WintersportBerliner Sieg im Winter Game, Biathletinnen auf Rang drei

Lesezeit: 3 Min.

Erfolg in Dresden: Die Eisbären Berlin feiern nach dem DEL Winter Game.
Erfolg in Dresden: Die Eisbären Berlin feiern nach dem DEL Winter Game.
City-Press/DEL Penny
  • Die Eisbären Berlin gewinnen das DEL Winter Game in Dresden mit 3:2 nach Verlängerung vor 32 248 Zuschauern im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion.
  • Die deutschen Biathlon-Männer verpassen trotz großem Kampf das erste Staffel-Podium der Saison und werden Fünfte, während die Frauen Rang drei erreichen.
  • Johannes Lochner wird Europameister im Zweierbob, während die deutschen Skispringer ohne ihre Topathleten nur Platz sechs beim Weltcup in Zakopane erreichen.
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Die deutschen Biathlon-Männer schrammen am ersten Staffelsieg seit fünf Jahren vorbei, Johannes Lochner wird Europameister im Zweierbob, die deutschen Skiadler fliegen hinterher. Das Wintersport-Wochenende im Überblick.

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Eisbären ringen Eislöwen nieder

Man muss den Kleidungsstil des Comedians Olaf Schubert nicht schick finden. Aber bei minus zehn Grad unter freiem Himmel im ärmellosen Argyle-Pullunder einen Stand-up-Auftritt zu absolvieren, nötigte den Besuchern des 7. Winter Game der Deutschen Eishockey Liga am Samstag in Dresden Respekt ab. Gut unterhalten fühlten sich die 32 248 Zuschauer im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion des Fußball-Zweitligisten Dynamo dann vor allem von den Akteuren auf dem Eis, und das ausdrücklich von beiden Teams.

Denn der Aufsteiger und Tabellenletzte Dresden verlangte dem Rekordmeister Eisbären Berlin mehr ab, als zu erwarten gewesen war. Zweimal gingen die Eislöwen in Führung durch Tomas Andres (25. Minute) und Alec McCrea (54.). Nachdem Liam Kirk (34.) zum 1:1 ausgeglichen hatte, schoss Ty Ronning die Partie 114 Sekunden vor der Schlusssirene in die Verlängerung. Dort dauerte es dann nur 14 Sekunden, ehe Kirk (4. von links) mit seinem 28. Saisontor zum entscheidenden 3:2 für Berlin traf. „Daran werde ich mich auf jeden Fall für den Rest meines Lebens erinnern“, sagte der Engländer. Eisbären-Coach Serge Aubin kramte derweil in seinen Kindheitserinnerungen und fand: „Das ist wie früher. In Kanada haben wir damals auch draußen gespielt. Ich stand heute zwar nicht auf dem Eis, aber es war toll, den Jungs dabei zuzusehen.“ Statt eines Pullunders trug Aubin allerdings eine gefütterte Jacke und Wollmütze.

Frauen-Staffel auf Rang drei

Podest in Oberhof: Das deutsche Team (v.l.) mit Selina Grotian, Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und Franziska Preuß.
Podest in Oberhof: Das deutsche Team (v.l.) mit Selina Grotian, Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und Franziska Preuß.
Jennifer Brückner/dpa

Während die deutschen Biathlon-Frauen im Staffelrennen beim Heim-Weltcup in Oberhof Rang drei erreichten, müssen die Männer weiter auf ihr erstes Staffel-Podium in dieser Saison warten. Justus Strelow, Lucas Fratzscher, Philipp Nawrath und David Zobel kamen trotz eines großen Kampfes nach 4 × 7,5 Kilometer auf Platz fünf ins Ziel. Bis zum letzten Schießen hatten der Deutsche Skiverband und seine Fans sogar vom ersten Staffelsieg seit fast fünf Jahren träumen dürfen. Nach insgesamt zehn Nachladern hatte das deutsche Quartett dann aber 5,4 Sekunden Rückstand auf die siegreichen Norweger. Zweiter wurde Frankreich vor Schweden und Italien. Bisher hatte das DSV-Quartett, das auf den erkrankten Lokalmatadoren Philipp Horn verzichten musste, in den Staffelrennen der Saison die Ränge vier und fünf erreicht.

