vorrunde Schluss. „Ich bin heute ein reiferer und erfahrenerer Trainer“, sagte Bilic. Allerdings besitze er „nach wie vor denselben Tatendrang und den Wunsch, Kroatien als starke, mutige und erfolgreiche Mannschaft zu sehen“.
Newsdesk
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Was die Fifa-Setzliste mit den Halbfinals zu tun hat

Die Fifa-Weltrangliste hat lange keine wirkliche Rolle gespielt. Doch auch das hat sich mit dieser WM geändert  – weil der Weltverband mit einer Setzliste bei der Auslosung dafür gesorgt hat, dass dieses Ranking relevanter wird. So konnten sich die besten vier Mannschaften der Rangliste erst im Halbfinale gegenüberstehen, was nun mit Spitzenreiter Frankreich, Titelverteidiger Argentinien, Spanien und England eingetreten ist. Hat sich die Fifa damit einen Gefallen getan? Das kommentiert Martin Schneider und geht dabei auch darauf ein, wie sich die neue Bedeutung der Weltrangliste auf die deutsche Nationalmannschaft auswirkt.

Kroos spricht über Tuchel/Bellingham und hat Verständnis

Toni Kroos sieht in der Auseinandersetzung zwischen England-Coach Thomas Tuchel und Jude Bellingham kein größeres Problem. „Ich glaube, dass die Situation ausgenutzt worden ist. Ich glaube, dass da gar keine Meinungsverschiedenheiten sind“, sagte der Weltmeister von 2014 in seinem TikTok-Format „Kroos und Kroos: die WM unter der Lupe“ zusammen mit seinem Bruder Felix Kroos. Nach dem hart erkämpften 2:1 im Viertelfinale in Miami gegen Norwegen hatte Tuchel sein Team für ihre Spielweise und technische Fehler öffentlich kritisiert. 

Bellingham war darauf angesprochen worden und hatte irritiert reagiert. „Ich war in Miami, mehrfach zur Vorbereitung, das ist einer der ekligsten Plätze. Da ist so eine eklige Luftfeuchtigkeit. Wenn du da 120 Minuten gespielt hast, willst du alles hören, außer, dass du scheiße warst, vor allem wenn du weitergekommen bist. Daher kommt es, dass du dann ein bisschen gereizt bist“, sagte Kroos dazu. Die Real-Madrid-Legende zeigte auch Verständnis für Tuchel. „Er hat ja inhaltlich absolut recht. England hat ja kein gutes Spiel gemacht“, sagte Kroos. 

„Wer, wenn nicht der Trainer, darf dann sagen, was nicht funktioniert hat. Vor allem, wenn er vorher zwei Minuten davon gesprochen hat, was für eine geile Mentalität die Mannschaft hat.“ Problematisch könne so etwas nur sein, wenn das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nicht intakt sei. „Aber ich habe ein paar Videos in den Wochen davor gesehen, die das Gegenteil zeigen."
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