KletternEssstörung als Hochrisiko in der Wand

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Klettern kann dem Körpergefühl helfen, es aber auch belasten: Die 24 Jahre alte Wahlmünchnerin Martina Demmel kennt beides.
Klettern kann dem Körpergefühl helfen, es aber auch belasten: Die 24 Jahre alte Wahlmünchnerin Martina Demmel kennt beides. (Foto: Eibner/Expa/Groder/Imago)

Die Zahl der Fälle legt die Vermutung nahe: Im Klettern sind Essstörungen kein individuelles Problem einzelner Athleten, sondern ein strukturelles Risiko. Der Umgang damit entscheidet, ob der Sport krank macht oder heilt.

Von Nadine Regel

Ihre Essstörung begann, lange bevor sie das erste Mal kletterte. Mit elf Jahren versuchte Martina Demmel, Mobbing in der Schule und ihr starkes Bedürfnis nach Anerkennung durch striktes Essverhalten und Sport, etwa Skifahren, auszugleichen. Sie entwickelte eine Essstörung. Die Kontrolle über ihren Körper vermittelte ihr ein Gefühl von Sicherheit und Erfolg, während sie sich innerlich zunehmend verlor. Unter äußerem Druck nahm sie zwar zu, doch das vermeintlich normale Essverhalten überdeckte den inneren Drang, ihre Emotionen durch Nahrungsaufnahme oder Verzicht zu regulieren. „Ich habe mir damals gedacht, warum sieht keiner, dass es mir nicht besser geht“, sagt sie heute. Im Alter von 13 Jahren litt sie an Bulimie, begleitet von nächtlichen, stundenlangen Essanfällen, sozialem Rückzug und Schlafmangel.

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Christine Kopp, Sportmedizinerin am Universitätsklinikum Tübingen, berät seit Jahren Athleten mit Untergewicht und Essstörungen. Ein schnelles Einschreiten ist wichtig, mahnt sie - um lebenslange Gesundheitsschäden zu vermeiden.

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