Den zweiten Staffel-Podestplatz des Olympia-Winters sicherten sich am Samstag Selina Grotian, Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und Franziska Preuß: Sie kamen beim überlegenen Sieg von Weltmeister Frankreich auf Rang drei. Beim entscheidenden letzten Schießen zog Preuß im direkten Duell durch drei Nachlader gegen die fehlerfreie Norwegerin Maren Kirkeeide den Kürzeren. So schnappten sich die Skandinavierinnen Rang zwei. Nach einer Strafrunde von Grotian und insgesamt 13 Nachladern hatten die Schützlinge von Bundestrainer Kristian Mehringer am Ende 1:28,4 Minuten Rückstand auf den Olympia-Favoriten aus Frankreich. Norwegen lag 53,7 Sekunden zurück. Für die deutschen Frauen war es nach Platz drei in Hochfilzen das zweite Staffel-Podium der Saison. Im abschließenden Verfolgungsrennen am Sonntag kam Preuß auf Rang fünf; den Sieg sicherte sich erneut die Schwedin Elvira Öberg.

EM-Medaillen im Bob

Europameister im Viererbob: Adam Ammour, Issam Ammour, Joshua Tasche and Alexander Schaller in St. Moritz.
Europameister im Viererbob: Adam Ammour, Issam Ammour, Joshua Tasche and Alexander Schaller in St. Moritz.
Denis Balibouse/Reuters

Johannes Lochner hat zum zweiten Mal die Europameisterschaft im Zweierbob gewonnen. Der 35-Jährige ließ Dauerrivale Francesco Friedrich in dem im Race-im-Race-Modus ausgetragenen Weltcuprennen am Samstag in St. Moritz nur Rang zwei und EM-Silber. Am Sonntag dann wurde Lochner beim EM-Rennen im Viererbob vom Team von Adam Ammour bezwungen, für den Deutschen Ammour war es der erste Weltcupsieg der Karriere. Mit einer Aufholjagd hat zudem Laura Nolte, 27, im Zweierbob EM-Silber geholt. Die Olympiasiegerin raste von Platz sechs mit Laufbestzeit noch auf Weltcup-Rang drei, was für EM-Silber hinter Europameisterin Melanie Hasler aus der Schweiz reichte. EM-Bronze sicherte sich Kim Kalicki. Nolte hat bei der EM zudem im Monobob Bronze gewonnen.

Rydzek zweimal Zweiter

Zweiter im Schneetreiben von Otepää: Der Nordische Kombinierer Johannes Rydzek.
Zweiter im Schneetreiben von Otepää: Der Nordische Kombinierer Johannes Rydzek.
Mauri Levandi/Imago

Der Nordische Kombinierer Johannes Rydzek hat im Schneetreiben von Otepää seinen ersten Saisonsieg knapp verpasst. Der 34-Jährige musste sich in Estland in einem packenden Rennen im Zielsprint des 10-Kilometer-Langlaufs knapp dem Norweger Einar Luraas Oftebro geschlagen geben und wurde Zweiter. Am Sonntag wurde er vor Teamkollege Vinzenz Geiger abermals Zweiter, diesmal hinter dem Österreicher Johannes Lamperter. Die deutschen Frauen verpassten hingegen das Podest. Beste DSV-Starterin beim fünften Sieg der Norwegerin Ida Marie Hagen war Weltcup-Titelverteidigerin Nathalie Armbruster auf Platz sieben.

Skispringer chancenlos

Am Samstag schwächer, am Sonntag dann stärker: Skispringer Pius Paschke.
Am Samstag schwächer, am Sonntag dann stärker: Skispringer Pius Paschke.
Wojtek Radwanski/AFP

Ohne ihre Topathleten Felix Hoffmann und Philipp Raimund sind die deutschen Skispringer beim Weltcup in Zakopane hinterhergeflogen. Im olympischen „Super Team“-Wettbewerb kamen Karl Geiger und Pius Paschke vier Tage nach dem Ende der Vierschanzentournee nicht über Platz sechs hinaus. Schlechter als Platz vier war ein DSV-Duo zuvor nie in dieser Disziplin. Geiger und Paschke schafften es in Polen nur mit Mühe in den dritten Durchgang der besten acht Teams. Die Österreicher Jan Hörl und Stephan Embacher gewannen vor dem slowenischen Team, das Tournee-Sieger Domen Prevc schonte.

Am Sonntag rehabilitierten sich die deutschen Skispringer ein Stück weit. Beim Sieg des Slowenen Anze Lanisek vor den beiden Österreichern Jan Hörl und Manuel Fettner von der Großschanze wurde Paschke Neunter. Andreas Wellinger wurde 22. und verbuchte zum dritten Mal in dieser Saison Weltcuppunkte, Karl Geiger verpasste den zweiten Durchgang.

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