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WM 2006:Geschichte gegen Geschichte beim DFB

Wolfgang Niersbach und Franz Beckenbauer

Franz Beckenbauer (rechts) soll erzürnt sein, dass Wolfgang Niersbach so getan habe, als habe er selbst mit der dubiosen Zahlung an die Fifa im April 2005 nichts zu tun gehabt.

(Foto: dpa)
  • Die Aussagen von Franz Beckenbauer und Wolfgang Niersbach zur Affäre um die WM 2006 weichen in einigen Punkten voneinander ab.
  • Einig sind sich die Beteiligten nur bei der Antwort auf die Frage, ob es eine schwarze Kasse gab.

Knapp vier Stunden sagte Franz Beckenbauer am Montag vor Anwälten der vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) beauftragten Kanzlei Freshfields-Bruckhaus-Deringer in der Affäre um die WM 2006 aus. Er war damals so nah dran wie kein anderer vom Organisationskomitee (OK) der WM. Er war der Präsident.

Über seine Aussage wurde Schweigen vereinbart. Auch baten die Anwälte der Wirtschaftskanzlei den Zeugen Beckenbauer, keine umfassende öffentliche Stellungnahme abzugeben. Es würden noch mehr Zeugen geladen und die sollten nicht wissen, was er gesagt hat.

Hinter den Kulissen tobt offenbar ein erbitterter Kampf

Beckenbauer gab denn auch nur eine knappe Stellungnahme ab: Keine Stimmen gekauft, Fehler gemacht. Das klang nicht aufregend, aber hinter den Kulissen tobt offenbar ein erbitterter Kampf. Beckenbauer hat Anwälte an seiner Seite, die nicht einmal sagen mögen, dass sie seine Anwälte sind. Beim DFB will man das Ergebnis der Prüfung abwarten.

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Die Geschichte um Beckenbauer, die im DFB erzählt wird, geht so: Niersbach sei, wie bekannt, am Dienstag voriger Woche zu Beckenbauer nach Österreich gereist, um zu hören, wie das damals abgelaufen sei. Er soll dann Beckenbauer gebeten haben, eine Stellungnahme abzugeben.

Der 70-Jährige soll geneigt gewesen sein, das zu tun. Er erzählte Niersbach den Ablauf - wie er ihn in Erinnerung hatte.

Nach der Rückkehr soll Niersbach das Gesprächsergebnis in einer Art Erklärung zusammengefasst haben. Weil aber wichtige Punkte falsch dargestellt oder unklar formuliert gewesen seien, habe Beckenbauer gesagt, da mache er nicht mit. Er gebe unter diesen Umständen keine Erklärung ab. Nach dieser Absage soll Niersbach dann rasch zu seiner Pressekonferenz eingeladen haben, die aus Sicht der Kritiker bizarr war.

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