Wintersport:Morgan schreibt Snowboard-Geschichte

Lesezeit: 3 min

SNOWBOARD - FIS WC Chur CHUR,SWITZERLAND,23.OCT.21 - SNOWBOARD - FIS World Cup, Big Air. Image shows Annika Morgan (GER

Annika Morgan schaffte beim Weltcup in in Steamboat Springs, was noch keine Deutsche vor ihr geschafft hatte.

(Foto: Oliver Lerch/imago images/GEPA pictures)

Die 19-Jährige fliegt als erste deutsche Athletin auf ein Big-Air-Podium. Rodlerinnen Taubitz und Geisenberger holen Doppelsieg. Siegel gewinnt erstes Skispringen auf Olympia-Schanze in Peking.

Annika Morgan ist als erste Athletin des deutschen Snowboard-Teams auf ein Big-Air-Podium geflogen. Die 19-Jährige aus Miesbach wurde beim Weltcup in Steamboat Springs (USA) Dritte und musste sich mit ihren 132,25 Punkten nur der Japanerin Reira Iwabuchi (178,25) und Olympiasiegerin Anna Gasser aus Österreich (148) geschlagen geben. "Im Finale zu sein und dann auch noch erstmals aufs Podium zu kommen - ich kann's gar nicht glauben, es ist ein Traum wirklich geworden", sagte sie.

Vor dem dritten Final-Run war Morgan nur Achte und damit Letzte, setzte dann aber ein echtes Ausrufezeichen in den Schnee: Sie stand einen "Backside 1080", den sie in der Qualifikation erstmals überhaupt in einem Wettbewerb hervorgeholt hatte - mit einem kleinen Schönheitsfehler: Sie überdrehte den Sprung bei der Landung minimal. Aber es reichte dennoch fürs "Stockerl".

Dabei nahm das Finale für Morgan, schon Drittbeste der Quali, einen denkbar schlechten Anfang. Im ersten Run stürzte sie und erhielt keine Wertung. So stand sie im zweiten Durchgang unter Druck, werden für die Gesamtwertung doch die beiden besten Läufe gezählt. Morgan, die bereits für Olympia qualifiziert ist, stand aber ihren "Cab Double Cork 900", also zweieinhalb Drehungen, rückwärts angefahren.

Taubitz und Geisenberger holen Doppelsieg in Sotschi

Beim dritten Rodel-Weltcup des Olympia-Winters haben sich Deutschlands größte Hoffnungsträgerinnen mit einem Doppelerfolg zurückgemeldet. Weltmeisterin Julia Taubitz gewann am Sonntag in Sotschi vor Olympiasiegerin Natalie Geisenberger. Kendija Aparjode aus Lettland wurde Dritte. "Es war jetzt an der Zeit, dass mal ein Ergebnis kommt", sagte Geisenberger. "Und es ist ein brutaler Druck abgefallen, weil ich auch in Sachen Olympiaqualifikation damit einen Schritt weitergekommen bin."

Gute Ergebnisse sind mit Blick auf die Winterspiele in Peking (4. bis 20 Februar) auch für die hoch dekorierte Geisenberger wichtig, weil innerhalb des ausgeglichenen deutschen Frauenteams ein hoher Konkurrenzdruck herrscht. Für Geisenberger, die im vergangenen Jahr erstmals Mutter wurde, war bislang ein achter Platz das beste Saison-Ergebnis gewesen. Zwei Monate vor Olympia scheinen die deutschen Frauen damit auf einem sehr guten Weg, denn auch Anna Berreiter (Berchtesgaden) bestätigte ihre starke Frühform. Die Sportsoldatin, die eine Woche zuvor an gleicher Stelle überraschend gewonnen hatte, wurde am Sonntag Vierte. Dajana Eitberger (Ilmenau) verpatzte ihren ersten Durchgang, als Schnellste des zweiten Laufs schaffte sie es aber immerhin noch auf Rang neun.

