Dem ersten Urknall war unmittelbar ein zweiter gefolgt, es war damals also, wie man aus heutiger Sicht noch mal festhalten kann, ganz schön laut. Erst hat Philipp Lahm ein bis heute berühmtes Tor gegen Costa Rica geschossen, ein paar Tage später erzielte Oliver Neuville ein bis heute berühmtes Tor gegen Polen. Dass die deutschen Nationalspieler sich damals überhaupt auf den Torschuss konzentrieren konnten, ist eine Leistung, die bis heute viel zu wenig gewürdigt wird. Den Fuß stabil zu halten, war gar nicht so einfach bei all dem Gekreische und Gejauchze, das im Sommer 2006 über dem Land lag. Der zuständige Bundestrainer drehte die Regler mit seinen Auf-sie-mit-Gebrüll-Ansprachen auch noch weiter nach oben, aber dann musste er sich plötzlich eine nüchterne Frage stellen: Was würden die beiden emotionalen Auftaktsiege gegen Costa Rica (4:2) und Polen (1:0) denn nun bedeuten fürs dritte Gruppenspiel gegen – ja, tatsächlich – Ecuador?
DFB-Elf nach Sieg über ElfenbeinküsteAufdringliche Parallelen zu 2006
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Oliver Neuville dreht jubelnd ab, nachdem David Odonkor geflankt hatte und der Stürmer das 1:0 gegen Polen erzielte. Das war 2006. Und danach folgte, wie jetzt, das dritte Gruppenspiel gegen Ecuador.
Oliver Berg/dpaErst der Start gegen einen Außenseiter, dann ein Sieg in der Nachspielzeit und schließlich Ecuador: Der Turnierrhythmus der DFB-Elf ähnelt dem vor 20 Jahren. Dem Bundestrainer Nagelsmann stellen sich nun historische Aufgaben.
Von Christof Kneer
