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Wintersport: Vierschanzentournee:Pro Morgenstern

Beim dritten Springen in Innsbruck nimmt Thomas Morgenstern seinem Konkurrenten Simon Ammann vorentscheidende Meter ab. Einem deutschen Springer passiert hingegen ein seltenes Missgeschick.

Der gute Nachricht vorweg: Der Wind hielt sich diesmal in Grenzen. Anders als beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen wurden in Innsbruck zwei Durchgänge gesprungen, unter regulären Bedingungen, so wie es sich die Macher der Vierschanzentournee vorgestellt haben.

Austria's Morgenstern reacts after winning third event of the Four-Hills ski jumping tournament in Innsbruck

Großer Favorit auf den Tourneesieg: der Österreicher Thomas Morgenstern.

(Foto: REUTERS)

Am besten zu nutzen wusste dies der Österreicher Thomas Morgenstern. Er gewann das dritte Springen der Vierschanzentournee und steht damit kurz vor seinem ersten Gesamtsieg. Morgenstern setzte sich am Montag auf der Bergisel-Schanze mit Sprüngen auf 129,5 und 126,5 Meter vor dem Polen Adam Malysz (128 und 123 Meter) und dem Norweger Tom Hilde (127,5 und 122 Meter) durch und feierte damit seinen ersten Sieg in Innsbruck überhaupt.

Morgenstern zeigte sich nach dem Springen gelöst. "Das war ein emotionaler Wettkampf für mich, ich habe das sehr genossen", sagte er. Sein ärgster Tournee-Konkurrent, der Schweizer Simon Ammann, wurde nur Vierter (128 und 122 Meter).

Vor dem letzten Springen in Bischofshofen hat Ammann damit umgerechnet bereits 15 Meter Rückstand auf Morgenstern. "Es kann noch einiges passieren. Ich hoffe, dass es in Bischofshofen für mich spielt. Der Ruhetag macht mir ein kleines bisschen Hoffnung", sagte Ammann. Auch Morgenstern sieht die Entscheidung noch nicht gefallen: "Natürlich ist das heute ein schönes Gefühl, aber wir haben in Garmisch schon gesehen, wie schnell sich das Blatt wenden kann."

Aus deutscher Sicht blieb jedoch fast alles beim Alten: Die deutschen Athleten sprangen munter mit, hatten mit dem Ausgang jedoch nichts zu tun. Michael Uhrmann war diesmal die Ehre vergönnt, auf Platz acht bester Deutscher zu sein (121,5 und 126,5 Meter). Pascal Bodmer schaffte immerhin Rang zehn (122,5 und 120 Meter). Zwei Springer unter den besten zehn - immerhin ein kleiner Achtungserfolg. Für beide war es das beste Ergebnis in diesem Winter.

Für den vor dem dritten Springen auf Platz sechs liegenden Michael Neumayer ist indes der Traum von einer Top-Platzierung geplatzt. Der Olympia-Zweite mit dem Team schied nach einem Hüpfer auf 110 Meter im ersten Durchgang aus und fiel von Gesamtrang sechs weit zurück. Auch Severin Freund, zuvor Neunter, hat nach Platz 24 Boden verloren. Vize-Weltmeister Martin Schmitt war bereits in der Qualifikation ausgeschieden.

Bundestrainer Werner Schuster fiel eine abschließende Bewertung der Leistung seiner Springer deshalb schwer. "Heute habe ich zwei Seelen in meiner Brust", sagte er, "mit Michael Uhrmann, Pascal Bodmer und Richard Freitag bin ich natürlich sehr zufrieden." Nicht so mit Michael Neumayer, Stephan Hocke und Severin Freund: "Die anderen drei haben heute leider sehr viel liegen lassen."

Der Unglücklichste an diesem Tag war zweifellos Michael Neumayer: "Zwei Unglücke auf einmal sind mir lange nicht passiert. Erst bin ich beim Abstoßen mit dem Schuh am Balken hängen geblieben, dann habe ich beim Absprung an der Kante die Skier übereinander geschlagen. Das ist ärgerlich, aber eigenes Verschulden."

© sueddeutsche.de/ebc/alin

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