Kaum etwas wird so sehr strapaziert im olympischen Sport wie der Begriff der Familie, aber der Vergleich stimmt schon. Was in der Familie passiert, bleibt in der Familie – in der Sportpolitik, historisch betrachtet, sogar auf eine Art, dass Bezüge zu anderen ehrenwerten familiären Bewegungen zumindest nicht deplatziert wirkten. Umso beachtlicher ist, wenn der Zoff mal das Licht der Öffentlichkeit erreicht, wie jetzt im Fall der olympischen Langlauffamilie. Die Norweger nutzten bei den Sprintrennen eine Wachsmaschine am Wettkampfort, abgesegnet vom Weltverband Fis (der später einen Fehler einräumte). Die Trainer der anderen Nationen polterten, dass es so nicht weitergehen könne. Wenn ein Problem sogar so öffentlich verhandelt wird, braucht es nicht viel Fantasie, sich die Zustände hinter den Kulissen auszumalen.
MeinungNorwegens WintersportDer Zweifel läuft mit – zu Recht

Kommentar von Johannes Knuth, Mailand
Lesezeit: 2 Min.

Norwegens Wintersportler sind nicht die einzigen, die Regeln dehnen und überschreiten. Aber die Fragwürdigkeiten häufen sich. Pauschal trauen kann man Leistungen wie jener des Ausnahme-Langläufers Johannes Hösflot Klaebo nicht.

Dopingkontrollen im deutschen Team vor Olympia:Ganz schön viele Schusseligkeiten
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