WM 2010: ZwischenbilanzGenug Zeit für eine Plantage

Torhüter erkennen die Boshaftigkeit des Lebens, Fledermäuse brummen und Nicolas Anelka hat wirklich mitgespielt: Beobachtungen aus der WM-Vorrunde.

Der Zeitplan ist eng, mittags Fußball, nachmittags Fußball, abends Fußball, und nun ist nicht einmal eine Woche der WM vergangen, und schon haben sich alle 32 Mannschaften einmal gezeigt. Manche wären lieber noch eine Weile unsichtbar geblieben, ganz ohne Häme sei hier auf Griechenland verwiesen, das glücklichere Tage erlebt hat, auch auf dem Platz. Andere Teams paradierten stolz über den Rasen, auch der Ball flog in tollsten Kurven, und angeblich gibt es ein Geräusch, das diesen ersten Spieltag der Vorrunde bestimmt hat. Zeit also, kurz innezuhalten und eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.

Auch mathematisch eher unbegabte Menschen dürften bereits bemerkt haben, dass bei dieser WM bisher nicht allzu viele Tore gefallen sind. 1954 in der Schweiz waren es 5,58 Treffer pro Spiel, WM-Rekord bis heute. Mittels einiger komplizierter Rechenaktionen, in deren Verlauf die Techniken der Addition und der Division zum Einsatz kamen, konnte ermittelt werden, dass bei der WM in Südafrika bis Mittwochnachmittag im Schnitt lediglich 1,60 Tore pro Spiel erzielt wurden. Warum das so ist, gilt es im Folgenden zu ergründen. Doch zunächst muss es um traurige Männer gehen (im Bild Südafrikas Torhüter Itumeleng Khune).

Bild: AP 17. Juni 2010, 11:592010-06-17 11:59:54 © sueddeutsche.de/mb