Fußball-WMBelgien patzt erneut – zweiter Punkt für Iran

Lesezeit: 2 Min.

Belgiens Kevin De Bruyne (rechts) schreit nach einem Tritt von Mehdi Taremi auf.
Belgiens Kevin De Bruyne (rechts) schreit nach einem Tritt von Mehdi Taremi auf. Patrick T. Fallon/AFP

Nächstes Remis in Gruppe G: Nach einer roten Karte kommen die favorisierten Belgier nicht über ein 0:0 gegen Iran hinaus. Ein spannender letzter Vorrundenspieltag kündigt sich an.

SZ bei Google bevorzugen

Favorit Belgien ist auch im zweiten WM-Spiel nicht über ein Unentschieden hinaus gekommen und geht nach einem 0:0 gegen Iran mit lediglich zwei Punkten ins letzte Gruppenspiel. Wie beim 1:1 gegen Ägypten zum Start enttäuschte das Team um Kevin De Bruyne erneut und musste sich bei Torwart Thibaut Courtois bedanken, dass Iran bei seinen eigenen Offensivaktionen nicht selbst traf.

Nach einer Notbremse von Nathan Ngoy (66. Minute) spielte Belgien fast eine halbe Stunde lang in Unterzahl. Iran hat vor dem abschließenden Duell mit Ägypten eine echte Chance, erstmals bei einer Fußball-WM in die K.o.-Phase einzuziehen.

WM-Auftakt für Iran
:Zwischen „La Ola“ und „Desaster“

Beim WM-Auftakt von Iran entladen sich die politischen Spannungen während des Spiels und danach, Kapitän Mehdi Taremi wählt klare Worte. Davon lenkt auch das packende 2:2 gegen Neuseeland nicht ab.

Von Jürgen Schmieder

Angefangen hatte die Partie erwartungsgemäß: Belgien um De Bruyne übernahm sofort die Kontrolle und brachte den Ball früh in den Strafraum Irans. Weil der in die Startelf beorderte Romelu Lukaku aber zu spät kam und rüde in Irans Torwart Alireza Beiranvand rauschte, spielte der Torschütze zum 1:1 gegen Ägypten schon von der dritten Minute an Gelb vorbelastet. Beiranvand war auch in der Folge immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Gegen Maxim De Cuyper (9.), Tielemans (22.) und erneut De Cuyper (44.) hielt der 33-Jährige das 0:0 fest.

In der letzten halben Stunde spielt Belgien dann in Unterzahl

Iran konzentrierte sich aufs Verteidigen und hatte große Schwierigkeiten, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Meistens brachte eine technische Unsauberkeit bei der Annahme oder ein zu ungenauer Pass Belgien schon nach wenigen Sekunden wieder in Ballbesitz. Allerdings: Vor einem Publikum, das wie schon beim 2:2 gegen Neuseeland lautstark die iranische Hymne ausgebuht hat, im Spiel dann aber jede gelungene Aktion Irans feierte, kamen die Asiaten auch selbst gefährlich vors belgische Tor. Die Belgier agierten oftmals zu ideenlos.

Schon in der 14. Minute musste Thibaut Courtois seine Klasse zeigen, als er den Schuss von Hossein Kanaanizadegan zur Ecke lenkte. In der 25. Minute musste sich der Torwart von Real Madrid sogar geschlagen geben. Iran führte einen Freistoß flach aus, Mehdi Taremi traf aus der Drehung – nach minutenlanger Überprüfung zählte der Treffer wegen einer knappen Abseitsposition des Torschützen allerdings nicht.

Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA
:Spielplan der Fußball-WM 2026: Alle Gruppen, Spiele und Termine

Spanien dominiert im WM-Finale schwache Argentinier und wird Fußball-Weltmeister 2026. Der Spielplan mit allen Spielen, Terminen und Gruppen.

Von Michael Schnippert und Marko Zotschew

In der 53. Minute zwang Taremi Belgiens Torwart Courtois dann erneut zu einer Glanzparade, als er nach einem langen Einwurf im Strafraum aus elf Metern zum Abschluss kam. Belgien wirkte gegen die defensiven Iraner ideenlos, immer wieder scheiterten die Abschlussversuche noch an einem ausgestreckten Bein eines iranischen Verteidigers oder an Torwart Beiranvand. Wie in der 59. Minute, als er schon auf dem Boden liegend den Nachschuss von De Cuyper entschärfte.

Von der 66. Minute an spielte Belgien dann in Unterzahl. Ngoy verstolperte bei einem Rückpass den Ball und riss Taremi zu Boden, der ansonsten alleine auf Courtois zugelaufen wäre. Iran spielte fortan mit einem Mann mehr, in der 81. Minute kam so immerhin ein Distanzschuss von Ezatolahi zustande, den Courtois im Nachfassen sicherte.

© SZ/dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

England bei der Fußball-WM
:Tuchel gelingt ein populistisches Meisterwerk

Thomas Tuchel legt sich mit der Fifa an, weil er vor lauter Fotografen seine Spieler bei der Hymne nicht sieht. Ein unbedeutender Nebenkriegsschauplatz? Keineswegs.

SZ PlusVon Philipp Schneider

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: