Wintersport:Herrmann gewinnt Sprint von Kontiolahti

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Wintersport: "Eigentlich mag ich die Strecke ja nicht so. Aber irgendwie gelingen mir hier oft ganz gute Rennen": Denise Herrmann ist nicht zu schlagen gewesen.

"Eigentlich mag ich die Strecke ja nicht so. Aber irgendwie gelingen mir hier oft ganz gute Rennen": Denise Herrmann ist nicht zu schlagen gewesen.

(Foto: Vesa Moilanen/AFP)

Die Biathlon-Olympiasiegerin überzeugt in ihrem ersten Wettkampf nach den Winterspielen. Skispringer Markus Eisenbichler verpasst einen Sieg knapp.

Biathlon-Olympiasiegerin Denise Herrmann hat ihre ausgezeichnete Form bestätigt und auch den Sprint von Kontiolahti gewonnen. Fast genau einen Monat nach der Einzel-Goldmedaille in Peking war die 33-Jährige auch im ersten individuellen Rennen nach den Winterspielen trotz einer Strafrunde nicht zu schlagen. Herrmann blieb genau fünf Sekunden vor Tiril Eckhoff (1 Fehler) aus Norwegen und feierte damit ihren achten Weltcupsieg.

"Eigentlich mag ich die Strecke ja nicht so. Aber irgendwie gelingen mir hier oft ganz gute Rennen", sagte Herrmann, die sich einen Fehler im Stehendschießen leistete: "Ich hatte daheim eine gute Erholung, bin mit guten Gedanken hergefahren, hatte gute Beine und ein richtig gutes Material unter den Füßen." Auch vor zwei Jahren hatte die Sportsoldatin den Sprint in Kontiolahti für sich entschieden.

Die fehlerfreie Vanessa Voigt kam nach einem starken Rennen über 7,5 km mit 16,7 Sekunden Rückstand als Sechste ins Ziel. Für die 24-Jährige war es das beste Weltcup-Resultat ihrer Karriere, nachdem sie im olympischen Einzel schon mit Rang vier aufgezeigt hatte. Vanessa Hinz traf ebenfalls all ihre zehn Schüsse und rundete ein starkes Mannschaftsergebnis für den Deutschen Skiverband (DSV) als Zwölfte (+33,7) ab. Damit haben die deutschen Skijägerinnen eine ausgezeichnete Ausgangsposition für den Verfolger am Sonntag (12.45 Uhr). Franziska Hildebrand (1/+1:15,1 Minuten) wurde 28., Franziska Preuß schaffte es nach drei Schießfehlern (+1:24,5) genauso wie Janina Hettich nicht in die Top 30.

Johannes Kühn wird Dritter, Skispringer Markus Eisenbichler Zweiter

Auch die Männer durften sich über einen Podestplatz freuen. Johannes Kühn, der im Dezember den Sprint in Hochfilzen für sich entschieden hatte, landete mit einer Strafrunde auf dem dritten Platz. Der französische Gesamtweltcupführende Quentin Fillon Maillet blieb fehlerfrei und holte in Abwesenheit von Superstar Johannes Thingnes Bö im Rennen über 10 km souverän seinen sechsten Saisonsieg. Zweiter wurde der Norweger Filip Fjeld Andersen (0/+18,3).

Kühn hat mit einem Rückstand von 29,7 Sekunden eine gute Ausgangslage für das Jagdrennen am Sonntag (14.40 Uhr, beide ZDF und Eurosport). Auch Philipp Nawrath (1/+34,8) durfte als Siebter zufrieden sein, Erik Lesser (1/+49,6) landete auf dem zwölften Platz. Etwas weiter zurück lagen Roman Rees (1/+1:02,8) als 20., Benedikt Doll (3/+1:18,3) als 25. und David Zobel (2/+1:25,3) auf Rang 32. Vor dem Rennen hatten positive Coronatests von drei kanadischen und einem bulgarischen Athleten, sowie unter anderem drei deutschen Technikern für etwas Aufruhr gesorgt.

Wintersport: Zwischendurch sogar Führender in Oslo: Skispringer Markus Eisenbichler.

Zwischendurch sogar Führender in Oslo: Skispringer Markus Eisenbichler.

(Foto: Terje Bendiksby/dpa)

Skisprung-Weltmeister Markus Eisenbichler hat beim ersten Einzel am Holmenkollen in Oslo einen Podestplatz erobert. Der 30 Jahre alte Bayer sprang am Samstagabend zweimal 130 Meter und belegte damit den zweiten Rang. Eisenbichler musste sich mit umgerechnet 88 Zentimeter Rückstand nur Marius Lindvik aus Norwegen geschlagen geben und bewies eine Woche vor der Skiflug-WM in Vikersund eine ausgezeichnete Form. Dritter wurde der Norweger Robert Johansson.

Schon am Freitag im Mixed hatte Eisenbichler eine starke Leistung gezeigt, am Samstag hatte er nach einem Durchgang geführt. Im Duell um das Gelbe Trikot des Gesamtweltcup-Führenden baute Ryoyu Kobayashi aus Japan sein Polster gegenüber Deutschlands Karl Geiger wieder aus. Kobayashi (128 und 129,5 Meter) belegte Rang sechs und landete damit einen Platz vor dem Oberstdorfer Geiger, der mit Sprüngen auf 126 und 132 Meter nur teilweise sein ganzes Potenzial zeigte. Hinter dem deutschen Top-Duo holten auch Severin Freund (19.), Andreas Wellinger (25.) und Constantin Schmid (26.) Weltcup-Punkte. Am Sonntag steht ein weiteres Einzel in Oslo auf dem Programm.

Bei den Frauen sorgte die Olympia-Zweite Katharina Althaus am Samstag als Fünfte für das einzige deutsche Top-Ergebnis. Den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere feierte Lokalmatadorin Silje Opseth, in der Wertung führt die Slowenien Nika Kriznar vor dem Finale am Sonntag klar. Althaus hatte wegen ihrer positiven Coronatests den Auftakt der Serie verpasst und liegt daher im Gesamtranking weit zurück.

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