Bei den Männern hatte am Samstag erneut nur Johannes Ludwig überzeugt. Der Olympia-Dritte, der beide bisherigen Weltcups gewonnen hatte, landete auf dem zweiten Platz hinter Kristers Aparjods aus Lettland. Der einstige Dominator Felix Loch kam trotz eines starken zweiten Durchgangs lediglich auf Rang sechs. Bei den Doppelsitzern verpassten Toni Eggert und Sascha Benecken als Zweite knapp den Sieg. Auch im nicht-olympischen Sprint gab es in Sotschi am Sonntag nur einen deutschen Erfolg. Taubitz gewann das Kurzdistanz-Rennen der Frauen über nur einen Lauf. Die Männer verpassten geschlossen das Podest, im Doppel holten Robin Geueke/David Gamm immerhin den dritten Platz.

Siegel gewinnt erstes Skispringen auf Olympia-Schanze in Peking

David Siegel hat das erste Skispringen auf der großen Olympia-Schanze von Peking gewonnen. Der Junioren-Weltmeister von 2016 aus Baiersbronn entschied den Wettkampf im zweitklassigen Continental Cup mit Sprüngen auf 131 und 129,5 m für sich. Am Sonntag ließ der 25-Jährige, der nach einer schweren Knieverletzung vor knapp drei Jahren, beim Sieg des Österreichers Ulrich Wohlgenannt einen zweiten Platz folgen. Auf der im Dezember 2020 fertiggestellten, futuristischen Schanze in Zhangjiakou rund 200 Kilometer nordwestlich von Peking fallen im Februar bei den Winterspielen vier Entscheidungen, davon zwei in der Nordischen Kombination.

Auch die benachbarte kleine Schanze wurde am Samstag offiziell eingeweiht. Im Continental Cup der Frauen belegte Carina Vogt, die 2014 in Sotschi erste Olympiasiegerin der Geschichte geworden war, den dritten Rang. Der Sieg ging an die Russin Marija Jakowlewa. Am Sonntag belegte Vogt beim erneuten russischen Erfolg durch Diana Toroptschenowa erneut Platz drei. Allerdings waren jeweils nur 16 Springerinnen am Start.

Siegesserie gerissen: Nolte Zweite im Zweierbob-Weltcup

Die Siegesserie der Winterbergerin Laura Nolte im Zweierbob-Weltcup ist gerissen. Nach zwei Erfolgen musste sie sich am Sonntag in Altenberg mit Anschieberin Deborah Levi (SC Potsdam) geschlagen geben. Nach der Führung im ersten Durchgang wurde die WM-Dritte im Finallauf von US-Pilotin Kaillie Humphries noch abgefangen. Die gebürtige Kanadierin Humphries, die in dieser Woche die US-Staatsbürgerschaft erhielt, setzte sich mit vier Hundertstelsekunden Vorsprung durch. Dritte wurde die Kanadierin Christine de Bruin vor der Wiesbadenerin Kim Kalicki, die mit Ann-Christin Strack (BC Stuttgart) fuhr. Olympiasiegerin Mariama Jamanka vom BRC Thüringen kam mit Kira Lipperheide (TV Gladbeck) hinter den Chinesinnen auf Rang zehn.

Deutsche Langlauf-Staffeln schaffen es nicht auf das Podest

Die deutschen Langlauf-Staffeln sind beim Weltcup in Lillehammer an den Podestplätzen vorbeigefahren. Die von Katharina Hennig angeführten Frauen belegten am Sonntag den siebten Rang mit einem Rückstand von 40 Sekunden auf Sieger Russland. Neben Hennig waren auf den 4x5 Kilometern auch Laura Gimmler, Pia Fink und Victoria Carl am Start. Bei den Männern gab es für Jonas Dobler, Lucas Bögl, Friedrich Moch und Janosch Brugger ebenfalls den siebten Platz. Der Rückstand auf Sieger Norwegen mit Langlauf-Star Johannes Kläbo betrug nach 4x7,5 Kilometern 58 Sekunden.

Zur SZ-Startseite

Bayern-Sieg in Dortmund
:Ein wildes Spiel voller Gift

Kreative Angriffsreihen, konfuse Defensiven und ein umstrittener Schiedsrichter: Das 3:2 des FC Bayern bietet reichlich Debattenstoff - besonders Mats Hummels wird den Abend nicht so schnell vergessen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB