Eröffnung der Fußball-WMShakira singt, aber die größte Attraktion ist das Stadion

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Tanz mit dem goldenen Ball: Szene von der Eröffnungsfeier im Aztekenstadion.
Tanz mit dem goldenen Ball: Szene von der Eröffnungsfeier im Aztekenstadion. Hannah McKay/Reuters

Keine langen Funktionärsreden, doch kein Gewitter: Die WM startet im berühmten Aztekenstadion von Mexiko-Stadt mit weniger Geschepper, als zu befürchten war.

Von Holger Gertz, Atlanta

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Grundüberzeugung von Fifa-Boss Gianni Infantino und seinen Zeremonienmeistern: Alles, was ikonisch werden soll, muss gewaltig sein und irrsinnig scheppern. Ein Irrtum übrigens. Wenn man sich die Bilder der ersten WM-Eröffnungsfeier von Mexiko-Stadt anschaut, anno 1970: Ikonisch waren und sind die Luftballons, die still in den Himmel über dem Aztekenstadion stiegen. Jeder, der Fußball liebt, kennt diese Momentaufnahmen.

Die Ära der arglosen Luftballon-Trauben ist vorbei, schließlich steht in den kommenden Wochen keine WM bevor, sondern „das größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit“ (Infantino). Drei Gastgeberländer, drei Eröffnungsfeiern. Die erste davon im guten alten Aztekenstadion, das zum dritten Mal (Rekord!) Schauplatz einer WM-Eröffnung sein durfte. Und das die Bühne bereitstellte unter anderem für die Sängerin Shakira, die schon 2010 einen WM-Song geliefert hatte: ausgerechnet in Südafrika, Heimat so herrlicher Musiker, sang eine Kolumbianerin „Waka Waka“.

„Dai Dai“ heißt ihr WM-Song 2026: Unterstützt vom nigerianischen Afrobeat-Helden Burna Boy nennt Shakira, als Meisterin der Reduplikation, das Leichtverständliche also wieder doppelt. Das kommt dann auch doppelt und dreifach gut an beim Publikum beziehungsweise Kunden: Über 100 Millionen Aufrufe hat der Titel auf Youtube. Ein Song wie eine musikgewordene Ansprache aller Großfürsten des Weltsports:  „You’re about to reach the glory/only one step away.“ Was Shakira hüftwackelnd vortrug, könnte genauso von den Honoratioren bei einer Olympia-Eröffnung dargeboten werden. Gottlob nicht hüftwackelnd.

Die Kick-Off-Show von Mexiko-Stadt gestaltete sich wesentlich bündiger, als zu erwarten gewesen wäre.
Die Kick-Off-Show von Mexiko-Stadt gestaltete sich wesentlich bündiger, als zu erwarten gewesen wäre. IMAGO/Jose Breton/IMAGO/ZUMA Press Wire
Nach „Waka Waka“ kommt „Dai Dai“: Shakira ist nach 2010 auch diesmal wieder für den offiziellen WM-Song verantwortlich.
Nach „Waka Waka“ kommt „Dai Dai“: Shakira ist nach 2010 auch diesmal wieder für den offiziellen WM-Song verantwortlich. Tom Weller/dpa

Eine größere Nähe zu olympischen Opening-Ceremonies war vorher erwartet oder auch befürchtet worden, Infantino ist schließlich auch Mitglied des IOC. Aber während bei den Olympia-Eröffnungen, zuletzt in Paris 2024, in oft mehrstündigen Events manchmal tatsächlich das Kunststück gelungen ist, Sportliches mit Kulturellem und sogar Historischem in Berührung zu bringen, gestaltete sich die Kick-Off-Show von Mexiko-Stadt dann doch wesentlich bündiger. Auftritt der mexikanischen Rockband Maná, Auftritt der Los Ángeles Azules und der Sängerin Belinda. Ihr Titel „Por Ella“, so hatte die Fifa vorher getrommelt, verbinde „moderne Popmusik mit Cumbia-Rhythmen und erweitert so den Soundtrack zur Endrunde 2026 um einen energiegeladenen, weltweiten Hit“. Derart großsprecherisch angekündigt stand eine ausschweifendere Show zu erwarten als das, was dann insgesamt zwanzig Minuten lang geboten wurde. „Party-Quickie mit Shakira“, schrieb die Bild.

Die prognostizierten Gewitter fielen aus

Immerhin sparte man sich bei diesem Zuschnitt des Zeremoniells lange, verlogene Funktionärs-Reden. Zu viele davon waren in den vergangenen Wochen zu hören gewesen. Statt des Auftritts zweier Labubus wäre vielleicht ein Ballett der mexikanischen WM-Maskottchen aus Vergangenheit und Gegenwart interessant gewesen, von Juanito (1970) über Pique (1986) bis Zayu (2026). Aber der Haupt-Act einer Eröffnungsfeier im Aztekenstadion ist sowieso immer das Aztekenstadion.

Auch das prognostizierte Gewitter verschattete die Eröffnungsfeier am Ende nicht. Noch fünfeinhalb Wochen dauert diese Weltmeisterschaft. Weitere Unwetter werden aufziehen, um sich zu entladen.

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