WimbledonWenn in Wimbledon kein Gras mehr drüber wächst

An den Grundlinien der Wimbledon-Courts werden die braun-beigen Streifen im Rasen immer breiter - weil die Spieler anders spielen als früher. Verschiedene Spielstile zeichnen verschiedene Muster ins Grün.

Von Matthias Schmid, London

1932

In diesen Tagen geschieht in Wimbledon etwas geradezu Unerhörtes: Spieler beschweren sich über den Rasen, über Löcher und Unebenheiten. "Der Platz ist in keinem so guten Zustand wie in den vergangenen Jahren", sagte etwa der Weltranglistenerste Andy Murray. Dazu muss man wissen: Bei keinem anderen Tennis-Turnier der Welt ist der Rasen derart heilig wie bei dem seit 1877 ausgerichteten Turnier in England. Wimbledon und der Rasen - eine kleine Kulturgeschichte in Bildern.

In den 1930er-Jahren spielten die Männer noch mit langen weißen Hosen und die Frauen in langen weißen Kleidern. Die Schläger waren aus Holz und der Aufschlag nicht der wichtigste Schlag. Wenn man sagt, dass alles noch gediegener zuging als heute, ist das nicht falsch. Zwar weist der Rasen auf historischen Aufnahmen ein paar Schäden auf. Verglichen mit dem Zustand mancher Plätze heute wirkt das aber harmlos.

Bild: ASSOCIATED PRESS 13. Juli 2017, 09:292017-07-13 09:29:28 © SZ.de/dti/chge