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Wimbledon-Pressestimmen:"Der Engel breitet die Flügel aus"

Daily Mail Kerber

So schreibt die englische "Daily Mail" über Kerbers Wimbledon-Sieg.

(Foto: Daily Mail (Screenshot))

Die Deutsche beendet Serena Williams' Traum vom "Mum-back", schreiben die englischen Zeitungen. Italien bestaunt ein "komisches Wimbledon". Die Pressestimmen.

Großbritannien:

The Sun: "Angelique Kerber kommt aus Deutschland, wo sie Märchen anders erzählen. Das musste auch Serena erfahren. Sportler-Adel und zwei echte Herzoginnen hatten sich versammelt, um die Königin des Centre Courts bei ihrer Rückkehr auf den Thron kein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter zu beobachten. Doch nach einer Wende wie bei den Gebrüdern Grimm hat Kerber der US-Amerikanerin ihr Happy End verweigert."

Mirror: "Der Engel breitet die Flügel aus und lässt Serena warten. Nach dem Triumph fiel Kerber auf den Rücken. Ihre Geschichte ist die eines Kampfes, nachdem sie 2016 erst zur Nummer eins aufstieg und dann ihre Form verlor."

Daily Mail: "Kate, Meghan, Tiger Woods, Lewis Hamilton - die Schönen und Reichen waren nach Wimbledon gekommen, um die ultimative Geschichte einer Sportler-Mutter zu bewundern. Unglücklicherweise für sie und für Serena Williams gab es da aber noch den ungebetenen Partygast: Angelique Kerber ist mit dem Champagner abgehauen und hat die gesamte Feier verdorben. Kerber ist die Art von Spielerin, die einen Bus auf der Grundlinie parkt. Sie war die hochverdiente Siegerin."

Daily Star: "Kerber zerstört die Herzen all derer, die an Märchen glauben. Sie schlägt die Mama Serena Williams in nur 65 Minuten. Nichts im Sport ist so schön, wie eine gute Comeback-Geschichte. Leider konnte Serena nicht so zuschlagen, wie ein alter Champion. Die Herzoginnen von Cambridge und Sussex, Golfer Tiger Woods und Formel-1-Star Lewis Hamilton hofften auf ein Wunder. Doch Kerber blieb eiskalt."

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Kerber-Sieg in Wimbledon

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22 Jahre nach dem Triumph von Steffi Graf kommt Angelique Kerber im Tennis ganz oben an: Sie gewinnt Wimbledon, in einem Finale, das einen Klassenunterschied offenbarte.   Von Gerald Kleffmann, Wimbledon

The Telegraph: "Wimbledons Traum vom 'Mum-back' von Serena Williams endete mit einer Finalpleite. Die Mutter, die für alle Mütter dieser Welt spielen wollte, verlor in nur 65 Minuten. Angelique Kerber spielt ein häufig unterschätztes Spiel. Ihre Schläge haben selten viel Power und die Vorhand kommt wie mit einer Bratpfanne geschlagen. Aber diese Beine! Kerber ist der ultimative Roadrunner."The Times: "Die Bühne war bereitet für Serena Williams' von der High Society bejubelte Rückkehr nach Wimbledon. Für ihren Sieg als erste Mutter seit 38 Jahren. Doch Angelique Kerber hält offenbar nichts von perfekt ausgearbeiteten Drehbüchern."

USA

ESPN: "Serena Williams hatte einen ziemlich einfachen Weg ins Finale von Wimbledon. Angelique Kerber sorgte dafür, dass dieser Weg zu Ende ging."

New York Times: "Der Fokus lag auf dem Comeback von Serena Williams. Aber Angelique Kerbers Comeback erzählt der Welt auch eine Geschichte: über Beharrlichkeit, die Überwindung von Schwächen durch die Weiterentwicklung der Stärken. Und darüber, bei einem Wimbledon-Finale gegen einen Gegner von überlegener Kraft und Erfahrung an seinem Plan festzuhalten."

Spanien:

Marca: "Kerber beendet das erträumte Comeback von Serena und bringt den All England Club zum Schweigen. Alle waren anwesend, um Serenas Party zu erleben. Doch sie zerschellte immer wieder an einer Mauer namens Angelique Kerber."

AS: "Kerber war für Williams eine Nummer zu groß. Die Deutsche trumpfte im großen Stil gegen die Tenniskönigin auf, sie war ein Fels auf dem Platz. Nach Steffi Graf 1996 blüht das deutsche Tennis wieder auf."

El Mundo Deportivo: "Serena kam gegen die solide, deutsche Mauer nicht durch. Angelique Kerber schreibt wieder Geschichte für das deutsche Tennis."

Frankreich:

L'Equipe: "An diesem Samstag war Kerber unerbittlich. Als das Duell ausgeglichener zu werden schien, hat sie der Lokalmatadorin (Williams) zweimal das Aufschlagrecht abgenommen, um den ersten Satz in kaum einer halben Stunde für sich zu entscheiden. Mit ihrer Genauigkeit und ihrer Entschlossenheit hat Kerber ihre Gegnerin zu Fehlern getrieben."

Le Journal du Dimanche: "Angelique Kerber geht ihren Weg. (...) Mit 30 Jahren gelingt ihr die Revanche gegen Williams, die ihr den Triumph vor zwei Jahren vor der Nase weggeschnappt hatte."

Le Parisien: "Bei ihrem Aufstieg zum Gipfel hat Serena Williams nur die letzte Stufe nicht erklommen. Im Spiel (...) gegen Angelique Kerber hat sie sich ganz klar geschlagen geben müssen. Sie erreicht damit nicht den Rekord von 24 Grand-Slam-Siegen von Margaret Court. Zehn Monate nach der Geburt ihres Kindes (...) muss sich die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste bei ihrer Rekordjagd weiter in Geduld üben."

Italien:

Gazzetta dello Sport: "Angelique ist zurück.""Auch die schönen Fabeln können ein trauriges Ende haben. Mama Serena wird der kleinen Alexis Olympia (die Trophäe) für die Gewinnerin von Wimbledon nicht mitbringen: Es wird das Wohnzimmer der Wiederauferstandenen Kerber sein, das sie aufnimmt."

Corriere della Sera: "Was für ein komisches Wimbledon. Es regnet nicht, das trockene Gras lässt den Ball in die Höhe springen (...). Es ist ein englischer Sommer mit dem Sturz der Ausgezeichneten (Federer), überraschenden Wiedergeburten (Djokovic)."

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